20.11.2020 17:55

Ansteckungsquelle unbekanntDarum steigen in Basel die Corona-Zahlen immer noch

Während die Infektionen schweizweit zurückgehen, steigen sie in Basel-Stadt seit zwei Wochen. Vorher sah es danach aus, als hätte der Kanton die Welle gebrochen. Was ist schiefgelaufen?

von
Lukas Hausendorf

Diese Massnahmen gelten in Basel ab dem 23. November bis voraussichtlich 13. Dezember.

20 Minuten/Lena Wilczek

Darum gehts

  • Noch vor zwei Wochen sah es danach aus, als hätte Basel die Trendwende erreicht.

  • Jetzt zeigt sich: Der Kanton mit der einst tiefsten Inzidenz ging zu sorglos in die zweite Welle.

  • Der Nachbarkanton Baselland weist nach wie vor eine tiefere Inzidenz aus und will seine Massnahmen nicht verschärfen.

Noch vor zwei Wochen standen die Zeichen auf Zuversicht. Mehrere Tage in Folge ging die Zahl der registrierten Corona-Neuinfektionen zurück. Basel-Stadt bildete da zusammen mit Baselland das Ende der Inzidenz-Rangliste der Kantone. Basel-Stadt führte schon früh die Maskenpflicht in Läden ein und war im Schnitt etwas strenger, als es der Bund vorgab. Doch nun ist der Vorsprung aufgebraucht.

Die Auslastung der Spitäler sei inzwischen besorgniserregend, hiess es am Freitag, als die Regierung die Verschärfung der Massnahmen kommunizierte. Restaurants bleiben bis am 13. Dezember geschlossen, ebenso Fitnessstudios, Casinos und Erotikbetriebe. Das war absehbar: Schon vor einer Woche klang Gesundheitsdirektor Lukas Engelberger erstmals alarmiert. Wenn die Fallzahlen nicht deutlich nach unten gehen würden, müssten die Massnahmen verschärft werden, sagte er damals.

Wieso die Fallzahlen in Basel munter weiter steigen, während andere Kantone die Kurve gebrochen haben, konnte der Gesundheitsdirektor am Freitagnachmittag nicht schlüssig erklären. Vielsagend ist aber, dass in weit mehr als der Hälfte der Fälle die Ansteckungsquelle unbekannt ist. Das Contact-Tracing kann sie nur noch gut in einem Drittel der Fälle bekannten oder vermuteten Quellen zuordnen. Demnach stecken sich die meisten in der Familie (43 Prozent), bei der Arbeit (16 Prozent) oder bei privaten Treffen (10 Prozent) an.

«Das Virus ist potenziell überall», sagte Engelberger. Und die Nachverfolgung ist im Blindflug. Die Ursache dafür liegt auf der Hand: Die Regeln waren zu lax, die Basler werden nun für ihre Sorglosigkeit bestraft.

Baselbiet will zuwarten

Im Nachbarkanton Baselland wartet man derweil zu und will die Massnahmen noch nicht verschärfen. Beizen bleiben also offen, ebenso Sporteinrichtungen. «Der Kanton hat die Basismassnahmen des Bundes bereits am 10. November mit einer generellen Maskenpflicht in Innenräumen und Einschränkungen für den Sport ergänzt», teilte die Regierung auf Anfrage mit. Vor einer weiteren Verschärfung sehe man deshalb ab.

Basel-Stadt konsultierte seinen Nachbarn vor den am Freitag beschlossenen Verschärfungen und wollte einen Alleingang vermeiden. «Föderalismus heisst, im entscheidenden Moment selbst Verantwortung zu übernehmen», kommentierte Engelberger trocken.

Die Lage im Baselbiet ist auch noch nicht so schlimm wie in Basel-Stadt. Die 14-Tage-Inzidenz lag am Freitag bei 579 Fällen, während sie im Stadtkanton auf 727 stieg. «Die Ausgangslage zwischen der Stadt und der Landschaft lässt sich nicht vergleichen», so die Regierung. Allerdings werde die Informations- und Kontrolltätigkeit kommende Woche ebenfalls intensiviert, um alle Bevölkerungsgruppen besser zu erreichen.

Um zu sehen, was auf dem Spiel steht, müssen die Baselbieter nur über die Kantonsgrenze blicken.

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482 Kommentare
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Rampass

21.11.2020, 19:52

Es sind die nun fehlenden Gitarrenkünste, die dem Regierungsrat fehlen.

Sisssch

21.11.2020, 19:27

Hauptsache sich beim einkaufen wie "migros und coop"wie die Ameisen auf ein haufen drängeln! Ich weis von was ich rede ! Den ich Arbeite dort und sehe das tag täglich

KantönliSprachenKackGeist

21.11.2020, 15:58

Ein Masterplan zwecks Eindämmung/Lösung der Coronapandemie besteht weltweit nur gering. Die Schweiz zeigt einmal mehr, dass diese nie grössere Krisen zu bewältigen hatte, deshalb diese Müssigkeit bei grossen Entscheiden. Ghadaffi hatte recht.