18.06.2016 17:23

Die gute Tat

Darum sollten wir alle unter der Dusche pinkeln

Es ist nicht nur ausgesprochen befreiend, es schont auch die Umwelt: das Wasserlassen während des Duschens.

von
jcg
1 / 4
Würden alle einmal am Tag unter der Dusche statt auf dem Klo pinkeln, liesse sich viel Wasser sparen.

Würden alle einmal am Tag unter der Dusche statt auf dem Klo pinkeln, liesse sich viel Wasser sparen.

iStock
Denn einmal spülen braucht rund sechs Liter Wasser. Am Tag macht das 42 Liter. Aufs Jahr gerechnet sind das für die ganze Schweiz 122,6 Milliarden Liter Wasser. (Im Bild: Die Toiletten in der Roten Fabrik, Zürich).

Denn einmal spülen braucht rund sechs Liter Wasser. Am Tag macht das 42 Liter. Aufs Jahr gerechnet sind das für die ganze Schweiz 122,6 Milliarden Liter Wasser. (Im Bild: Die Toiletten in der Roten Fabrik, Zürich).

Keystone/Gaetan Bally
Das entspricht rund 49'000 Schwimmbecken nach Olympia-Norm. Geht man nun statt sieben- nur noch sechsmal aufs WC und pinkelt stattdessen einmal unter der Dusche, liessen sich hierzulande jährlich 17,5 Milliarden Liter oder 7000 olympische Pools einsparen.

Das entspricht rund 49'000 Schwimmbecken nach Olympia-Norm. Geht man nun statt sieben- nur noch sechsmal aufs WC und pinkelt stattdessen einmal unter der Dusche, liessen sich hierzulande jährlich 17,5 Milliarden Liter oder 7000 olympische Pools einsparen.

AP/Julio Cortez

Manche tun es immer, andere schaudern schon beim Gedanken daran, sich unter der Dusche zu erleichtern. Letzteren sei geraten, über den eigenen Schatten zu springen, denn sie können der Natur Gutes tun. Das zeigt ein einfaches Rechenbeispiel, das Iflscience.com angestellt hat.

Wenn man aufs Klo geht, muss man jedes Mal die Spülung betätigen – einige wasserlose Pissoirs ausgenommen. Da Urin jedoch flüssig ist, würde er auch so den Abfluss hinunterfliessen. Ohne dass immer ein halber oder ganzer Spülkasteninhalt für die Beseitigung nötig wäre.

49'000 Schwimmbecken pro Jahr

Denn Spülen verbraucht enorme Mengen Wasser. Geht man davon aus, dass moderne WCs rund sechs Liter für einen Spülvorgang brauchen und ein Erwachsener pro Tag durchschnittlich sieben Mal uriniert, ergibt das einen Tagesverbrauch von 42 Litern. Rechnet man das aufs Jahr aus, verbrauchen wir fürs Pinkeln jedes Jahr 15'330 Liter Wasser.

In der Schweiz leben rund 8 Millionen Menschen. Wenn man zur Vereinfachung davon ausgeht, dass alle etwa gleich häufig pinkeln, ergibt das 122,6 Milliarden Liter Wasser, die in der Schweiz jedes Jahr die Toilette runtergespült werden. Zur Veranschaulichung: Das entspricht rund 49'000 Schwimmbecken nach Olympia-Norm.

Hygienisch unbedenklich

Pinkelt man nun unter der Dusche, könnte diese enorme Menge Wasser bedeutend gesenkt werden. Gehen wir davon aus, dass jeder einmal am Tag duscht, dann würde ein Spülvorgang pro Tag wegfallen. Pro Jahr könnte so jeder Einzelne mir nichts, dir nichts 2190 Liter einsparen. Auf die Schweiz hochgerechnet wären das 17,5 Milliarden Liter oder 7000 olympische Pools.

Doch ist es auch hygienisch, unter der Dusche einfach laufenzulassen? Ja, sagte Chris Dobson der BBC. Dobson ist der Mitgründer der «Go with the Flow»-Kampagne der Universität East Anglia. Ziel ist es, die 15'000 Studenten dazu zu bringen, ihr erstes Pipi am Tag unter der Dusche zu machen. «Solange das Wasser fliesst, gibt es kein Hygienerisiko, da Urin steril ist», so Dobson.

In Brasilien werden die Leute seit einiger Zeit aufgefordert, unter der Dusche zu pinkeln, um die Umwelt zu schützen. Die Aufforderung im witzigen Werbespot lautet «Xixi no Banho», also Pinkeln unter der Dusche. (Video: Fundação SOS Mata Atlântica)

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.