16.08.2020 08:37

Grow UpDarum solltest du die AGB lesen

Wohl kaum jemand liest die – meist klein gedruckten – allgemeinen Geschäftsbedingungen vor einem Vertragsabschluss. Ein kurzer Check kann sich aber dennoch lohnen.

von
Dominic Benz

Wir kennen sie vor allem als aufrufbare Liste beim Onlineshoppen oder von dem Herunterladen von Daten. Beim Kaufabschluss bestätigen wir mit einem Häkchen, dass wir mit den allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) einverstanden sind. Die meisten Menschen akzeptieren diese wohl, ohne sie wirklich zu lesen – geschweige denn irgendwelche Schlüsse daraus zu ziehen. Meist einfach deshalb, weil sie mühsam zu lesen sind.

Verständlich also, dass man sich die Mühe und Zeit spart und das Häkchen einfach anklickt. Ein paar Dinge solltest du aber dennoch beachten, da du im schlimmsten Fall unerwartete Zusatzkosten in Kauf nimmst.

Firmen sind gesetzlich dazu verpflichtet, dich ausdrücklich auf die AGB hinzuweisen, bevor du einen Vertragsabschluss tätigst. Mit dem heutigen Umfang und der Komplexität dieser Bedingungen ist es aber praktisch unmöglich, die Übersicht über die Rechte beider Vertragsparteien zu behalten. Grundsätzlich gilt aber: Sobald du das Häkchen setzt, gelten die AGB.

Preise findest du in AGB grundsätzlich nicht, jedoch Angaben darüber, ob in gewissen Fällen oder ab einem gewissen Zeitraum plötzlich Kosten für dich anfallen. Durchsuche daher die AGB kurz mit der Suchfunktion (Tastenkombination Ctrl. bzw. Cmd. + F) nach relevanten Begriffen, wie «Kündigung», «Kosten», «Rücksendung» oder «Laufzeit».

Bei länger bindenden Verträgen ist vor allem die Kündigungsfrist ausschlaggebend, und du solltest dich unbedingt über die Vertragsbedingungen informieren, da du dich mit dem Akzeptieren der AGB rechtlich in eine heikle Lage begibst, sobald du aus irgendwelchen Gründen aus dem Vertrag austreten möchtest.

Bei einer Internetbestellung oder einem App-Download kannst du aber meistens davon ausgehen, dass du nicht in die Irre geführt wirst, denn es gibt mitunter auch Fälle, in denen die AGB unwirksam werden, wenn sie eine unangemessene Benachteiligung des Verbrauchers hervorrufen oder mehrdeutig formuliert sind. Dies beinhaltet per Gesetz auch Klauseln, die so ungewöhnlich sind, dass man als Kunde nicht damit rechnet. Daher solltest du dich vor allem auch über Geld-zurück-Garantien informieren und bei den AGB genaustens auf den Wortlaut von Formulierungen achten.

Die Politik fordert seit längerem, dass Konsumenten besser geschützt werden und sich nicht durch seitenlange AGB durchlesen müssen, um sich abzusichern. Bis sich aber tatsächlich etwas ändert, ist deinerseits weiterhin eine gewisse Vorsicht geboten.

Schon Mitte 20, aber noch immer nicht wirklich im Erwachsenenleben angekommen? No need to panic! «Grow Up» beantwortet dir alles, was du spätestens mit 30 wissen musst. Seien es Fragen zur Karriere, zum Umgang mit Geld oder den Behörden: Hotel Mama war gestern. Sende deine Frage an grow.up@20minuten.ch.

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16 Kommentare
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Opa

17.08.2020, 16:44

AGB's nicht akzeptieren -> vergiss den Rest; und wenn du auf das Angebot angewiesen bist, dann hast du keine Wahl!

AGB Leser

17.08.2020, 14:45

Vor 3 Monaten: Ein Kunde hat sein Gerät zu uns in die reparatur gebracht. Für die Reparatur verlangte er eine Kostenvoranschlag (normal). Auf den Kostenvoranschlag sendete uns der Kunde einen schriftlichen Bestellauftrag (bei grösseren, international tätigen Firmen nichts neues). In dem Bestellauftrag stand dann aber, dass wir mit dem ausführen der Arbeit IHRE AGBs akzeptieren, zu finden auf Ihrer Homepage. Was soll ich sagen? Auf IHRE Hompage gegangen, IHRE AGBs runtergeladen, ausgedruckt und durchgelesen. Die 2h, die ich dafür aufwenden mussten, wurden zusätzlich zu je Fr. 140.-- verrechnet. :) (natürlich deklariert als "unvorhergesehenes") :) Verarschen kann ich mich selber ;-)

lustig

17.08.2020, 14:12

Ganz früher stand bei Apple drin, das der erstgeborene Sohn Apple gehört und man damit einverstanden ist, wenn man die AGBs akzeptiert. Kein Witz.