Rückhalt von oben: Darum wird Risiko-Verstappen nicht bestraft
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Rückhalt von obenDarum wird Risiko-Verstappen nicht bestraft

Max Verstappen lotet die Grenzen an den F1-Rennen aus und kommt meist ungeschoren davon. Der Holländer hat Hilfe von oben.

von
hua
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Red-Bull-Pilot Max Verstappen ist für seine teilweise rücksichtslose Fahrweise bekannt. Trotzdem wird der Holländer nur selten bestraft.

Red-Bull-Pilot Max Verstappen ist für seine teilweise rücksichtslose Fahrweise bekannt. Trotzdem wird der Holländer nur selten bestraft.

AFP/Mark Thompson
Christian Danner, ehemaliger Rennfahrer und aktueller RTL-Experte (r., hier mit Formel-1-Chef Bernie Ecclestone) begründet das so: «Das Hauptproblem ist, dass die FIA es bis jetzt immer durchgehen liess.»

Christian Danner, ehemaliger Rennfahrer und aktueller RTL-Experte (r., hier mit Formel-1-Chef Bernie Ecclestone) begründet das so: «Das Hauptproblem ist, dass die FIA es bis jetzt immer durchgehen liess.»

AFP/Erwin Scheriau
Fakt ist, der 19-Jährige hat in Form von Ecclestone einen mächtigen Befürworter. Die beiden tauschen sich regelmässig vor den Rennen aus - so auch vor dem GP in Mexiko.

Fakt ist, der 19-Jährige hat in Form von Ecclestone einen mächtigen Befürworter. Die beiden tauschen sich regelmässig vor den Rennen aus - so auch vor dem GP in Mexiko.

AFP/Mark Thompson

Nein, gemeint ist nicht der liebe Gott oder ein allmächtiges Wesen. Nein, die Vorwürfe gehen gegen den Automobil-Weltverband FIA. Dieser soll bisher beinahe tatenlos zugesehen haben, wie der Holländer sich einen Fauxpas nach dem anderen leistete, ohne zu intervenieren, zitiert Sport1.de Christian Danner.

«Das Hauptproblem ist, dass die FIA es bis jetzt immer durchgehen liess», sagt der ehemalige Rennfahrer und aktuelle RTL-Experte. Klar ist, dass der 19-Jährige sich jeweils am Limit bewegt und die Grenzen auslotet. Und er hat in Form von Formel-1-Chef Bernie Ecclestone einen mächtigen Fürsprecher. Die beiden tauschen sich regelmässig vor den Rennen aus – so auch vor dem GP in Mexiko. Der 86-Jährige ist ein grosser Fan des Holländers.

Der F1-Chef will die Königsklasse des Rennsports wieder attraktiver für die Zuschauer machen und fordert deshalb mehr riskante Manöver in den Rennen, diese liefert ihm Verstappen frei Haus. Zudem kann der Jungspund perfekt vermarktet werden. Offenbar brachte er der Formel 1 bereits 500 Millionen Dollar ein, da er ein wichtiger Faktor beim Vertrag mit einem grossen holländischen Bierhersteller war.

«Du wirst noch einen umbringen»

In Mexiko wurde dem Red-Bull-Piloten ein erstes Mal eine Fünf-Sekunden-Strafe aufgebrummt, er fiel vom 3. auf den 5. Platz zurück. Da aber auch Kontrahent Sebastian Vettel bestraft wurde (mit zehn Sekunden), beendete Verstappen den GP auf Rang 4. «Fünf Sekunden ist die mildeste Strafe, die man ihm geben kann. Ich sage dir, der lernt da nichts dazu. Der braucht eine Rennsperre, sonst fährt er beim nächsten Rennen genauso weiter», sagte Experte Danner dazu.

«Ein Wiederholungstäter wie er muss jetzt einmal bestraft werden. Ich hätte ihm gleich zehn Sekunden aufgebrummt. Er ist ein Grosskopf. Er glaubt, er macht alles richtig. Es ist eine Arroganz, die ich nicht verstehe», wetterte F1-Legende Niki Lauda. Und Ex-Weltmeister Jacques Villeneuve fügte hinzu: «Für Verstappen ist es nur ein Videospiel. Er schiesst durch die Mitte wie eine Bowlingkugel und schaut, wie es ausgeht. Und der Höhepunkt ist: Er greift den Piloten an, der gerade um die WM kämpft.» Der Kanadier hatte bereits im September Verstappen den Gratistipp gegeben, «ein wenig runterzukommen. Du wirst noch einen umbringen.» Gebracht hat der Ratschlag bisher offenbar wenig.

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