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PhilippinenDarum wurde der Segler zur Mumie

Ein Deutscher sitzt vor den Philippinen tot in seiner Jacht. Die aktuellen Ermittlungsergebnisse.

von
kmo

Der Tod von Manfred Fritz B. gibt immer noch Rätsel auf. Philippinische Fischer hatten seinen mumifizierten Körper am Freitag in der arg ramponierten Fahrtenjacht Sayo entdeckt. Sie schleppten das Schiff Richtung Hafen von Barobo ab. Forensiker obduzierten die Leiche am Montag in Butuan City.

Die Philippiner fanden den Leichnam von B. am Kartentisch sitzend im Funkraum der «Sayo». Die Position lässt den Toten erschreckend lebensecht aussehen. Das liegt unter anderem daran, dass der Körper mumifiziert ist. Forensiker Mark Benecke erklärte der «Bild», wie es dazu kam: Demnach verhinderte die Leichenstarre, dass der Tote zu Boden rutschte. Das Fehlen von Insekten auf hoher See sowie die Hitze in diesen Breitengraden führten schliesslich zur Mumifizierung.

B. war ein erfahrener Segler

Laut dem Online-Magazin Segel-Reporter hatte die Jacht schwere Schlagseite, als sie entdeckt wurde. Zudem war der Mast gebrochen. Ein anderer deutscher Segler hatte B. im Jahr 2009 vor Mallorca getroffen. Er hält ihn für einen erfahrenen Segler und glaubt nicht, dass dieser in einen Sturm gefahren war. «Der Mast muss gebrochen sein, als Manfred schon tot war», sagte er zu «Bild».

Noch ist die Todesursache nicht geklärt. Einiges spricht aber für einen natürlichen Tod. Etwa die Position der Leiche: «So wie er am Tisch sitzt, ist es wahrscheinlich, dass er im harmlosesten Fall einen Herzinfarkt hatte», sagte Forensiker Benecke zu «Bild». Zudem haben die Ermittler keine Hinweise auf eine zweite Person an Bord gefunden, ebensowenig eine mögliche Tatwaffe.

B. war im Jahr 2008 mit seiner Frau Claudia zu einer Weltumsegelung aufgebrochen. 2010 starb Claudia vor Martinique, woran, ist nicht bekannt. Danach war B. allein unterwegs.

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