Rhythmus im Blut: Darum müssen wir bei Musik einfach tanzen
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Rhythmus im BlutDarum müssen wir bei Musik einfach tanzen

Sobald die ersten Takte eines Songs ertönen, ist es um einige geschehen: Sie müssen tanzen – aus gutem Grund, wie Forscher herausgefunden haben.

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Musik und Bewegung gehören für viele Menschen einfach zusammen. Sobald ein Lied erklingt, fangen sie an zu tanzen - ganz gleich, wo sie sich gerade befinden.

Musik und Bewegung gehören für viele Menschen einfach zusammen. Sobald ein Lied erklingt, fangen sie an zu tanzen - ganz gleich, wo sie sich gerade befinden.

Keystone/Dominic Favre
Norwegische Forscher haben nun untersucht, warum so viele Menschen auf Klänge reagieren. Ergebnis: Wann immer sie eine Melodie hören, simulieren sie genau jene rhythmischen Schläge, Streich- oder Schüttelbewegungen, die es braucht, um traditionell Musik zu erzeugen.

Norwegische Forscher haben nun untersucht, warum so viele Menschen auf Klänge reagieren. Ergebnis: Wann immer sie eine Melodie hören, simulieren sie genau jene rhythmischen Schläge, Streich- oder Schüttelbewegungen, die es braucht, um traditionell Musik zu erzeugen.

Flickr.com/arielaot/CC BY-SA 2.0
«Neben der akustischen Spur läuft in unserem Kopf immer eine Bewegungsspur mit. Erst diese doppelte Kodierung ermöglicht es uns, die Form und Struktur der Musik wirklich zu erfassen», schreibt das Team im «Journal of New Music Research».

«Neben der akustischen Spur läuft in unserem Kopf immer eine Bewegungsspur mit. Erst diese doppelte Kodierung ermöglicht es uns, die Form und Struktur der Musik wirklich zu erfassen», schreibt das Team im «Journal of New Music Research».

Flickr.com/Luigi Torreggiani/CC BY 2.0

Im Club, auf der Couch, ja sogar in Supermärkten: Sobald Menschen Musik hören, meldet sich ihr Bewegungsdrang.

Je nach Temperament wippen sie mit den Füssen, schnippen mit den Fingern oder nicken mit dem Kopf. Manche legen sogar ein richtiges Tänzchen aufs Parkett.

Ursachenforschung

Warum das so ist, haben Forscher um Rolf Inge Godøy von der Universität Oslo untersucht. Dafür liessen sie professionelle Tänzer zu Sound-Tracing-Experimenten antanzen. Bei diesen hörten die Teilnehmer jeweils drei Sekunden lange Klangmuster, die sich voneinander unterschieden.

Aufgabe der Probanden war es, die zu hörenden Töne mit Handbewegungen zu begleiten. Über sogenannte Reflexleuchten in den Griffen, die die Teilnehmer dabei umklammerten, registrierten und speicherten die Forscher diese Bewegungsabfolgen.

Tanzende Hände

Die Auswertung ergab, dass 70 Prozent der Hand-Tänzer bei der selben Musik gleich reagierten. Zudem zeigte sich, dass die Eigenschaften der Musik wie Dynamik und Tonhöhe auch in den Handbewegungen erkennbar war. So korrespondierte beispielsweise die Höhe, in der die Teilnehmer ihre Hände hielten, mit der Tonhöhe.

Daraus schliessen Godøy und seine Kollegen, dass es die Bewegungen des Körpers braucht, um Musik richtig erfassen zu können: Denn wann immer Menschen eine Melodie hören oder sich an sie erinnern, simulieren sie – zumindest im Ansatz – genau jene rhythmischen Schläge, Streich- oder Schüttelbewegungen, die es braucht, um traditionell Musik zu erzeugen.

«Neben der akustischen Spur läuft in unserem Kopf immer eine Bewegungsspur mit. Erst diese doppelte Kodierung ermöglicht es uns, die Form und Struktur der Musik wirklich zu erfassen», schreibt das Team im «Journal of New Music Research».

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