18.08.2019 18:54

Ausgaben für Werbung

Darum sind Medikamente wirklich so teuer

Medikamente von Roche und Novartis werden immer teurer – weil die Konzerne Unsummen fürs Marketing ausgeben.

von
Raphael Knecht
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Manche Pharma-Konzerne geben bei Medikamenten mehr für Marketing und Vertrieb aus als für die Forschung selbst.

Manche Pharma-Konzerne geben bei Medikamenten mehr für Marketing und Vertrieb aus als für die Forschung selbst.

Keystone/Gaetan Bally
Für das vergangene Jahr weist Novartis Marketing- und Vertriebskosten von 12 Milliarden Dollar aus, wie die «Sonntagszeitung» schreibt. Die Forschung kostete das Unternehmen im gleichen Jahr 9 Milliarden Dollar.

Für das vergangene Jahr weist Novartis Marketing- und Vertriebskosten von 12 Milliarden Dollar aus, wie die «Sonntagszeitung» schreibt. Die Forschung kostete das Unternehmen im gleichen Jahr 9 Milliarden Dollar.

Keystone/Georgios Kefalas
Bei Konkurrent Roche stieg der Betrag für Marketing und Vertrieb innert fünf Jahren um 15 Prozent. Der Aufwand für die Forschung liegt bei diesem Konzern aber noch etwas höher.

Bei Konkurrent Roche stieg der Betrag für Marketing und Vertrieb innert fünf Jahren um 15 Prozent. Der Aufwand für die Forschung liegt bei diesem Konzern aber noch etwas höher.

Keystone/Alexandra wey

Die Pharma-Konzerne geben riesige Summen für Werbung und Vertrieb aus. Bei Novartis übersteigen diese Kosten mittlerweile die Beträge, die der Konzern für die Forschung ausgibt. Für das vergangene Jahr weist Novartis Marketing- und Vertriebskosten von 12 Milliarden Dollar aus, wie die «Sonntagszeitung» schreibt. Die Forschung kostete das Unternehmen im gleichen Jahr 9 Milliarden Dollar.

Auch bei Konkurrent Roche fliesst ein grosser Teil der Ausgaben in Marketing und Vertrieb. Innert fünf Jahren stieg der Betrag um 15 Prozent. Der Aufwand für die Forschung liegt bei diesem Konzern aber noch etwas höher. Bei beiden Firmen macht die Belegschaft in Marketing und Vertrieb einen entsprechend hohen Anteil aus: Bei Novartis sind es 40 Prozent, bei Roche 30 Prozent.

Medikamente könnten günstiger sein

Dass die Kosten für Marketing und Vertrieb in die Höhe schiessen, wird bei den Krankenkassen kritisiert. Diese Ausgaben seien eine unmittelbare Folge der zu hohen Preise, sagt ein Helsana-Sprecher zur «Sonntagszeitung». Die Konsequenz: Würde man diese Ausgaben senken, könnte man auch die Medikamentenpreise reduzieren, ohne die Forschung zu gefährden.

Seitens Novartis heisst es hingegen, die Produkte würden sich nicht von allein verkaufen. Gerade bei neuen und komplexen Medikamenten müssten die Pharma-Konzerne stärker in den Aussendienst investieren.

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