E-Sport 2.0 - Darum sind Handygames die Zukunft des virtuellen Wettkampfs
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E-Sport 2.0Darum sind Handygames die Zukunft des virtuellen Wettkampfs

Ob «League of Legends», «Magic» oder «Call of Duty», sie bieten neben dem Original alle auch eine mobile Version für Smartphones. Diese sind nicht nur zugänglicher, sondern auch erfolgreicher.

von
Riccardo Castellano

Gameplay zu «Wild Rift», das mobile Pendant zu «League of Legends».

Darum gehts

  • Immer mehr bekannte Spiele erhalten eine mobile Version.

  • Diese übertreffen teilweise sogar das Original und sind erfolgreicher.

  • Die steigende Beliebtheit könnte auch den E-Sport beeinflussen.

  • Bereits jetzt gibt es Meisterschaften und Turniere zu Mobile-Games.

Während der E-Sport in der Schweiz gerade erst richtig in Fahrt kommt, ist der Trend ums Mobile-Gaming schon länger präsent. Laut der James-Studie 2020 spielen fast die Hälfte aller Jugendlichen wöchentlich Handygames.

Kein Wunder, dass die Entwickler von Games wie «League of Legends» in diesen Markt eindringen wollen. Sie wählen vermehrt neue Strategien, die sich auf den mobilen Markt fokussieren. Bereits bestehende und erfolgreiche Titel erhalten eine mobile Variante, neue Games einer Serie werden sogar ausschliesslich für das Handy entwickelt. Denn dies verspricht ein lukratives Geschäft.

Umstrittene Plattform

Auch die Zahlen zeigen, dass Handygames unglaublich populär sind. Die grössten Einnahmen betreffend Videospiele werden in China mit Handygames generiert. Es gibt auch konkrete Beispiele, so ist «Call of Duty: Mobile» seit einigen Tagen offiziell erfolgreicher als alle Originale auf Konsole oder PC.

«Call of Duty: Mobile»

«Call of Duty: Mobile»

Activision Blizzard

Die von einem chinesischen Entwickler, Timi Studios, entwickelte Mobile-Version hat 2020 gesamt zehn Milliarden Dollar eingenommen. Somit gehört Timi Studios laut der Nachrichtenagentur Reuters schon nur aufgrund der Einkünfte zu den grössten Game-Entwicklern der Welt.

Trotz der beeindruckenden Zahlen, die für den mobilen Markt sprechen, ist das User-Feedback nicht ganz so fantastisch. Unter Gamern und E-Sportlern gelten Mobile-Games als verpönte, simplifizierte Versionen. So reagierte die Community auf die Ankündigung von «Diablo Immortal», einer mobilen Version des Action-RPGs, mit heftiger Ablehnung.

Zugänglich wie noch nie

Einer der grössten Titel in der Gaming- und E-Sport-Branche ist «League of Legends», kurz «LoL». Ein komplexes, strategisches Teamspiel, welches Präzision, schnelles Denken und Teamarbeit voraussetzt. Bis heute sind der grösste Teil der Spieler eingefleischte Fans, die schon seit den Anfängen des Spiels dabei waren. Es ist für Neulinge schwierig, in diesem Game Fuss zu fassen – bis jetzt.

«League of Legends: Wild Rift»

«League of Legends: Wild Rift»

Riot Games

Die Entwickler Riot Games haben mit «Wild Rift» eine abgespeckte Version von «LoL» in die App Stores gebracht, die so zugänglich ist wie bisher noch nie. Intuitive Touchscreen-Steuerung und ein ausführliches Tutorial machen das Spiel trotz anfänglicher Kritik überaus beliebt. Das Game ist seit Dezember 2020 in Europa und seit Ende März 2021 auch in in den USA erhältlich.

Neue Ära im E-Sport?

Mobile-E-Sport ist keine Neuheit, zu bekannten Titel wie «Clash Royale», «PUBG», «Fortnite» und eben «Call of Duty Mobile» gibt es schon heute (Welt)-Meisterschaften. Jetzt wo die Titel-Favoriten aus dem E-Sport vermehrt mobil erhältlich sind, könnte das ganze einen Wendepunkt für das kompetitive Gaming bedeuten.

Da Riot Games die bisher ausgefallensten E-Sport-Turniere der Welt organisiert hat, wird es keinen Zweifel geben, dass «Wild Rift» in Zukunft gut umsorgt wird. Das beliebte Kartenspiel «Magic: The Gathering Arena» gibt es seit längerem digital für Computer und seit kurzem auch für Mobile.

«Magic: The Gathering Arena»

«Magic: The Gathering Arena»

Wizards of the Coast

Die Entwickler von Wizards of the Coast organisieren mit der «Magic Pro League» 2021 ein Millionenturnier. Es werden noch weitere grosse Titel aufs Handy kommen, unter anderem auch ein kompetitives «Pokémon»-Strategiespiel.

Der mobile E-Sport ist trotz Pandemie auf dem Vormarsch. Ein unschlagbares Argument für den mobilen E-Sport ist und bleibt die technische Zugänglichkeit. So kann sich zum Beispiel beim Golf nicht jeder die Kosten für eine Klubmitgliedschaft und teure Ausrüstung leisten, doch beim Minigolf hat die ganze Familie Spass. So ähnlich ist es auch beim Mobile-Gaming, denn fast alle haben ein Smartphone.

Klar, auf dem Sportkanal gibt es noch keinen Minigolf zu sehen. Denn trotz vereinfachter Mechaniken in den Handy-Versionen bleiben die Facetten der E-Sport-Spiele auf PC und Konsole für den Moment schlichtweg wettbewerbstauglicher. Doch wer weiss, ob wir in ferner Zukunft Handygames auf den TV-Kanälen sehen werden, gefolgt von einer hochkompetitiven Partie Minigolf?

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