Babyboom – Darum verzeichneten 2021 so viele Berner Spitäler Geburtenrekorde
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Babyboom Darum verzeichneten 2021 so viele Berner Spitäler Geburtenrekorde

In mehreren Berner Spitälern kamen im letzten Jahr so viele Kinder zur Welt wie nie zuvor. Was sind die Gründe? Und welche Rolle spielte die Pandemie?

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Ob es zwischen den hohen Geburtenzahlen und Corona einen Zusammenhang gebe, sei derzeit ungewiss. 

Ob es zwischen den hohen Geburtenzahlen und Corona einen Zusammenhang gebe, sei derzeit ungewiss.

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Purzelnde Rekorde: In zahlreichen Berner Spitälern wurden 2021 so viele Kinder geboren wie nie zuvor.

Purzelnde Rekorde: In zahlreichen Berner Spitälern wurden 2021 so viele Kinder geboren wie nie zuvor.

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Das zwang die Spitäler zu personellen und räumlichen Anpassungen. 

Das zwang die Spitäler zu personellen und räumlichen Anpassungen.

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Darum gehts

  • Diverse Berner Spitäler haben im letzten Jahr Geburtenrekorde verzeichnet.

  • Das zwang sie zu personellen und räumlichen Anpassungen.

  • Ob es zwischen den hohen Geburtenzahlen und Corona einen Zusammenhang gebe, sei derzeit ungewiss.

In mehreren Berner Spitälern sind die Geburtenrekorde 2021 nur so gepurzelt. Mit 2307 geborenen Kindern erreichte die Frauenklinik des Inselspitals Bern den höchsten Stand seit fast einem halben Jahrhundert, wie die Insel Gruppe mitteilt. Auch im Spital Emmental kamen im vergangenen Jahr mit 825 so viele Kinder auf die Welt wie nie zuvor. Am Hirslanden Salem-Spital schliesslich erblickten 1250 Babys das Licht der Welt – ebenfalls ein Rekord.

Was sind die Gründe für den Babyboom? Daniel Lüscher, Direktor der Hirslanden Gruppe Bern, spricht von einem «generellen Trend zu mehr Kindern pro Familie und einem deutlichen Trend hin zu mehr hebammengeleiteten Geburten». Für den Standort Bern spiele zudem wohl die Schliessung der Gebärabteilung im Spital Münsingen eine Rolle. Des Weiteren führen die Spitäler auch die guten Betreuungsangebote sowie ihren guten Ruf als Gründe für die steigenden Geburtenzahlen ins Feld.

Einfluss von Corona ungewiss

Über den Einfluss der Corona-Pandemie auf die Geburtenzahlen können die Spitäler derzeit wenig sagen. Zwar habe die Frauenklinik des Inselspitals 2021 einen Geburtenanstieg um mehr als 15 Prozent im Vergleich zum Vorjahr verzeichnet, was dem grössten Anstieg innerhalb der letzten zehn Jahre entspreche, räumt Daniel Surbek, Chefarzt Geburtshilfe, ein. «Ob sich die steigende Geburtenzahl an unserer Klinik durch einen generellen Babyboom in der Schweiz als Folge der Pandemie erklären lässt, ist allerdings nicht sicher.» So gebe es Länder, in denen die Geburtenzahl im letzten Jahr deutlich rückläufig gewesen sei. Auch Daniel Lüscher hält fest: «Es dürfte derzeit noch kaum Evidenz bezüglich eines Zusammenhangs zwischen der Pandemie und den aktuellen Geburtenraten bestehen.»

Der starke Geburtsjahrgang zwang die Spitäler zu personellen und räumlichen Anpassungen. «Das Team wurde bereits personell verstärkt, die Infrastruktur räumlich angepasst und Projekte für die Zukunft initiiert», heisst es beim Spital Emmental auf Anfrage. An der Frauenklinik des Inselspitals wurden im Laufe des Jahres ebenfalls mehr Hebammen sowie Ärztinnen und Ärzte angestellt, um die gleiche Betreuungsqualität sicherstellen zu können. «Auch die Räumlichkeiten der Geburtsstation werden zur Zeit ausgebaut.» Am Salem-Spital sind weitere Ausbauprojekte geplant.

Andere Kantone melden auch Rekordzahlen

Nicht nur im Kanton Bern, sondern auch in anderen Kantonen wurden im vergangenen Jahr Geburtenrekorde verzeichnet. In der Geburtshilfe der Frauenklinik des Kantonspitals St. Gallen etwa kamen 2135 Kinder auf die Welt – so viele wie nie zuvor, wie das Spital auf Anfrage auf 20 Minuten mitteilt. Der Rekord habe sich bereits Ende November abgezeichnet. Mehr als 2000 Neugeborene in einem Jahr gab es am Kantonsspital zuletzt nur in den Babyboomer-Jahren 1963 und 1964. Auch im Kantonsspital Zug ist das 2021 neuer Rekordhalter, was die Zahl der Geburten anbelangt.

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