Rorschach SG  – Darum liegt dieses Jesus-Kreuz am Boden 
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Rorschach SG Darum liegt dieses Jesus-Kreuz am Boden 

Hinter der Rorschacher Pfarreikirche St. Kolumban liegt ein Jesus-Kreuz im Park auf dem Boden. Das liegende Kreuz sorgt für rege Diskussionen. 

von
Marion Alder
Hinter der St. Kolumbanskirche in Rorschach SG liegt ein Jesus-Kreuz im Gras und sorgt auch nach mehr als zwanzig Jahren für rege Diskussionen. 

Hinter der St. Kolumbanskirche in Rorschach SG liegt ein Jesus-Kreuz im Gras und sorgt auch nach mehr als zwanzig Jahren für rege Diskussionen. 

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Darum gehts

  • Im Park hinter der St. Kolumbanskirche liegt ein Jesus-Kreuz im Gras. 

  • Es handelt sich um einen Vandalenakt. 

  • Obwohl die Tat einige Jahre her ist, liegt das Kreuz noch immer am Boden – und zwar extra. 

«Das löst in mir Unverständnis und Wut aus, wem tut ein Kreuz weh», schreibt eine Nutzerin unter einen Facebook-Beitrag. Auf dem Foto ist ein Jesus-Kreuz zu sehen, das im Park hinter der St. Kolumbanskirche im Gras liegt. «Traurig, dass es heutzutage sowas gibt», heisst es in einem Kommentar. Eine weitere Nutzerin schreibt: «Ich dachte, das soll so sein. Das Kreuz liegt doch schon seit Jahren so am Boden.»

Das kann auch ehemaliger Pfarrer der St. Kolumbanskirche, Georg Schmucki, bestätigen. Das Kreuz sei vor vielen Jahren in einer «Nacht-und-Nebel-Aktion» umgebogen worden, sodass der Leib von Jesus zum Himmel geschaut habe. Mitglieder der Pfarrei haben sich mit dem umgebogenen Kreuz befasst und diskutiert, was damit nun geschehen soll. «Es hat eine völlig neue Auseinandersetzung stattgefunden und wir haben uns entschieden, dass man das Kreuz und den damit verbundenen, neuen Ausdruck nicht verändern möchte», so Schmucki.

Neue Bedeutung durch Vandalismus

Das Kreuz habe plötzlich eine ganz neue Bedeutung bekommen. Schmucki meint, dass Jesus zum Himmel ruft:  «Mein Gott, hast du mich verlassen.» Das Kreuz stehe für alle Opfer dieser Welt, die aus Leid und Not zum Himmel schreien. «Normale Wegkreuze beachtet man heutzutage kaum mehr», so Schmucki. Dadurch, dass es jetzt am Boden liegt, komme es viel mehr zur Geltung und habe man wieder über das Elend dieser Welt nachgedacht. 

Man habe das Kreuz in den sogenannten «notwendenden Weg» integriert. Es sei eines der 14 Stationen des Kreuzweges, wo früher einst ein Friedhof war. «Das liegende Kreuz steht als Symbol, sich dem Leiden der Welt zu stellen und nicht auszuweichen», ergänzt Pfarreibeauftragte Anna Maria Frei. Da das alles schon eine lange Zeit her sei, werden sie nicht mehr oft auf das liegende Kreuz angesprochen. «Den Leuten gefällt die Symbolik dahinter sehr», so Frei. Es habe viele Leute, die den Ort zum Verweilen nutzen, Kerzen anzünden oder ihn mit Blumen schmücken. Aus Vandalismus sei etwas Schönes entstanden. 

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