Juckende Augen: So gefährlich ist es, ständig zu reiben

Was im Auge? Reiben solltest du nur im Notfall oder – besser – gar nicht. Eine Ärztin klärt über die Risiken auf.

Was im Auge? Reiben solltest du nur im Notfall oder – besser – gar nicht. Eine Ärztin klärt über die Risiken auf.

Pexels/Anfisa Eremina
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Ärztin warntDarum solltest du dir niemals die Augen reiben

Nach dem Aufstehen, am Nachmittag, wegen Staub oder einer Wimper: Reibst du dir ständig die Augen? Eine Expertin verrät, warum das eine richtig schlechte Angewohnheit ist. 

von
Malin Mueller

Menschen sind Gewohnheitstiere. Viele von uns wachen täglich zur gleichen Zeit auf, absolvieren regelmässige Workouts oder treffen jede Woche ihre beste Freundin zum Kaffee. Routinen und Gewohnheiten geben uns Struktur und ein gutes Gefühl.

Doch falls eine deiner Gewohnheiten ist, dir ständig die Augen zu reiben, solltest du doch darüber nachdenken, wie du sie loswerden kannst. Warum erklärt Dr. med. Mandana Péclard, Fachärztin FMH für Allgemeine und Innere Medizin mit Tätigkeitsschwerpunkt Dermatologie an der Zürcher Praxis am Paradeplatz.

Dr. med. Mandana Péclard ist Fachärztin FMH für Allgemeine und Innere Medizin mit Tätigkeitsschwerpunkt Dermatologie.

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Praxis am Paradeplatz

Deshalb jucken deine Augen

Allergien oder Hausstaub können deine Augen schon mal zum jucken bringen. Die Expertin weiss aber: «Die häufigste Ursache sind trockene Augen beziehungsweise zu wenig Tränenflüssigkeit.» Schuld daran sind unter anderem die Bildschirme und deren Blaulicht, dem wir täglich stundenlang ausgesetzt sind. «Dazu kommt die trockenere Luft im Winter und die mechanische Reibung bei Kontaktlinsenträgern. Und: Auch im Alter werden die Augen trockener.»

Weshalb jucken deine Augen ständig?

Diese Risiken birgt es, die Augen zu reiben

Warum man dem Druck, sich die Trockenheit quasi aus den Augen zu reiben, nicht nachgeben sollte, hat gleich mehrere Gründe:

1. Wimpern können brechen

«Wer regelmässig und aggressiv reibt, setzt seinen Wimpern zu», so Dr. med. Péclard. «Die Wimpern können brechen, ins Auge gelangen und so die Bindehaut verletzen.» Die Folge sind Rötungen oder sogar ernsthafte Entzündungen im Auge.

2. Falten entstehen

«Bei zu viel Reibung trocknet auf Dauer die Haut aus. Auf lange Sicht heisst das: Mehr und tiefere Falten entstehen.» Und das ist noch nicht alles: «Wer die Augen reibt und zusammenkneift, zieht dabei immer auch einen Muskel zusammen. Diese Bewegung führt mit der Zeit zu Krähenfüssen.»

3. Augenringe und Co.

«Mehrmals tägliches Reiben kann eine Abwehrreaktion der Haut hervorrufen», weiss die Expertin. «Wie das genau aussieht, unterscheidet sich von Person zu Person – Augenringe, dunkle Verfärbungen oder Rötungen sind möglich.»

Das sind die Alternativen

Keine rosige Aussichten also. Aber was tun, wenn es nun mal juckt? «Augentropfen oder künstliche Tränenflüssigkeit bekommt man in jeder Apotheke. Beides hilft sehr gut», rät Dr. med. Péclard. «Einige Mittel enthalten mittlerweile sogar Hyaluronsäure, sodass der feuchtigkeitsspendende Effekt besonders lange anhält.»

Auch warme, feuchte Kompressen können dem Auge dabei helfen, sich am Abend nach einem anstrengenden Tag zu erholen. Ist dein Problem eher ein geschwollenes Unterlid am Morgen, könnte ein Gesichtsroller eine Lösung sein: Er hilft dabei, Schwellungen zu lindern.

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So reibst du richtig

Das alles ist natürlich leichter gesagt, als getan – wir erinnern nochmal an die Macht der Gewohnheit. Wer es partout nicht lassen kann, seine Augen zu reiben, kann es mit dieser Technik schonender machen: «Das Auge schliessen und mit dem Finger sanft das geschlossene Augenlid massieren.» Die Ärztin fügt noch den wichtigsten Punkt von allen hinzu: «Unbedingt vorher die Hände gründlich waschen!»

Welche Angewohnheit würdest du gerne loswerden? Teile sie mit der Community!

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