Expertenrat: Darum solltest du beim Pinkeln bis 20 zählen

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Kein WitzWie Katzen und Elefanten – es lohnt sich, beim Pinkeln bis 20 zu zählen

Pinkeln: Das macht man einfach – wenn man muss oder wenn sich die Gelegenheit bietet. Viel darüber nachdenken tun die wenigsten. Dabei gibt es ein paar Dinge zu beachten.

von
Fee Anabelle Riebeling
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Interessante Fakten gibt es nicht nur zum Thema Pinkeln, sondern auch zum stillen Örtchen selbst, wie die folgenden Bilder zeigen. 

Interessante Fakten gibt es nicht nur zum Thema Pinkeln, sondern auch zum stillen Örtchen selbst, wie die folgenden Bilder zeigen. 

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1. Fakt: Der Weg zu öffentlichen WCs wird heute durch unmissverständliche Symbole gewiesen. Früher lautete die Kennzeichnung oft «00». Dazu kam es, weil in Hotels im 19. Jahrhundert die WCs auf dem Flur in der Nähe der Treppen lagen. Da dort auch die Nummerierung der Zimmer begann, trugen die Toilettenräume die Nummer 00.

1. Fakt: Der Weg zu öffentlichen WCs wird heute durch unmissverständliche Symbole gewiesen. Früher lautete die Kennzeichnung oft «00». Dazu kam es, weil in Hotels im 19. Jahrhundert die WCs auf dem Flur in der Nähe der Treppen lagen. Da dort auch die Nummerierung der Zimmer begann, trugen die Toilettenräume die Nummer 00.

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2. Fakt: Der Begriff Toilette leitet sich vom französischen Wort «toile» ab. So nannte man das Leintuch, das man früher zur Abschirmung vor anderen während des WC-Besuchs verwendete.

2. Fakt: Der Begriff Toilette leitet sich vom französischen Wort «toile» ab. So nannte man das Leintuch, das man früher zur Abschirmung vor anderen während des WC-Besuchs verwendete.

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Darum gehts

  • Beim kleinen Geschäft bis 20 zu zählen, hilft, die Harnblase gesund zu halten. 

  • Die 20-Sekunden-Regel basiert auf einer Studie von US-Forschenden. 

  • In dieser ging es eigentlich um Tiere.

Toilettenbesuche nehmen die meisten Menschen wohl routiniert in Angriff. Vor allem jene, bei denen es ums kleine Geschäft geht: Hose auf und runter, hinhocken (siehe Box), laufen lassen, abputzen, fertig. Doch selbst dabei kann man laut Fachleuten etwas falsch machen: etwa zu lange urinieren oder zu kurz.

Wie Forschende des Georgia Institute of Technology im Jahr 2014 herausfanden, entleeren alle Säugetiere mit einem Gewicht von mehr als 900 Gramm ihre volle Blase während durchschnittlich 21 Sekunden. Ein Elefant braucht ebenso lang wie eine Katze. «Das ist möglich, weil grössere Tiere längere Harnröhren haben», so Studienleiter David Hu damals. «Das Gewicht der Flüssigkeit in der Harnröhre drückt die Flüssigkeit nach aussen. Und weil die Harnröhre lang ist, erhöht sich die Fliessgeschwindigkeit.»

Die beste Pinkel-Position

Beim Toilettenbesuch kommt es auch auf die Haltung an. Empfohlen wird allen Geschlechtern, sich hinzusetzen. Menschen mit Penis sollten dies vor allem aus hygienischen Gründen tun, um das Umherfliegen von Urinspritzern zu vermeiden. Denn Stehpinkler schaden Wohnungen wie Raucher, es sei denn, sie haben vorgesorgt, etwa mit einer dünnen Silikonkautschuk-Schicht im WC. Wenn die Prostata vergrössert ist, ist das Pinkeln im Sitzen auch für die Gesundheit besser. Dafür raten Fachleute wie Teresa Irwin, «die Cowboy-Position» einzunehmen: Die Füsse sollten flach auf dem Boden und die Knie hüftbreit auseinander stehen. Der Oberkörper sollte aufgerichtet, aber leicht nach vorne gebeugt sein, wie Physiozentrum.ch schreibt.

Warum sollten Menschen 20 Sekunden pinkeln?

Die in der Studie untersuchten Säugetiere werden – anders als Menschen, bei denen auch andere Faktoren eine Rolle spielen – rein durch das biologische Bedürfnis zu pinkeln angetrieben. Es sei also ein natürliches Verhalten, an dem wir uns, die wir zu den höheren Säugetieren zählten, orientieren sollten, so Janis Miller, Pflegefachperson aus den USA.

Miller empfiehlt, der Einfachheit halber beim Wasserlassen jeweils bis 20 zu zählen. So könne man ein Gespür dafür bekommen, ob man den Urin zu lange anhalte oder zu häufig pinkle. «Das kann helfen, die Blasengewohnheiten zu verbessern.»

Bedeutung von Blasengewohnheiten

Blase und Gehirn kommunizieren miteinander. Wenn sich erstere füllt, bläht sie sich auf und meldet das weiter. Der Körper realisiert: Ich muss aufs WC. Auch umgekehrt werden Signale gesendet. Etwa wenn gerade kein guter Zeitpunkt ist, um auf die Toilette zu gehen, oder kein stilles Örtchen in der Nähe ist. Wenn das Timing stimmt, gibt es das Okay, den Schliessmuskel der Harnröhre zu öffnen und den Urin laufen zu lassen.

Diese Kommunikation zwischen Gehirn und Blase könne jedoch gestört werden, wenn jemand zu häufig oder zu selten pinkle, erklärt die Physiotherapeutin Heba Shaheed in einem TED-Ed-Video: «Uriniert man regelmässig zu selten und dafür lang, gewöhnt sich das Gehirn daran und ignoriert künftig die ‹Die-Blase-ist-voll-Signale›», so die Expertin. Die Blase dehne sich immer weiter. Im schlimmsten Fall könne es zu einem Überlaufen der Blase kommen. Dass eine Blase platze, sei dagegen sehr unwahrscheinlich. Ein zu häufiges, kurzes Pinkeln könne dagegen zu einer überaktiven Blase führen.

Wie lange lässt du es jeweils laufen?

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