Ukrainer in Burgdorf BE – Darum müssen Flüchtlingskinder teils sechs Wochen auf die Schule warten
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Ukrainer in Burgdorf BEDarum müssen Flüchtlingskinder teils sechs Wochen auf die Schule warten

Burgdorf erwartet über hundert ukrainische Flüchtlingskinder. Dutzende sind bereits da. Sie einzuschulen, wird für die Gemeinde eine Herkulesaufgabe.

von
Simone Quaderer
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In Burgdorf sind Willkommensklassen für Flüchtlingskinder in Vorbereitung, die aber noch rund sechs Wochen auf sich warten lassen.

In Burgdorf sind Willkommensklassen für Flüchtlingskinder in Vorbereitung, die aber noch rund sechs Wochen auf sich warten lassen.

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Damit sind nicht alle glücklich. «Die Kinder könnten sich beispielsweise im Sport- oder Zeichenunterricht bereits mit den anderen Kindern vernetzen», meint Marianne Gertsch-Schoch.

Damit sind nicht alle glücklich. «Die Kinder könnten sich beispielsweise im Sport- oder Zeichenunterricht bereits mit den anderen Kindern vernetzen», meint Marianne Gertsch-Schoch.

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«Wir wollen den Kindern Sicherheit geben. Deswegen kommen sie erst nach den Ferien zu uns an die Schule», sagt Hans Rudolf Kummer. 

«Wir wollen den Kindern Sicherheit geben. Deswegen kommen sie erst nach den Ferien zu uns an die Schule», sagt Hans Rudolf Kummer. 

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Darum gehts

Die Schweiz erlebt momentan eine Flüchtlingswelle. So auch in Burgdorf: Mehr als 50 ukrainische Kinder und Jugendliche im Schulalter sind bereits angekommen. Erwartet werden momentan über hundert. Die Stadt will ein funktionierendes und stabiles Schulungsangebot für die Volksschulstufe bereitstellen.

Daran arbeite man derzeit mit Hochdruck, wie es von der Bildungsdirektion heisst. Mehrere sogenannte Willkommensklassen sind in Vorbereitung, lassen aber noch rund sechs Wochen auf sich warten.

Damit sind nicht alle glücklich. Marianne Gertsch-Schoch hat bei sich zuhause zwei ukrainische Flüchtlingskinder mit ihren Müttern aufgenommen. Für den neunjährigen Jungen und dessen 13-jährige Cousine erwartete sie ein herzliches Willkommen seitens der Schule. Dies habe die Volksschule aber verpasst, meint sie.

Pädagogische Herausforderung

Konkret prangert Gertsch-Schoch das «bürokratische und wenig herzliche» Vorgehen der Schulleitung und der Bildungsdirektion Burgdorf an. «Ich verstehe nicht, wieso die Kinder nicht integriert werden können», sagt sie ausserdem. Dabei gehe es Gertsch-Schoch gar nicht um die vollständige Eingliederung der Kinder in die Klassen. «Die Kinder könnten sich beispielsweise im Sport- oder Zeichenunterricht bereits mit den anderen Kindern vernetzen.»

Hans Rudolf Kummer von der Bildungsdirektion Burgdorf erklärt: «Anfänglich wollten wir innerhalb einer Woche alle ukrainischen Kinder mit der Deutsch-Intensivkurs-Klasse zusammenlegen und in der Folge in Regelklassen integrieren. Da aber derart viele Kinder bei uns ankommen, mussten wir uns etwas anderes überlegen.» Dabei sei auch wichtig zu betonen, dass es pädagogisch eine grosse Herausforderung sei, Kinder die nicht deutsch sprechen, zu integrieren.

Sicherheit geben

Man dürfe jetzt nicht voreilig handeln,  denn ansonsten könne es sein, dass man nach zwei Wochen alles wieder ändern muss, betont Kummer. «Wir wollen den Kindern Sicherheit geben. Deswegen kommen sie erst nach den Ferien zu uns an die Schule. Sie sind dann in Klassen mit Betreuungspersonen und einem Umfeld, das auf sie abgestimmt wurde.» Dazu kommt ein Kapazitätsproblem an den Burgdorfer Volksschulen. Man habe momentan noch keinen Schulraum und kein Personal.

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