Aktualisiert 08.03.2013 10:09

Costa-Concordia-OpferDarum musste die 5-jährige Dayana sterben

In wenigen Wochen beginnt in Italien der Costa-Concordia-Prozess. In der Anklageschrift kann nachgelesen werden, unter welchen Umständen die 32 Opfer des Schiffsunglücks zu Tode gekommen sind.

von
aeg

Verzweifelt suchte William Arlotti für sich und seine fünfjährige Tochter einen Sitz in einem der Rettungsboote. In der Aufregung auf der sinkenden Costa Concordia kamen die beiden jedoch zu spät. Die Stewards verwiesen sie auf die andere Seite des Schiffes. Bis dorthin schafften sie es nicht mehr. Die kleine Dayana fiel in einen überfluteten Bereich im Innern des Schiffes und ertrank.

Maria D'Introno hatte mehr Glück, sie fand Zuflucht auf einem der Rettungsboote. Weil dieses jedoch Probleme beim Wassern hatte, musste sie und andere Passagiere wieder zurück aufs Schiff. Maria sprang kurze Zeit später von Bord. Weil sie nicht schwimmen konnte, ertrank sie vor der Insel Giglio.

Überlebende gedenken Costa-Concordia-Opfern

Ein ähnliches Schicksal erlitt der Musiker Guiseppe Girolamo, der auf der Costa Concordia arbeitete. Er überliess seinen bereits sicheren Platz auf einem der Rettungsboote einer anderen Person. Dann fiel er ins Wasser, wurde vom Sog erfasst und ertrank.

157 dauerhaft Geschädigte

Diese und andere Schicksale sind nachzulesen im 60-seitigen Untersuchungsbericht der Staatsanwaltschaft in Grosseto, der die Ereignisse vom Januar 2012 auf der gesunkenen Costa Concordia untersucht. Im Zentrum der Ermittlungen steht Kapitän Francesco Schettino. Ihm werden Totschlag und Verlassen des Schiffs vorgeworfen.

Das Gericht listet zudem 157 Namen auf, die durch das Drama auf dem Schiff körperliche und geistige Schäden davongetragen haben. Der Prozess gegen die Verantwortlichen wird in den nächsten Wochen beginnen. Unter Anklage stehen auch Funktionäre der Muttergesellschaft Costa Crociere.

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