06.08.2018 07:45

FC Zürich

Darum verzichtet Magnin auf Stürmer Dwamena

Die Abwanderungsgelüste von Raphael Dwamena sind für Ludovic Magnin kein Problem. Trotzdem bleibt der FCZ-Stürmer vom Trainingsbetrieb ausgeschlossen.

von
E. Tedesco

FCZ-Trainer Ludovic Magnin über die Suspendierung von Raphael Dwamena und wie es mit dem Spieler weitergeht. (Video: 20 Minuten)

Transfers gehören für einen Schweizer Fussballtrainer in den Sommermonaten zum Geschäft. Die Super League ist eine Ausbildungsliga und ein geschätztes Sprungbrett in grössere Ligen. Diese Tatsache hat man hierzulande längst akzeptiert. Das heisst für einige Trainer aber nicht, dass sie alles mitmachen.

So hat YB-Trainer Gerardo Seoane Kassim Nuhu vor dem zweiten Saisonspiel gegen GC kurzerhand aus dem Aufgebot gestrichen, weil YB für den Innenverteidiger ein Angebot von Hoffenheim vorliegen hatte. Der Spieler könne sich nicht zu hundert Prozent auf seinen Job konzentrieren, so die Begründung des jungen YB-Trainers. Inzwischen ist der Ghanaer weg. YB soll um die 8 Millionen Euro kassiert haben. YB verpflichtete mit Mohamed Ali Camara (21, Guinea) einen Nachfolger.

Keine Spielchen mit Magnin

Schon vor dem Spitzenkampf am Sonntag in Bern war klar: Der FCZ verzichtet vorderhand auf die Dienste von Raphael Dwamena. Trainer Ludovic Magnin hat den Stürmer unter der Woche vom Trainingsbetrieb suspendiert und machte kein Geheimnis um die Sache. «Wir hätten ja auch ein Spielchen machen und sagen können, er sei verletzt», so Magnin. Das sei aber definitiv nicht der Fall.

Der 22-jährige Ghanaer hat Abwanderungsgelüste (Levante, Espanyol und ZSKA Moskau zeigen Interesse) und laut Magnin deshalb den Kopf nicht frei. Folglich fehlte der Spieler auch beim 0:4 in Bern. «Solange die Angelegenheit nicht geklärt ist, ist er nicht im Kader. Ich möchte mit der Mannschaft arbeiten, die mit dem Kopf bei der Sache ist.»

Wie lange zieht Magnin sein Ding durch? «Sobald wir Klarheit haben und er noch FCZ-Spieler ist, wird er sofort wieder zum Kandidaten für die Stammelf – und wenn nicht, hat sich das erledigt.» Zum aktuellen Stand der Dinge sagt Magnin: «Ich vertraue unseren Leuten und muss mich nicht auch noch einmischen. Wenn man in Bern unsere Defensive gesehen hat, weiss man, dass ich unter der Woche auch so genug Arbeit habe.»

Aus England ist die Gefahr bald vorbei

Das Transferfenster in den meisten europäischen Ländern ist noch bis 31. August geöffnet. Vielleicht müssen Magnin, Seoane und ihre SL-Trainerkollegen bis dahin noch weitere ähnliche Fälle lösen. YB hat für Kevin Mbabu Angebote auf dem Tisch. Djibril Sow gehört zu den begehrtesten Spielern im Meisterkader und Roger Assalé träumt von der Premier League. YB-Sportchef Christoph Spycher hat eine erste Deadline gesetzt. Wenige Tage vor dem Playoff zur Champions League will man bei YB Klarheit.

Marco Streller sagte zum Saisonstart: «Wir haben den Spielern, und Beratern gesagt, dass wir bis Ende der Vorbereitung unser Kader zusammenhalten wollen.» Laut dem FCB-Sportchef sei das gut aufgenommen worden. Zumindest in der Theorie. Die Praxis sieht oft anders aus, wenn ein verlockendes Angebot kommt.

Vielleicht aber hilft, dass die Premier League ihren Markt auf diese Saison hin früher schliesst. Nach dem 9. August um 23.59 Uhr können die englischen Clubs keine neuen Spieler mehr einkaufen. Dabei sind die Engländer in den letzten Jahren bekanntlich kurz, bevor das Transferfenster schloss, meist regelrecht in einen Kaufrausch verfallen. Zumindest von der finanzstärksten Liga Europas droht den Schweizer Clubs ab kommendem Freitag keine Gefahr mehr.

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