Jacquemus x Nike und Adidas x Gucci: Darum setzen Sportmarken ständig auf Luxus-Collabs

Madonna und ihr Sohn David Banda in den begehrten Stücken von Adidas x Gucci.

Madonna und ihr Sohn David Banda in den begehrten Stücken von Adidas x Gucci.

Instagram/madonna
Publiziert

Adidas x Gucci Darum setzen Sportmarken ständig auf Luxus-Collabs

Fast monatlich erscheinen neue Kollektionen von Sportmarken und Luxusbrands. Wir erklären dir, wieso.

von
Johanna Senn

Prada und Adidas, Balenciaga und Adidas oder Jacquemus und Nike – dieses Jahr kollaborieren Luxusbrands mit Sport- und Streetwearmarken, als gäbe es kein Morgen mehr. Zuletzt löste die gemeinsame Kollektion von Gucci und Adidas einen Hype aus.

Adidas x Gucci erobert das Netz

In modebegeisterten Kreisen wurde schon Wochen vor dem tatsächlichen Erscheinen über die neue Kollaboration von Gucci und Adidas getuschelt und gemutmasst. Als Guccis Kreativchef Alessandro Michele an der Präsentation der neuen Herbst- und Winterkollektion 2022 endlich die Stücke der Adidas-Kollaboration enthüllt, ist die Modewelt Feuer und Flamme dafür.

Seit Juni sind die Kleidungsstücke und Accessoires nun erhältlich. Ausverkauft sind die Pieces zwar noch nicht, dennoch sorgt die Kollektion für viel Aufsehen, Medienberichte und Instagram- und Twitter-Posts. Und auch Stars wie Madonna…

…oder Anna Wintour, Chefin der US-amerikanischen «Vogue», hier in ihrem ersten Selfie mit Kim Kardashian, tragen die Kollaboration.

Am Beispiel von Gucci und Adidas lässt sich gut erkennen, was der Vorteil dieser Collabs für Luxusmarken ist: Die scheinbar unerwartete Zusammenarbeit sorgt für Gesprächsstoff und somit PR. 

Adidas als Kollaboratinskönigin

Dass das Spiel auch für die Sport- und Streetwearmarken funktioniert, beweist Adidas. Das Jahr 2022 beginnt die deutsche Sportmarke gemeinsam mit Prada, und interpretiert deren ikonische Nylon-Linie neu.

Nur wenige Monate später legt der Sportbrand nach und zeigt seinen neuesten Streich in Form einer Kollaboration mit der spanischen Luxusmarke Balenciaga.

Die Kollektion von Balenciaga und Adidas wurde in der Frühlingskollektion 2023 von Balenciaga enthüllt.

Die Kollektion von Balenciaga und Adidas wurde in der Frühlingskollektion 2023 von Balenciaga enthüllt.

IMAGO/ZUMA Wire

Dabei sorgten einige Stücke wie ein simples Minikleid mit saftigem Balenciaga-Preisschild für Stirnrunzeln, aber auch für Publicity und Gesprächsstoff.

Nike nimmt die Herausforderung an

Mitbewerber Nike muss natürlich mitziehen. Der amerikanische Sportartikelhersteller beweist Anfang Sommer, dass er mit der Kollaboration mit dem französischen Designer Jacquemus ein Ass im Ärmel hat.

Die Kollektion von Jacquemus und Nike verkauft sich wie warme Semmeli frisch vom Beck. Besonders attraktiv an dieser Kollaboration ist für viele Modefans sicherlich auch der Preis. Kleidungsstücke vom französischen Designer Jacquemus kosten gerne einmal um die 500 Franken, in der Collab mit Nike kosten die teuersten Stücke hingegen rund 170 Franken.

Fendi machts vor

Dass Luxusmodehäuser mit Marken aus dem Massenmarkt oder Sportkleidungsherstellern zusammenspannen, ist kein neues Phänomen. Schon vor vier Jahren holte sich zum Beispiel Fendi die italienische Sport- und Streetwearmarke Fila ins Boot. Gemeinsam enthüllten die Marken die Fendi-Mania-Kollektion, allerdings mit dem Fendi-Preisschild.

Legendär ist auch die Kollaboration von Gucci und Supreme im Jahr 2017. Die Stücke waren innert Kürze ausverkauft.

Darum setzen Marken auf Collabs

Mit Kollaborationen können Luxus- und auch Streetwearlabels neue Kundenstämme ansprechen und neue mögliche Fans und spätere Käuferinnen und Käufer gewinnen. Zusätzlich löst die limitierte Stückzahl, also die künstliche Knappheit, einen weiteren Hype aus.

Dior zeigt zum Beispiel 2020 gemeinsam mit Nike den Air Jordan 1 Sneaker in einer begrenzten Anzahl von 13’000 Paar. Interessierte mussten sich vor dem Kauf auf einer Website registrieren. Bis zum Launch-Datum gingen über fünf Millionen Registrierungen ein. 

Auch für die Käuferinnen und Käufer, die sich so ein limitiertes Stück unter den Nagel reissen, können sich Kollaborationen lohnen. Die Pieces von Louis Vuitton und Supreme wechselten auf Wiederverkaufsplattformen um ein Vielfaches des Original-Preises den Besitzer. 

Der H&M-Effekt

H&M ist eine der ersten Marken des Massenmarkts, die mit dem Luxussegment zusammenspannen. Exklusive Designerstücke einem Massenpublikum verfügbar zu machen, ist inzwischen Teil von H&Ms Kerngeschäft.

Dieses Konzept funktioniert auf beide Seiten: Für die erste Design-Kollaboration mit Karl Lagerfeld im Jahr 2004 standen Modefans schon Stunden vor Ladeneröffnung in der Warteschlange.

Hast du ein Stück einer H&M Design-Kollektion zuhause?

Wieso sich diese Zusammenarbeit auch für Modeschaffenden lohnt: Gerade jüngere und in der breiten Masse noch nicht so bekannte Designer, wie zum Beispiel Simone Rocha, können so ihren Namen unter die Menschen bringen und ihr Geschäft stärken. Für die irische Designerin war die H&M-Kollektion ausserdem eine gute Gelegenheit, sich zum ersten Mal in Männer- und Kindermode zu versuchen. 

Kollaborationen bieten Marken die Chance auf Publicity und neues Publikum. Und wie bei Simone Rocha, geben sie Modeschaffenden die Gelegenheit, Stücke ausserhalb ihres gewohnten Stils zu kreieren. Ein lukrativer Kompromiss für beide Seiten.

Welche Markenkollaboration würdest du sofort kaufen?

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