Fingerabdruck und SMS-Code: Darum wird Online-Shopping komplizierter
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Fingerabdruck und SMS-CodeDarum wird Online-Shopping komplizierter

Neu müssen Online-Shopper in der EU ei­nen zwei­ten Si­cher­heitsfak­tor ein­ge­ben. Was Betrüger abschrecken soll, vergrault vor allem aber die Kunden.

von
miw
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Wer mit der Kre­dit­kar­te im Internet einkauft, muss künftig beim E-Shop ei­nen di­gi­ta­len Fin­ger­ab­druck oder ei­nen SMS-Code hinterlassen.

Wer mit der Kre­dit­kar­te im Internet einkauft, muss künftig beim E-Shop ei­nen di­gi­ta­len Fin­ger­ab­druck oder ei­nen SMS-Code hinterlassen.

Was Betrüger abschrecken soll, vergrault vor allem auch die Kunden.

Was Betrüger abschrecken soll, vergrault vor allem auch die Kunden.

Der Zah­lungs­dienst­leis­ter Stri­pe warnt in ei­ner Stu­die, bei ei­nem Fehl­start wür­den die On­line­händ­ler 57 Mil­li­ar­den Euro Um­satz im ers­ten Jahr ein­bü­ssen, weil Kun­den den Ein­kauf wegen der Verkomplizierung ab­brä­chen.

Der Zah­lungs­dienst­leis­ter Stri­pe warnt in ei­ner Stu­die, bei ei­nem Fehl­start wür­den die On­line­händ­ler 57 Mil­li­ar­den Euro Um­satz im ers­ten Jahr ein­bü­ssen, weil Kun­den den Ein­kauf wegen der Verkomplizierung ab­brä­chen.

Der wichtigste Grund, weshalb im Internet eingekauft wird, ist laut der E-Commerce-Studie 2018 der Y&R Group Switzerland die Convenience – also die Bequemlichkeit. Nun wird das Einkaufen im Web aber komplizierter. Die simple Eingabe eines Passworts im Onlineshop reicht in der EU aus Sicherheitsgründen nicht mehr aus.

Ab Mitte September müssen Webshopper dort ei­ne 2-Faktor-Authentifizierung durchlaufen. Der eigene di­gi­ta­le Fingerab­druck oder die Eingabe eines SMS-Codes wird neu von den Einkäufern, die mit Kreditkarte oder per Paypal bezahlen, verlangt. Fehlen diese zusätzlichen Informationen, hat die Bank die Zahlung strikt abzulehnen.

Massnahme gegen Betrüger – und Kunden

Was eigentlich Betrüger aus den E-Shops vertreiben soll, vergraut auch die Kunden. Weil diese wegen der Verkomplizierung den Einkauf vorzeitig ab­brä­chen, entginge dem Online-Handel der EU im kommenden Jahr 57 Milliarden Euro, schätzt die Zahlungsplattform ­Stripe. Auch seien die Online-Händler zu wenig auf diese Umstellung vorbereitet.

Auch Schweizer Shopper betroffen

Wie die «Sonntagszeitung» schreibt, werden auch Schweizer Kunden von der Anpassung der EU betroffen sein. Denn viele kleinere Onlinehändler würden wohl kaum ein Extra-Login für Nicht-EU-Kunden einrichten.

Auch liebäugeln Schweizer Händler mit der obligatorischen Einführung einer zusätzlichen Authentifizierung. «Wir beobachten die Einführung im EU-Raum und gehen momentan davon aus, dass wir früher oder später nachziehen werden», sagt etwa ein Brack-Sprecher gegenüber der «Sonntagszeitung».

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