14.10.2019 18:49

Pfunde über NachtDarum macht zu wenig Schlaf dick

Wer zu wenig schläft, nimmt zu. Schuld ist die Lust müder Menschen auf Ungesundes. Nun ist klar, wie es zu dieser kommt.

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Wer zu oft zu wenig schläft, dürfte schon bald Veränderungen an sich feststellen, etwa einige Kilos mehr auf den Hüften.

Wer zu oft zu wenig schläft, dürfte schon bald Veränderungen an sich feststellen, etwa einige Kilos mehr auf den Hüften.

iStock/Littlebee80
Dies liegt daran, dass Unausgeschlafene Schwierigkeiten haben, der Verlockung von energiereichem Fast Food zu widerstehen. Das haben Forscher der Northwestern University herausgefunden. Der Grund dafür liegt im menschlichen Gehirn.

Dies liegt daran, dass Unausgeschlafene Schwierigkeiten haben, der Verlockung von energiereichem Fast Food zu widerstehen. Das haben Forscher der Northwestern University herausgefunden. Der Grund dafür liegt im menschlichen Gehirn.

iStock/Miodrag Ignjatovic
Sie zeigten, dass sich bei müden Menschen der sogenannte piriforme Kortex, der an der Verarbeitung von Gerüchen beteiligt ist, stärker regt als bei ausgeschlafenen. Aber auch, dass er weniger stark mit der Inselrinde kommuniziert, wo Inputs zur Beschaffenheit von Nahrungsmitteln zusammenlaufen.

Sie zeigten, dass sich bei müden Menschen der sogenannte piriforme Kortex, der an der Verarbeitung von Gerüchen beteiligt ist, stärker regt als bei ausgeschlafenen. Aber auch, dass er weniger stark mit der Inselrinde kommuniziert, wo Inputs zur Beschaffenheit von Nahrungsmitteln zusammenlaufen.

iStock/Gorodenkoff

Die Zeiten, in denen Schlafen als Zeitverschwendung angesehen wurde, sind lange vorbei. Heute ist klar, dass ordentliches Ausruhen in der Nacht «so lebenswichtig wie Atmen» ist, wie Schlafforscher Björn Rasch von der Universität Bern im Interview mit 20 Minuten sagte.

Gründe für ausreichend Schlaf gibt es viele (siehe Bildstrecke oben). So erleben Ausgeschlafene beispielsweise weniger Heisshungerattacken auf Fast Food als Übermüdete. Einerseits, weil Schlafmangel jene Areale im Gehirn hemmt, die uns zu vernünftigem Handeln befähigen. Die Belohnungszentren hingegen bleiben aktiv. Andererseits, weil Schlafmangel für Fressflashs wie beim Kiffen sorgt.

Gehirn tickt anders

Einen weiteren Grund für den gesteigerten Hunger auf Ungesundes nach einer zu kurzen Nacht liefern nun Forscher um Surabhi Bhutani von der amerikanischen Northwestern University. Im Fachjournal «eLife» berichten sie, «dass müde Menschen Lebensmittel mit höherer Energiedichte wie Donuts, Schokoladenplätzchen und Kartoffelchips weniger kalorischen vorziehen.»

Den Grund dafür offenbarten Tests im Magnetresonanztomographen. Diese zeigten, dass sich im Gehirn der sogenannte piriforme Kortex, der an der Verarbeitung von Gerüchen, Düften und Aromen beteiligt ist, bei müden Menschen stärker regt als bei den wachen. Aber auch, dass er weniger stark mit der Inselrinde kommuniziert, die auch von verschiedenen anderen Hirnregionen Inputs zu der Beschaffenheit von Nahrungsmitteln bekommt.

Bhutani und seine Kollegen glauben, dass diese veränderten Aktivitätsmuster dafür sorgen, dass wir Fast Food unausgeschlafen schlechter widerstehen können.

Mehr Schlafen oder Umwege machen

Wer diesen Mechanismus ausser Kraft setzen möchte, der kann laut den Forschern eigentlich nur eines tun: mehr schlafen. Andernfalls, so zitiert sie Neurosciencenews.com, bliebe nur, im müden Zustand «einen Umweg um den örtlichen Donut-Laden zu machen».

Den Hunger auf ungesunde Dickmacher regen auch Diät-Limos an, wie die folgende Bildstrecke zeigt:

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Einen solch schlanken Körper wie diese junge Dame aus der aktuellen Cola-Light-Werbung hat nicht jeder Konsument von zuckerreduzierten Softdrinks.

Einen solch schlanken Körper wie diese junge Dame aus der aktuellen Cola-Light-Werbung hat nicht jeder Konsument von zuckerreduzierten Softdrinks.

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Den Grund haben Forscher der University of Illinois herausgefunden: Wer Diät-Limonaden trinkt, greift nämlich bei Burgern und Schokolade umso beherzter zu. Dabei gäbe es zahlreiche Limo-Alternativen.

Den Grund haben Forscher der University of Illinois herausgefunden: Wer Diät-Limonaden trinkt, greift nämlich bei Burgern und Schokolade umso beherzter zu. Dabei gäbe es zahlreiche Limo-Alternativen.

Keystone/AP/Charles Krupa
Hahnenwasser ist der ideale Durstlöscher - kalorienfrei, gesund und kostengünstig. Geben Sie dem Wasser zur Abwechslung Zitronen- oder Limettensaft, frische Kräuter, Beeren oder Fruchtstückchen bei.

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