Aktualisiert

Mangelnde BewegungDarum waren Dinosaurier so gross

Dinosaurier waren faule Tiere. Die mangelnde Bewegung der Pflanzenfresser unter ihnen führte dazu, dass die Tiere so gross wurden.

Die Energie, die ein Tier im Verhältnis zu seiner Masse verbraucht, bestimmt seine maximale Grösse, zeigten amerikanische Forscher. Wenn zwei Tiere gleichviel Energie zu sich nehmen, wird das Tier grösser, das seine Energie effizienter verwertet. Dazu haben die Forscher ein Modell entwickelt, das den Energieverbrauch von Dinosauriern mit jenem heute lebender Säugetiere und Reptilien vergleicht. Er verwendete dazu Daten aus einer Studie, in der der Energieumsatz freilebender Reptilien, Vögel und Säugetiere ermittelt wurde. Die Riesen verbrauchten nur rund ein Fünftel der Energie, die heute lebende Säugetiere derselben Masse verbrauchen. Sauropoden – vierbeinige pflanzenfressende Dinosaurier wie Brontosaurus – waren also vermutlich so gross, weil sie ihre Energie sehr effizient verwerten konnten.

Dinosaurier scheinen zwar einen geringeren Energieumsatz gehabt zu haben als Säugetiere, aber dennoch einen höheren als die meisten heute lebende Reptilien: Zumindest scheinen sie im Verhältnis zur Körpergrösse mehr als dreimal so viel Energie verbraucht zu haben als Eidechsen. Wenn Dinosaurier einen Energieumsatz gehabt hätten wie Eidechsen, wären sie vermutlich 330 Tonnen schwer gewesen. Schätzungen zufolge wogen die schwersten Dinosaurier bis zu 100 Tonnen. Dinosaurier scheinen also einen Energieumsatz gehabt zu haben, der zwischen demjenigen der meisten Reptilien und Säugetieren liegt.

Ausgestorbene Giganten wie Brontosaurus haben ihre Masse vermutlich dem grossen Nahrungsangebot und einer sehr effizienten Energieverwertung durch wenig Bewegung zu verdanken. Wie diese beiden Faktoren zusammenhängen, wird auch am Beispiel von Meeressäugern deutlich: Deren Energieumsatz ist rund zweimal so hoch wie der landlebender Säugetiere. Tiere wie Wale benötigen so viel Energie, um ihre Körpertemperatur konstant zu halten. Dass sie aber überhaupt so viel Energie zu sich nehmen können, ist wahrscheinlich auf das grosse Nahrungsangebot des Meeres zurückzuführen.

Stefanie Strauch, wissenschaft.de

Forschung um Brian McNab von der Universität von Florida Gainesville publiziert im Fachmagazin «PNAS» (doi:10.1073/pnas.0904000106).

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