Falsche Herstellerangaben - Darum solltest du die Gewichtsfalle bei Wohnmobilen kennen
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Falsche HerstellerangabenDarum solltest du die Gewichtsfalle bei Wohnmobilen kennen

Wer vor der Abreise mit dem Wohnmobil nicht aufpasst, dem drohen an der Grenze saftige Bussen und das Ende der Reise. Hilfe könnte aus Brüssel kommen.

von
Fabian Pöschl
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Endstation Zoll: Wer nicht aufpasst, muss saftige Bussen fürs Wohnmobil bezahlen.

Endstation Zoll: Wer nicht aufpasst, muss saftige Bussen fürs Wohnmobil bezahlen.

Bodo Schackow/dpa-Zentralbild/dp
Denn Wohnwagen sind oft schwerer als vom Hersteller angegeben.

Denn Wohnwagen sind oft schwerer als vom Hersteller angegeben.

Stefan Sauer/dpa
Bei maximal 3,5 Tonnen Gewicht mit dem B-Fahrausweis bleibt oft nur noch wenig für die Nutzlast übrig.

Bei maximal 3,5 Tonnen Gewicht mit dem B-Fahrausweis bleibt oft nur noch wenig für die Nutzlast übrig.

Matthias Balk/dpa

Darum gehts

  • Wohnmobile sind oft schwerer als angegeben.

  • Am Zoll drohen deshalb saftige Bussen.

  • Expertinnen und Experten raten vor der Abreise in die Ferien zur Fahrt auf die Wiegestation.

Ferien im Wohnmobil sind derzeit extrem beliebt. Die Nachfrage ist so gross, dass es lange Lieferfristen und eine beschränkte Auswahl gibt. Doch wer Glück hat und sein gewünschtes Modell findet, sollte trotzdem genau hinschauen. Denn nach dem Kauf droht die Gewichtsfalle.

Die fahrenden Wohnzimmer sind unter anderem wegen Extras oft schwerer, als der Hersteller angibt, wie die «Sonntags-Zeitung» unter Berufung auf eine Auswertung des TCS schreibt. So kommt etwa das Modell Carthago C-Tourer T143 LE auf 3298 Kilo, 233 Kilo mehr als beim angegebenen Leergewicht.

Bis zu 5500 Franken Busse

Mit dem Fahrzeugausweis der Kategorie B für Personenwagen gilt ein Maximalgewicht von 3,5 Tonnen. Mit diesem Modell und Ausweis dürfte eine Familie also nur noch 202 Kilo laden (siehe Box). Sonst droht nicht nur eine erhöhte Unfallgefahr, sondern auch eine saftige Busse.

Das steht in den Werksangaben

Bei den Werksangaben machen die Hersteller Angaben zum Leergewicht des Wohnmobils inklusive eines Fahrers mit 75 Kilogramm, plus dem Gewicht eines vollen Tanks und 20 Liter Wasser sowie fest verbaute Ausrüstungen wie Klimaanlagen. Der TCS-Experte rät einer vierköpfigen Familie zu mindestens 400 Kilo Nutzlast.

In der Schweiz beträgt die Strafe 200 Franken, wenn das Gesamtgewicht von 3,5 Tonnen um 100 Kilo überschritten wird. In Deutschland sind es bis zu 250 Franken und in Italien zu 1870 Franken. Richtig teuer wird es in Österreich, wo es Bussen bis 5500 Franken gibt.

An Frankreichs Grenze droht gar das Ferienende, denn wer das Maximalgewicht um 5 Prozent übersteigt, dem untersagt die Polizei die Weiterreise. Experten raten deshalb vor der Abreise, das Fahrzeug zu wiegen. Der «Womoblog» zeigt eine Karte mit Stationen, bei denen sich das Wohnmobil wiegen lässt.

Gewichtsabweichungen bis 5 Prozent sind erlaubt

Hersteller weisen die Verantwortung in dem Bericht von sich. Alle Fahrzeuge würden den Vorschriften entsprechen, heisst es bei der Firma Hymer. Eine Abweichung des Gewichts um 5 Prozent sei in der EU erlaubt.

Hilfe könnte aus Brüssel kommen. Der deutsche Automobil-Club kämpft mit anderen Verbänden um eine Erweiterung des B-Ausweises für Wohnmobile bis 4,25 Tonnen. Die EU wertet derzeit die Ergebnisse aus. Die Schweiz könnte dies übernehmen. Allerdings gilt in der Schweiz ab 3,5 Tonnen auch die pauschale Schwerverkehrsabgabe.

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