Heitersbergtunnel: Darum schmolz das Dach der S-Bahn
Publiziert

HeitersbergtunnelDarum schmolz das Dach der S-Bahn

In einer S-Bahn ist wegen eines Kurzschlusses ein Loch in der Decke entstanden. Wer in einer solchen Situation nicht aufs Personal höre, begebe sich in Gefahr, warnt die SBB.

von
ehs
1 / 5
Die Strecke zwischen Mellingen-Heitersberg und Killwangen-Spreitenbach war am Dienstag, 29. Oktober 2019, beeinträchtigt.

Die Strecke zwischen Mellingen-Heitersberg und Killwangen-Spreitenbach war am Dienstag, 29. Oktober 2019, beeinträchtigt.

20 Minuten
Der Grund war eine Fahrleitungsstörung.

Der Grund war eine Fahrleitungsstörung.

20 Minuten
In einer S 11 kam es im Heitersbergtunnel wegen des Defekts an der Fahrleitung zu einem Kurzschluss.

In einer S 11 kam es im Heitersbergtunnel wegen des Defekts an der Fahrleitung zu einem Kurzschluss.

Leser-Reporter

«Es war wie der 1. August und Silvester zusammen», sagt ein Leser, der am Dienstagabend in der S 11 der Zürcher S-Bahn unterwegs war. Er sass im Zug, als er plötzlich ein Geräusch hörte. Dann habe es geknallt und es habe Rauchentwicklungen gegeben.

Nun ist klar, was passiert ist. SBB-Sprecher Reto Schärli: «Bei der Durchfahrt der S 11 durch den Heitersbergtunnel kam es zu einem Kurzschluss. Der Stromschlag führte zu einer grossen Hitze, die ein Loch im Dach verursachte.» Die in einem Zug verwendeten Materialien müssten strenge Brandnormen erfüllen. «Deshalb schmolz die Kunstoffabdeckung im Fahrgastraum zwar, fing aber nicht Feuer.»

Zug ist bereits repariert

Im Zug seien Reisende vor Stromstössen geschützt – wie in einem faradayschen Käfig (siehe Box). Bei einer Fahrleitungsstörung sei es wichtig, unbedingt den Anweisungen des Personals Folge zu leisten, so Schärli. «Sonst bringt man sich selbst in unnötige Gefahr.» Der Zug dürfe im Fall einer Evakuierung erst verlassen werden, wenn das Personal die Anweisung dazu gebe. «Erst wenn eine defekte Fahrleitung von Fachleuten geerdet ist, besteht keine Gefahr mehr», so Schärli.

Die betroffene S 11 musste allerdings nicht evakuiert werden, sondern konnte aus dem Tunnel nach Lenzburg fahren. Laut SBB-Sprecher Schärli ist der betroffene Zug bereits wieder repariert worden und kann wieder eingesetzt werden.

Der faradaysche Käfig

Autos, Flugzeuge aber auch Züge wirken wie faradaysche Käfige. Diese definieren sich dadurch, dass sie von einer Hülle umschlossen sind, die elektrischen Strom leitet. Schlägt beispielsweise ein Blitz in einen faradayschen Käfig ein, besteht für die Personen im Innenraum keine Gefahr. Dasselbe galt in diesem Fall für die Passagiere der S-Bahn, für die vom Kurzschluss keine Gefahr ausging.

Deine Meinung