Erklärung: Darum war der Stromboli-Ausbruch so heftig
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ErklärungDarum war der Stromboli-Ausbruch so heftig

Bislang ein Toter und ein Schwerverletzter, ins Meer flüchtende Menschen und Brände: Der Vulkanausbruch war der stärkste seit Jahren.

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Am Mittwoch hat der Vulkan Stromboli eine Aschewolke und Gesteinsbrocken ausgestossen. (Video: Tamedia)

Am Mittwoch ist der italienische Vulkan Stromboli nach zwei heftigen Explosionen auf der Südseite des Kraters ausgebrochen. Zwar sind die Menschen der gleichnamigen Insel regelmässige Ausbrüche gewohnt, doch dieses Mal waren die Eruptionen stärker als sonst. Bei einer der beiden soll es sich laut Fachleuten vom Institut für Geophysik und Vulkanologie (INGV) um die stärkste Explosion seit Beginn der Aufzeichnungen gehandelt haben.

Bis zu zwei Kilometer hoch stand die Aschesäule laut den Behörden über der Insel. Zudem wurden grössere Mengen Magma ausgeworfen. Mindestens ein Toter ist dokumentiert. Es soll Panik ausgebrochen sein.

Was ist passiert?

Laut dem INGV brach Magma aus allen fünf bekannten Spalten am Gipfel des Stromboli aus. Anders als bei kleineren Eruptionen ging das vulkanische Material – Asche, Lava, Geröll – nicht nur auf der nordwestlichen Flanke, der Sciara del Fuoco (Strasse des Feuers) ab, sondern auch auf der westlichen Seite. Damit wurde ein grösseres Gebiet als sonst verwüstet.

Was hat dazu geführt?

Wie Stefano Branca vom INGV gegenüber Forbes.com sagte, hat eine Magmatasche die Eruption ausgelöst. Diese ist – anders als üblich – rasch aus grosser Tiefe aufgestiegen und so in Bereiche gelangt, in der es in der Folge zu einem schnellen Druckabfall und einer besonders massiven Entgasung kam. Dabei wurde das Material explosionsartig aus dem Schlot gerissen und mit grosser Kraft ausgeworfen.

Wusste man im Vorfeld von der Heftigkeit?

Nein, derartige Eruptionen lassen sich nur schwer vorhersagen, weil die üblichen Anzeichen fehlen oder erst kurz vorher auftreten. Normalerweise liegen die Magmakammern des Stromboli näher an der Oberfläche. Dadurch können sie sich ungehindert entleeren, sodass es zu keinem langfristigen Druckaufbau kommt.

Leser auf Stromboli

Zwei Explosionen im Vulkan Stromboli hat die Touristen und Einwohner von Stromboli Angst und Schrecken eingejagt. Auch ein Leser-Reporter war vor Ort.
(Video: Leser-Reporter)

So erlebten Schweizer den Vulkanausbruch. (Video: Leser-Reporter)

Warum hatten die Menschen Glück im Unglück?

Zwar rollten beim vergangenen Ausbruch immer wieder Gesteinsbrocken und Lava ins Meer. Aber die waren zu klein, um einen Tsunami auslösen. Dass die Gefahr besteht, zeigte ein Vorfall am 29. Dezember 2002. Damals riss während einer Eruption ein Teil des Vulkankegels ab, der ins Meer stürzte und so eine Flutwelle auslöste.

Kann es wieder dazu kommen?

Ja, aber nicht in naher Zukunft. Weil die für den Stromboli typischen oberflächlichen Magmakammern sich in der Regel selbst entleeren, geht das INGV nicht davon aus, dass sich eine derartige Explosion bald wiederholen wird. Laut dem Institut wird der Vulkan zu seiner üblichen Aktivität zurückkehren.

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Auf der italienischen Insel Stromboli hat es am 3. Juli 2019 eine gewaltsame Explosion gegeben.

Auf der italienischen Insel Stromboli hat es am 3. Juli 2019 eine gewaltsame Explosion gegeben.

Leser-Reporter
Der gleichnamige Vulkan hat eine riesige Aschewolke und Gesteinsbrocken ausgestossen.

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Leser-Reporter
Ein Wanderer kam bei der Explosion des Vulkans ums Leben, ein weiterer wurde verletzt.

Ein Wanderer kam bei der Explosion des Vulkans ums Leben, ein weiterer wurde verletzt.

AFP/Nicola Marchisio

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