Kopfhaut Reinigung. Pflege: Dermatologin erklärt, wie es geht

Deine Kopfhaut verdient bei der Haarwäsche etwas mehr Aufmerksamkeit: Eine pflegende Massage tut ihr gut. 

Deine Kopfhaut verdient bei der Haarwäsche etwas mehr Aufmerksamkeit: Eine pflegende Massage tut ihr gut. 

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Dermatologin rätDarum solltest du deine Kopfhaut massieren

Früher wurde sie gern ignoriert, 2023 ist sie das Trendthema des Jahres: die Pflege und Reinigung der Kopfhaut. Wir haben mit einer Dermatologin geklärt, was du wissen musst.

von
Malin Mueller

70 Prozent mehr Pinterest-Suchanfragen nach Pflege für trockene Kopfhaut, 55 Prozent mehr Anfragen nach Massagetechniken für die Kopfhaut, und nach der Reinigung der Kopfhaut suchen 55 Prozent mehr Personen als im letzten Jahr: Das Beauty-Trendthema des Jahres steht fest.

Gut so – denn bisher lag der Fokus oft auf den Längen der Haare, wenn Spliss, brüchige Spitzen und Hitzeschäden bereits angerichtet waren. Wer an der Wurzel ansetzt, pflegt hingegen da, wo es noch hilft. Wie das geht, verrät Dr. med. Daniela Kleeman, Fachärztin FMH Dermatologie und Venerologie von die-haut.ch.

Über Dr. med. Daniela Kleeman

Frau Kleeman, unsere Kopfhaut ist auch Haut, bekommt aber im Gegensatz zum Gesicht allerhöchstens mal etwas Shampoo ab. Bräuchte sie mehr Pflege?

Nur, wenn sie bislang nicht beschwerdefrei ist. Wer keine Probleme hat, kann wie gewohnt weiterfahren. Melden sich aber Symptome wie Juckreiz, Rötungen, Schuppen oder schnell fettende Haare, lohnt es sich, sich mehr mit der Kopfhaut auseinanderzusetzen.

Wie pflegen Personen mit Schuppen ihre Kopfhaut ideal?

Personen, die zu Schuppen neigen, haben eine zu trockene Kopfhaut. Sie fahren gut mit milden, pH-hautneutralen Shampoos, die keine Duftstoffe enthalten – Babyshampoo ist zum Beispiel super. Auch die Wassertemperatur in der Dusche sollte angepasst werden: Lauwarmes Wasser trocknet weniger aus als heisses. Gleiches gilt für die Temperaturstufe vom Fön. Wichtig ist, dass man Schuppen durch trockene Haut nicht mit dem seborrhoischen Ekzem verwechselt. Dieses manifestiert sich ebenfalls durch Rötungen und Schuppen, entsteht aber, wenn die Kopfhaut eher zu viel Fett produziert. So siedeln sich vermehrt Hefepilze an.

Wie kann man die zwei unterscheiden?

Recht einfach: Fühlen sich die Haare und Kopfhaut trotz Schuppen schnell fettig an, ist es eher ein seborrhoisches Ekzem. Es juckt – im Gegensatz zur trockenen Kopfhaut – selten. Medizinische Shampoos können bei der Behandlung helfen. Stress verschlechtert die Symptome oft, sodass die Stressreduktion im Alltag ebenfalls eine gute Idee ist.

Und fettige Kopfhaut im Allgemeinen?

Auf sehr nährende, ölhaltige Shampoos sollte verzichtet werden, Spülungen mit Apfelessig können hingegen helfen. Sie regulieren den PH-Wert der Haut und vermindern so die Talgproduktion.

Wer gesunde Haare möchte, sollte bei der Kopfhaut ansetzen. 

Wer gesunde Haare möchte, sollte bei der Kopfhaut ansetzen. 

Pexels/Miriam Alonso

Wie gesund ist es für die Kopfhaut, die Haare nur sehr selten, etwa einmal pro Woche, zu waschen?

Bei sehr trockener Kopfhaut kann das funktionieren. Schnell fettende Kopfhaut-Typen sollten die Haare aber zwei- bis dreimal pro Woche waschen. Die Kopfhaut zuerst gut mit den Fingern massieren – so leeren sich die Talgdrüsen. Anschliessend entfernt eine gründliche Wäsche den überflüssigen Talg. Die Massage tut übrigens allen Kopfhaut-Typen gut. Allerdings sollte man, wenn man zu Schuppen neigt, die Haare nicht direkt im Anschluss waschen. Die Kopfhaut profitiert von der rückfettenden Wirkung der Massage.

Sind Tools, Tonics oder Peelings für die Kopfhaut dann also sinnvoll oder doch eher Geldmacherei?

Eine Kopfmassage regt die Durchblutung an und stellt so sicher, dass die Kopfhaut mit allen wichtigen Nährstoffen versorgt wird. Das ist nie schlecht – und genau auf diesen Effekt zielen ja auch Koffein-Shampoos und Tonics ab. Man kann mit den Fingern aber den gleichen Effekt erreichen, wie mit in der Drogerie frei erhältlichen Mitteln.

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