Ukraine-Krieg - Darum sollen bereits sieben Putin-Generäle im Krieg getötet worden sein

Aktualisiert

Ukraine-KriegDarum sollen bereits sieben Putin-Generäle im Krieg getötet worden sein

Seit der russischen Invasion in die Ukraine sollen bereits sieben russische Generäle getötet worden sein. Das könnten die Gründe für die ungewöhnlich hohen Verluste sein.

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Jakow Rjasanzew ist am Freitag gefallen.

Jakow Rjasanzew ist am Freitag gefallen.

Russisches Verteidigungsministerium
In einem vom ukrainischen Militär abgehörten Gespräch soll sich ein russischer Soldat darüber beklagt haben, dass Rjasanzew behauptet habe, der Krieg sei innerhalb von Stunden zu Ende.

In einem vom ukrainischen Militär abgehörten Gespräch soll sich ein russischer Soldat darüber beklagt haben, dass Rjasanzew behauptet habe, der Krieg sei innerhalb von Stunden zu Ende.

IMAGO/SNA
Nach Angaben eines westlichen Offiziellen war er bereits der siebte General, der in der Ukraine ums Leben kam, und der zweite Generalleutnant, der Berichten zufolge getötet wurde.

Nach Angaben eines westlichen Offiziellen war er bereits der siebte General, der in der Ukraine ums Leben kam, und der zweite Generalleutnant, der Berichten zufolge getötet wurde.

IMAGO/ZUMA Wire

Darum gehts

  • In dem russischen Angriffskrieg auf die Ukraine sollen bereits sieben russische Generäle gefallen sein.

  • Es wird darüber spekuliert, dass die tiefe Moral der Truppe die hochrangigen Militärs dazu zwingt, näher an die Front zu rücken.

  • Ausserdem sollen die russischen Truppen unverschlüsselte Kommunikationskanäle benutzen, über die sie leicht geortet werden können.

Nach Angaben des ukrainischen Verteidigungsministeriums ist am Freitag ein weiterer russischer General getötet worden. Generalleutnant Jakow Rjasanzew sei bei einem Angriff in der Nähe der südlichen Stadt Cherson gefallen. Rjasanzew war der Kommandant der 49. Armee des südlichen Distrikts.

Nach Angaben eines westlichen Offiziellen war er bereits der siebte General, der in der Ukraine ums Leben kam, und der zweite Generalleutnant, der Berichten zufolge getötet wurde. Bei einem Generalleutnant handelt es sich um den höchsten Offiziersgrad. Ukrainische Medien berichteten am Freitag, Rjasanzew sei auf dem Luftwaffenstützpunkt Tschornobaiwka getötet worden, der von Russland als Kommandoposten genutzt und vom ukrainischen Militär mehrfach angegriffen wurde. 

Ein weiterer Generalleutnant, Andrei Mordwichew, wurde Berichten zufolge bei einem ukrainischen Angriff auf denselben Stützpunkt getötet. Cherson war die erste ukrainische Stadt, die von den russischen Streitkräften besetzt wurde, obwohl es Berichten zufolge dort täglich Proteste gegen die russische Besatzung gibt. Russland hat bislang nur den Tod von General Andrej Suchowezki sowie des stellvertretenden Chefs der Nordmeerflotte, Kapitän Andrei Palij, bestätigt. 

Dass sich Generäle so nahe am Kampfgebiet aufhalten, ist ungewöhnlich

Es wird darüber spekuliert, dass die niedrige Moral der russischen Truppen höhere Offiziere dazu gezwungen hat, näher an die Front zu rücken, wie die BBC berichtet. In einem vom ukrainischen Militär abgehörten Gespräch soll sich ein russischer Soldat darüber beklagt haben, dass Rjasanzew behauptet habe, der Krieg sei innerhalb von Stunden zu Ende – dies nur vier Tage nach Kriegsbeginn.

Der Tod von Generalmajor Magomed Tushayev von der tschetschenischen Nationalgarde ist jedoch umstritten. Jedoch ist es ungewöhnlich, dass sich solch hochrangige russische Offiziere so nahe am Kampfgebiet aufhalten.  Der unerwartet starke ukrainische Widerstand, die schlechte russische Ausrüstung und die hohe Zahl der Todesopfer unter den russischen Truppen sollen zu der schlechten Moral beigetragen haben. Russland hat bisher 1551 tote Soldaten bestätigt, während die Ukraine von 16’000 gefallenen russischen Soldaten spricht. Die Zahlen lassen sich nicht unabhängig überprüfen.

Unverschlüsselte Kommunikation bietet ein Angriffsziel

Ebenso wird vermutet, dass sich die russischen Streitkräfte zum Teil auf offene Kommunikationssysteme wie Mobiltelefone und analoge Funkgeräte verlassen. Diese können leicht abgehört werden und so den Aufenthaltsort hochrangiger Offiziere verraten. Eine Person aus dem inneren Kreis des ukrainischen Präsidenten Wolodimir Selenski sagte gegenüber dem «Wall Street Journal», die Ukraine verfüge über ein Team, das sich ausschliesslich auf die russische Offiziersschicht konzentriere.

Am Freitag berichtete ein westlicher Beamter, dass ein russischer Oberst aufgrund der hohen Verluste seiner Brigade absichtlich von seinen eigenen Männern mit einem Panzer überfahren und getötet worden sei. Die Tötung des Kommandanten der 37. motorisierten Schützenbrigade «gibt einen Einblick in einige der moralischen Probleme, die die russischen Streitkräfte haben», so der Beamte gegenüber BBC.

Beschäftigt dich oder jemanden, den du kennst, der Krieg in der Ukraine?

Hier findest du Hilfe für dich und andere:

Fragen und Antworten zum Krieg in der Ukraine (Staatssekretariat für Migration)

Kriegsangst?, Tipps von Pro Juventute

Dargebotene Hand, Sorgen-Hotline, Tel. 143

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

Anmeldung und Infos für Gastfamilien:

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