21.11.2020 20:22

Notdurft verbotenDarum stehen in Basel jetzt solche Schilder in Parkanlagen

Mutmasslich rumänische Bettler verrichten ihre Notdurft oft in den Grünanlagen, wo sie sich auch aufhalten. Um sie davon abzuhalten, wurden in Basel an verschiedenen Orten nun Verbotsschilder angebracht.

von
Elodie Kolb

Verbotsschilder sollen rumänische Bettler davon abhalten, ihre Notdurft in Grünanlagen zu verrichten.

Elodie Kolb 

Darum gehts

  • Eine Leser-Reporterin bemerkte am Donnerstag ein kurioses Schild in Basel.

  • Diese verbieten laut Stadtgärtnerei das Verrichten der Notdurft in öffentlichen Grünanlagen.

  • Diese mussten angebracht werden, da sich die rumänischen Bettler vermehrt dort erleichtert hatten.

Am Donnerstag fiel einer Leser-Reporterin in Basel ein skurriles Verbotsschild auf. Dieses zeigt einen Menschen beim Verrichten seiner Notdurft. «Als ich das Schild gesehen habe, dachte ich, das muss ein Scherz sein», sagt sie auf Anfrage. Und sie habe sich gefragt, was es damit auf sich hat.

Yvonne Aellen vom Bau- und Verkehrsdepartement sorgt für Klarheit. Seit Mitte Oktober seien in der Stadt Schilder angebracht, die es verbieten, die Notdurft an den entsprechenden Stellen zu verrichten. Dies sei nötig gewesen, da das Departement festgestellt habe, dass die mutmasslich rumänischen Bettler, die sich in Grünanlagen aufhalten, sich auch vor Ort erleichtern. Seit das Bettelverbot diesen Sommer gelockert wurde, zeigen sich vermehrt ausländische Bettler-Gruppen in der Stadt.

Zurzeit Beschilderung an drei Orten

Aktuell seien an drei Orten Schilder im Einsatz. «Wir reagieren situativ und temporär, so kann die Anzahl laufend angepasst werden», so die Leiterin für den Grünflächenunterhalt. Gerade diese Woche sei ein neues Schild in der Dreirosenanlage angebracht worden. Daneben gibt es zurzeit Beschilderung bei der Elisabethenanlage und beim Bollwerk. «Die Schilder werden an Standorten aufgestellt, an denen wir Probleme mit unerlaubter Versäuberung haben», so Aellen.

Neben der Installation von Schildern sei auch das Gespräch mit den betreffenden Personen gesucht worden. Sie seien auf die kostenlosen, öffentlichen Toiletten hingewiesen worden. Laut Aellen sollen die Schilder die Verursacher zusätzlich zu richtigem Verhalten mahnen.

Toprak Yerguz vom Justiz- und Sicherheitsdepartement sagt auf Anfrage: «Die Kantonspolizei begleitete die zuständige Stadtgärtnerei schon mit Übersetzern für Ansprachen in den Parkanlagen und erklärte den Bettlern die geltenden Regeln. Wir ahnden Übertretungen, wenn wir sie feststellen und wir verzeigen Verdachtsfälle von bandenmässigem Betteln.»

Leichter Rückgang festgestellt

Wie Aellen sagt, ist «ein leichter Rückgang der Verschmutzung» feststellbar. Es sei allerdings schwierig zu beurteilen, ob das auf die Beschilderung oder die Gespräche zurückzuführen ist.

Die verschmutzten Standorte werden zurzeit regelmässig gereinigt «um unzumutbare Situationen für andere Parknutzende zu vermeiden». Falls sich die Situation nicht verbessert, soll laut Aellen erneut das Gespräch gesucht werden.

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342 Kommentare
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Gleiche Rechte

22.11.2020, 22:05

Statt Tafeln aufzustellen sollte man diese Leuten generell verbieten ihre Lager im Park aufzustellen.

Ferdo

22.11.2020, 16:36

Ich habe noch selten so eine peinliche Verbotstafel gesehen, die eine Stadt aufgestellt hat. Zuerst dachte ich, ob dies ein schlechter Witz sei. Haben sie nun das Gefühl, diese Verbotstafel bewirke etwas? Da pinkelt ja höchstens ein Hund dran...

Penelope

22.11.2020, 16:23

Ich dachte es gäbe in der Schweiz öffentliche WCs.