Aktualisiert 24.06.2019 07:55

Schleich-Werbung

Darum trug Marta diesen knalligen Lippenstift

Brasiliens Star macht Werbung für eine Kosmetik-Marke. Und könnte deswegen Probleme mit der Fifa bekommen.

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fra
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Gegen Frankreich hat sich Marta für ein sehr knalliges Rot entschieden. Das ist allerdings nicht allein ein modisches Statement. Marta ist Werbepartnerin einer Lippenstiftmarke.

Gegen Frankreich hat sich Marta für ein sehr knalliges Rot entschieden. Das ist allerdings nicht allein ein modisches Statement. Marta ist Werbepartnerin einer Lippenstiftmarke.

AP/Francisco Seco
Im dritten Gruppenspiel gegen Italien fiel Martas Lippenstift erstmals auf. Damals erklärte sie, sie habe Blutrot gewählt, «weil wir uns in diesem Spiel bis aufs Blut verteidigen mussten».

Im dritten Gruppenspiel gegen Italien fiel Martas Lippenstift erstmals auf. Damals erklärte sie, sie habe Blutrot gewählt, «weil wir uns in diesem Spiel bis aufs Blut verteidigen mussten».

AP/Francisco Seco
Marta erklärt, dass sie an jedem Spiel Lippenstift trage, bloss meist eine dezentere Töne. Und der Blick auf die Bilder aus der Partie gegen Australien zeigen: Auch hier hat Marta Farbe aufgetragen.

Marta erklärt, dass sie an jedem Spiel Lippenstift trage, bloss meist eine dezentere Töne. Und der Blick auf die Bilder aus der Partie gegen Australien zeigen: Auch hier hat Marta Farbe aufgetragen.

AP/Claude Paris

Fussballerinnen, die Lippenstift tragen. Darf man dazu überhaupt irgend etwas schreiben? Eigentlich nicht. Ausser bei Marta. Da muss man fast etwas schreiben.

Nicht, weil Brasiliens Star im WM-Achtelfinal gegen Frankreich ein sehr knalliges Rot aufgetragen hat. Sondern weil Marta mit dieser Signalfarbe hart bis an die Grenze zur Schleichwerbung ging. Wenn sie diese Grenze nicht sogar übertrat.

Marta macht nämlich neben dem Feld Werbung Kosmetikprodukte einer Firma, die ihren flüssigen Lippenstift dafür rühmt, dass er 16 Stunden halten soll. Was gäbe es da für eine bessere Plattform als ein weiblicher Fussballstar, der an einer Weltmeisterschaft während 90 Minuten oder mehr rennt und schwitzt, ohne dass der Lippenstift leidet?

Auch nach dem Spiel sitzt der Lippenstift bei Marta. Und die Rede noch mehr.

Die Fifa verbietet Schleichwerbung

Das erste Mal fiel Martas Lippenfarbe an dieser WM im letzten Gruppenspiel gegen Italien auf. Danach erklärte sie, sie habe Blutrot gewählt, weil «wir uns in diesem Spiel bis aufs Blut verteidigen mussten». Ausserdem trage sie «an jedem Spiel Lippenstift, bloss normalerweise keine so auffällige Farbe».

Gegen Frankreich griff sie dann zu einer noch etwas auffälligeren Farbe. Und könnte damit den Weltfussballverband Fifa in die Zwickmühle gebracht haben. Die Fifa verbietet nämlich jede Art von Schleichwerbung und ist normalerweise sehr schnell und sehr hart mit ihren Strafen.

Nur schon falsche Socken kamen WM-Teilnehmer 2018 teuer zu stehen. In Russland mussten die Engländer 70'000 Franken Busse bezahlen, weil sie beim Einlaufen Socken mit dem falschen Logo trugen. Dasselbe vergehen kostete Uruguay 50'000 und Schweden 42'500 Franken. Kroatien wurde zu 70'000 Franken Busse verurteilt, weil die Spieler auf dem Feld das falsche Getränk erhielten.

Und Marta? Bislang hat die Fifa sich nicht zum Weltstar geäussert. Und nun, da Brasilien ausgeschieden ist, könnte sich das Problem für die Marketing-Wachhunde auf eine fast elegante Art von alleine gelöst haben.

(fra/20 Minuten)

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