17.08.2019 16:26

#FillTheBottle

Darum sammeln jetzt alle Zigistummel in Flaschen

Viele Social-Media-Challenges sollen vor allem dem Zeitvertreib dienen. Nicht so #FillTheBottle. Sie macht Spass – und Sinn.

von
fee/jcg
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Achtlos fortgeworfene Zigarettenstummel sehen nicht nur unschön aus, sie sind auch Gift für die Umwelt.

Achtlos fortgeworfene Zigarettenstummel sehen nicht nur unschön aus, sie sind auch Gift für die Umwelt.

Keystone/AP/Martin Gerten
Um darauf aufmerksam zu machen und die mit hochgiftigen Chemikalien beladenen Filter in der Umwelt zu reduzieren, wurde Ende Juli 2019 der Hashtag #FillTheBottle ins Leben gerufen. Eine neue Social-Media-Challenge war geboren.

Um darauf aufmerksam zu machen und die mit hochgiftigen Chemikalien beladenen Filter in der Umwelt zu reduzieren, wurde Ende Juli 2019 der Hashtag #FillTheBottle ins Leben gerufen. Eine neue Social-Media-Challenge war geboren.

Instagram.com/haelplt
Mit diesem Foto von Jason Prince aus dem französischen Chelles fing alles an. Dazu schrieb er: «Ich habe 20 Minuten gebraucht, um diese Flasche mit Kippen zu füllen, die alle aus einem Umkreis von weniger als 50 Metern stammen. Das ist extrem ernst.»

Mit diesem Foto von Jason Prince aus dem französischen Chelles fing alles an. Dazu schrieb er: «Ich habe 20 Minuten gebraucht, um diese Flasche mit Kippen zu füllen, die alle aus einem Umkreis von weniger als 50 Metern stammen. Das ist extrem ernst.»

Sucht man auf Instagram, Twitter, Facebook und Co. #FillTheBottle, tauchen zurzeit unzählige Bilder zu der wohl sinnvollsten Social-Media-Challenge seit langem auf. Dabei gilt es, Plastikflaschen mit Zigarettenstummeln zu füllen, zu fotografieren und auf Social Media zu posten.

Dass sich so viele Menschen an der Aktion für die gute Sache beteiligen, ist erfreulich. Dass sie in einem so grossen Masse fündig werden (siehe Bildstrecke oben), genau das Gegenteil. Denn so klein Zigarettenkippen auch sind, so gross ist die Gefahr, die von ihnen ausgeht. Zumal es so viele sind.

Zigarettenstummel sind Sondermüll

Experten gehen davon aus, dass von den weltweit jährlich 5,6 Billionen Zigaretten, die geraucht werden, 4,5 Billionen achtlos weggeworfen werden. Dies, obwohl die Weltgesundheitsbehörde WHO Zigistummel 2017 zum Sondermüll erklärt hat – vor allem wegen des Filters. Der ist nicht nur randvoll mit zum Teil hochgiftigen Chemikalien aus dem Tabakrauch, er besteht in den allermeisten Fällen aus Celluloseacetat – Kunststoff.

Wie jeder Kunststoff zerfallen Filter mit der Zeit zu Mikroplastik. Wie lange das dauert, darüber gehen die Meinungen auseinander. Während die Zigarettenindustrie von einigen Monaten bis zu drei Jahren spricht, sagen verschiedene Studien, dass es im Süsswasser 10 bis 15 Jahre dauert, im Salzwasser sogar deutlich länger.

Wachsende Community

Ins Leben gerufen hat die Challenge die Studentin Amel Talha aus dem französischen Chelles. Auslöser war ein Foto, das ein Freund von ihr – Jason Prince – am 31. Juli gepostet hatte. Dazu schrieb er: «Ich habe 20 Minuten gebraucht, um diese Flasche mit Kippen zu füllen, die alle aus einem Umkreis von weniger als 50 Metern stammen. Das ist extrem ernst.»

Dieser Meinung war auch Talha, die den Beitrag teilte und erstmals mit dem Hashtag #FillTheBottle versah. Eine Öko-Challenge war geboren. Sie wolle mit dieser «das Bewusstsein der Menschen wecken und schärfen», zitiert sie das französische Newsportal Actu.fr.

Das gelingt ihr offenbar: Mittlerweile verabreden sich die Teilnehmer zum Flaschenbefüllen. Zum Beispiel direkt unter dem Eiffelturm. Aber auch in den Banlieues, am Stadtrand, wird es sauberer. Hier nominieren sich Jugendliche und ihre Bezirke gegenseitig und treffen sich, um Müll zu sammeln.

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