Fun Facts zur ISS – Darum urinieren Raumfahrer an einen Bus in Kasachstan
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Fun Facts zur ISSDarum urinieren Raumfahrer an einen Bus in Kasachstan

Träumst du auch davon, einmal im Leben in der Internationalen Raumstation zu sein? Wenn du diese Fakten darüber gelesen hast, überlegst du es dir vielleicht nochmal anders.

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Die ISS ist wohl das teuerste von Menschen gemachte Objekt. Sie kostete rund …

Die ISS ist wohl das teuerste von Menschen gemachte Objekt. Sie kostete rund …

REUTERS
… 100 bis 150 Milliarden US-Dollar. 

… 100 bis 150 Milliarden US-Dollar.

NASA/dpa
Der deutsche Astronaut Alexander Gerst: «Daran kann man Astronauten erkennen: Sie sitzen da mit zwei Stiften, einem Löffel und dem Kaffeebecher in der Hand, weil sie nicht gewohnt sind, dass sie etwas mal hinstellen können.» 

Der deutsche Astronaut Alexander Gerst: «Daran kann man Astronauten erkennen: Sie sitzen da mit zwei Stiften, einem Löffel und dem Kaffeebecher in der Hand, weil sie nicht gewohnt sind, dass sie etwas mal hinstellen können.»

imago images / Future Image

Darum gehts

  • Der Aufenthalt in der ISS mag für die Astronauten spektakulär sein, gemütlich ist er allerdings nicht.

  • Die ISS kostete ungefähr 100 bis 150 Milliarden US-Dollar.

  • Auf der ISS kann man bis zu 16 Sonnenuntergänge erleben.

Die Internationale Raumstation (ISS) kreist in etwa 400 Kilometern Flughöhe um die Erde. Der Aufenthalt in der ISS mag für die Astronautinnen und Astronauten spektakulär sein, gemütlich ist er allerdings nicht. Beim Guetzlibacken muss man ewig warten, Unterwäsche ist Mangelware und es müffelt mächtig. Eine Auswahl besonderer Fakten.

Nichts ist teurer als die ISS

Wusstest du, dass die ISS das wohl teuerste bisher von Menschenhand geschaffene Objekt ist? Nach Schätzungen sind weit über 100 bis 150 Milliarden US-Dollar in das Projekt geflossen. Die US-Raumfahrtagentur Nasa macht zwar keine Angaben dazu und auch die beteiligten Agenturen geben oft nur die Hardware-Kosten an – ohne die Ausgaben für Astronautinnen und Astronauten sowie andere Bereiche. Deutschland gab allerdings an, dass der Unterhalt der ISS derzeit etwa 160 Millionen Euro jährlich koste. Expertinnen und Experten schätzen die Gesamtkosten der Station auf bis zu sechs Milliarden Dollar pro Jahr.

Darum herrscht auf der ISS Schwerelosigkeit

Wusstest du, dass auf der ISS nicht wegen ihrer Flughöhe Schwerelosigkeit herrscht? Die Anziehungskraft der Erde ist in 400 Kilometern Höhe noch fast genauso gross wie auf der Erde. Der Grund für die Schwerelosigkeit an Bord ist, dass die ISS eigentlich nicht fliegt, sondern fällt – in einem grossen Kreis um die Erde herum.

In der ISS ist es laut und stinkig

Wusstest du, dass es auf der ISS nicht gut riecht und alles andere als still ist? «Das Lüftungssystem ist sehr laut», sagte der Astronaut Alexander Gerst einmal. Luftaustausch findet in der Schwerelosigkeit nur statt, wenn man ihn durch Ventilatoren herstellt – entsprechend viele gibt es in dem riesigen Gebilde. Hinzu kommen Pumpen, Kompressoren, Bordelektronik, Hardware. Damit ist es etwa so laut wie an einer stark befahrenen Strasse. Zum Geruch der ISS schrieb der frühere US-Astronaut Scott Kelly, der fast ein Jahr auf der ISS zubrachte, in seinem Buch «Endurance», dass es vor allem nach den Ausgasungen der Geräte rieche. Hinzu komme Körpergeruch und der des Abfalls. Obwohl man den Abfall hermetisch isoliere und ihn nur alle paar Monate entsorge. Der Weltraum wiederum rieche nach verbranntem Metall – ähnlich wie Wunderkerzen.

Auf der ISS verliert man dauernd Dinge

Wusstest du, dass einfache Dinge wie zum Beispiel ein Löffel auf der ISS gerne mal für Wochen oder gar für immer unauffindbar sind? In der Schwerelosigkeit geht nach Erzählungen von Astronauten sehr schnell etwas verloren, das eigentlich nur kurz «abgestellt» wurde. «Die Raumstation ist ja so voll mit Ausrüstung, das versteckt sich da irgendwo und zwei Tage später findet man’s», erzählte der deutsche Astronaut Alexander Gerst. «Bringt einen dann auch nicht mehr weiter, wenn es der Kaffee war.»

Auf der ISS vergeht die Zeit langsam

Wusstest du, dass die Zeit auf der ISS langsamer vergeht? Fachleute nennen den auf Einsteins Relativitätstheorie zurückgehenden Effekt Zwillingsparadoxon. Bei der ISS gibt es ein reales Beispiel: Der US-Astronaut Scott Kelly verbrachte fast ein ganzes Jahr auf der ISS, sein Zwillingsbruder blieb am Boden. Dem Gedankenexperiment zufolge durchlebte Scott Kelly bei seiner Bewegung durchs All Bruchteile von Sekunden weniger als sein Bruder Mark auf der Erde.

So findest du eine undichte Stelle auf der ISS

Wusstest du, dass man gefährliche Lecks in der Aussenhülle der ISS mit schwebenden Teebeuteln suchen kann? Letztes Jahr registrierten Astronautinnen und Astronauten eine undichte Stelle an einem Übergang zum Modul «Swesda». Um das Leck aufzuspüren, liessen sie einen Teebeutel los, der in der Schwerelosigkeit zu der undichten Stelle schwebte.

Darum urinieren Raumfahrer an einen Bus in Kasachstan

Wusstest du, dass Astronauten vor dem Start zur ISS gerne mal an einen Bus pullern, wenn sie von Kasachstan aus starten? Bevor Raumfahrerinnen und Raumfahrer dort in die Rakete klettern, zelebrieren sie Riten und Bräuche der russischen Raumfahrt – und dazu soll gehören, auf dem Weg zur Startrampe an den Reifen des Busses zu urinieren. Das geht angeblich auf den Raumfahrtpionier Juri Gagarin zurück, der demnach vor dem ersten Flug am russischen Weltraumbahnhof Baikonur in Zentralasien schnell noch Wasser lassen musste.

Darum sind ISS-Raumfahrer ständig verschnupft

Wusstest du, dass ISS-Raumfahrerinnen und -Raumfahrer ständig eine Schnupfennase haben? Auf der Erde fliesst die Flüssigkeit der Nasenschleimhäute meist unbemerkt und automatisch in den Rachen – nicht so in der Schwerelosigkeit. Zudem verlagert sich das Wasser in den Organen, die Nasenschleimhäute schwellen an. Betroffen ist übrigens nicht nur die Nase: Das ganze Gesicht ist aufgedunsen – die Beine hingegen sind dünner.

Aus Urin und Schweiss werden Kaffee

Wusstest du, dass Pipi von gestern auf der ISS zum Kaffee von heute wird? Weil es viel zu teuer wäre, regelmässig Wasser zur Raumstation zu schicken, müssen Astronauten und Kosmonautinnen aufbereitetes Wasser trinken – aus recyceltem Urin und Schweiss der Besatzung. Angeblich soll das Trinkwasser genauso schmecken wie auf der Erde.

Was tun, wenn einem Astronaut die Nase juckt?

Wusstest du, dass Astronautinnen und Astronauten einen Trick parat haben, wenn ihnen im Raumanzug beim Ausseneinsatz die Nase juckt? Sie nutzen das sogenannte Valsalva-Gerät, das vor allem dem Druckausgleich dient. Es handelt sich dabei um ein Schaumstoffgebilde, mit dem sich die Nasenlöcher verschliessen lassen – aber eben auch die Nase rubbeln lässt.

Ja, auch im Weltraum kann man (fast) ertrinken

Wusstest du, dass ein Mensch schon mal fast im Weltall ertrunken ist? Bei einem Ausseneinsatz des Italieners Luca Parmitano sammelte sich 2013 immer mehr Wasser in seinem Helm. Er konnte kaum noch sehen und hören, schaffte es aber noch knapp in die Station zurück.

«Alte Hasen schweben vertikal, Neulinge horizontal»

Wusstest du, dass Astronautinnen und Astronauten – anders als in vielen Filmen – meist nicht waagerecht, sondern senkrecht durch die Raumstation schweben? Seitlich durch die Station zu schweben sei viel angenehmer als mit dem Kopf voraus, erklärte der Astronaut Alexander Gerst. Die Erfahrung eines Astronauten könne man an seiner Bewegung ablesen. «Alte Hasen schweben vertikal, Neulinge horizontal.»

Auf dem Laufband trainieren – im Weltall

Wusstest du, dass ein Astronaut oder eine Astronautin beim Trainieren auf dem Laufband gern mal mehrere Zehntausend Kilometer vorankommt? Schliesslich ist die ISS mit einer Geschwindigkeit von 28’000 Kilometern pro Stunde unterwegs. «Gerade eben 16’300 km auf dem Laufband gelaufen (35 Min mit 28’000 km/h)», twittere der Astronaut Alexander Gerst im Oktober 2014 über das Training auf der ISS.

Im Weltall gibt es keine Waschmaschine

Wusstest du, dass Astronautinnen und Astronauten nur alle zwei bis drei Tage eine neue Unterhose anziehen? Socken, Hosen und T-Shirts tragen sie noch viel länger. Es gibt keine Weltraumwaschmaschine, ohnehin ist jeder Tropfen Wasser auf der ISS kostbar. Jedes Teil kann man also nur einmal tragen – deshalb ist Sparsamkeit beim Klamottenwechsel Pflicht.

«Nicht jede Sternschnuppe ist romantisch»

Wusstest du, dass verglühende Schlüpfer als Sternschnuppe am Nachthimmel zu sehen sein können? Sämtliche gebrauchte Wäsche wird zusammen mit anderem Müll sowie vakuumgetrockneten Fäkalien regelmässig in Kapseln verfrachtet, die zum Absturz gebracht werden und dabei verglühen. «Nicht jede Sternschnuppe ist romantisch», sagte Gernot Grömer vom Österreichischen Weltraum Forum (ÖWF) einmal.

Darum tragen Weltraumfahrerinnen und -fahrer Windeln

Wusstest du, dass auch volle Windeln Teil einer solchen Sternschnuppe sein können? Bei Weltraum-Ausflügen ziehen Astronautinnen und Astronauten unter dem Raumanzug eine besonders saugstarke Windel an – bei den oft viele Stunden dauernden Einsätzen ist ein Gang aufs Klo ausgeschlossen. Auch beim Flug zur ISS mit der Sojus tragen Astronauten und Kosmonautinnen eine Windel unterm Raumanzug, unter anderem wegen der Druckbelastung beim Start.

Wenn die Kaffeemaschine über eine Million kostet

Wusstest du, dass die wohl teuerste Kaffee-Portion der Welt auf der ISS serviert wurde? ISSpresso heisst das Gerät, das die italienische Astronautin Samantha Cristoforetti aufstellte und testete. Es gab dafür sogar eine speziell entwickelte Tasse. «Die Maschine hat mehr als eine Million Dollar verschlungen, die Zertifizierung für die Flugtauglichkeit und die Transportkosten eingerechnet; wir haben aber nur zehn Päckchen Espresso an Bord, sodass Samanthas Getränk eine äusserst teure Tasse Kaffee ist – durchaus einer historischen Erwähnung wert», schreibt der frühere US-Astronaut Scott Kelly in seinem Buch «Endurance».

Zwei Stunden, bis der Guetzli gebacken ist

Wusstest du, dass man auf der ISS schon Guetzli gebacken hat? Die Schokoladenguetzli im ISS-Backofen brauchten deutlich länger als auf der Erde – erst nach mehr als zwei Stunden entstand bei den Tests ein durchgebackenes Guezli. Es duftete wohl wunderbar, zum Essen waren die ersten fünf Guetzli der ISS aber nicht gedacht – an ihnen wurde auf der Erde weiter geforscht.

ISS-Crewmitglieder sind Versuchskaninchen

Wusstest du, dass jedes ISS-Crewmitglied nicht nur Versuche durchführt, sondern auch selbst Versuchskaninchen ist? Forschende wollen erkunden, welche gesundheitlichen Probleme bei Reisen in den Weltraum auftreten und wie sie zu behandeln sind. Typisch sind etwa Muskelschwund, Augenschäden und verringerte Knochendichte. Zudem haben ISS-Astronautinnen und -Astronauten eine Körpertemperatur von etwa 38 Grad, also eine Art Dauerfieber. Bei sportlicher Aktivität steigt die Temperatur sogar häufig auf mehr als 40 Grad, weil der Körper überschüssige Hitze in der Schwerelosigkeit kaum loswerden kann.

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(DPA/mur)

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