8400 statt 23’500 Franken - Darum zahlen Fitnesscenter weniger Miete als Uhrenhändler
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8400 statt 23’500 FrankenDarum zahlen Fitnesscenter weniger Miete als Uhrenhändler

Detailhändler zahlen unterschiedlich hohe Mieten. Je nach Branche und Lage steigen die Preise rasch an. Besonders die Luxusgüterindustrie ist bereit, sehr hohe Mieten für ihre Läden zu zahlen.

von
Barbara Scherer
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Der Mietzins für Fitnesscenter beträgt in Grosszentren im Schnitt 260 Franken pro Quadratmeter im Jahr. In der Agglomeration oder auf dem Land kostet der Quadratmeter durchschnittlich 160 Franken.

Der Mietzins für Fitnesscenter beträgt in Grosszentren im Schnitt 260 Franken pro Quadratmeter im Jahr. In der Agglomeration oder auf dem Land kostet der Quadratmeter durchschnittlich 160 Franken.

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Möbelhäuser zahlen in Städten 780 Franken für den Quadratmeter jährlich. Ausserhalb der Zentren kostet es im Schnitt nur 180 Franken.

Möbelhäuser zahlen in Städten 780 Franken für den Quadratmeter jährlich. Ausserhalb der Zentren kostet es im Schnitt nur 180 Franken.

20min/Michael Scherrer
Sportartikelhändlern kostet die Miete pro Quadratmeter im Zentrum durchschnittlich 560 Franken. Auf dem Land nur 230 Franken.

Sportartikelhändlern kostet die Miete pro Quadratmeter im Zentrum durchschnittlich 560 Franken. Auf dem Land nur 230 Franken.

20min/Marco Zangger

Darum gehts

  • Läden und Fitnesscenter mussten ihre Mieten auch im Shutdown voll bezahlen.

  • Dabei variieren die Mietpreise für Händler je nach Branche sehr stark.

  • Fitnesscenter und Möbelhändler zahlen viel weniger als Uhrenhändler und Parfümerien.

Unternehmer haben es in der Krise nicht leicht: Läden, Reisebüros und Fitnesscenter blieben im Shutdown geschlossen. Die Miete musste trotz Schliessung weiter bezahlt werden. Wie teuer das die Händler zu stehen kommt, variiert je nach Branche stark, wie das aktuelle Immo-Monitoring von Wüest Partner zeigt.

So fallen die Mietpreise für Fitnesscenter am günstigsten aus: Der Quadratmeter pro Jahr für Sportstudios kostet durchschnittlich 180 Franken. Uhren- und Schmuckhändler bezahlen hingegen mit 1000 Franken im Schnitt die höchsten Mietzinsen schweizweit.

Denn die Luxusgüterindustrie ist eher bereit für die teuersten und prestigeträchtigsten Standorte hohe Mieten zu zahlen. «Die Margen bei den Uhren- und Schmuckhändlern sind verhältnismässig hoch, weshalb sie sich die teuren Lagen leisten können», sagt Robert Weinert von Wüest Partner. Für sie sei aber auch besonders wichtig, an den Toplagen präsent zu sein.

23’500 Franken Miete im Monat

Die Preise für Ladenflächen unterscheiden sich auch stark nach Region. So kostet die Ladenmiete eines Uhrenhändlers mit durchschnittlich 110 Quadratmeter in der Stadt Zürich oder Genf pro Monat über 23’500 Franken. Ausserhalb der Grosszentren ist ein Schmuckgeschäft im Schnitt nur 90 Quadratmeter gross und kostet 6400 Franken monatlich.

Ein Fitnesscenter in einer Stadt ist im Durchschnitt 330 Quadratmeter gross und zahlt pro Monat rund 7200 Franken. Auf dem Land zahlen Sportstudios sogar bis zu 8400 Franken monatlich. Allerdings sind die Anlagen dort mit durchschnittlich 630 Quadratmetern um einiges grösser als in der Stadt.

Wie viel andere Branchen für einen Quadratmeter Ladenfläche jährlich zahlen, erfährst du in der Bildergalerie oben.

Darum ist das Fitness-Abo in der Stadt teurer

«Wie hoch eine Ladenmiete ausfällt, hängt von der Lage, der Grösse, den Passantenfrequenzen sowie der Beschäftigungs- und Bevölkerungsdichte ab», erklärt Weinert. Händler, die grosse Flächen benötigen, siedeln sich oft ausserhalb der hochpreisigen Zentrumslage an.

Das treffe unter anderem auf Fitnesscenter, grosse Möbelhäuser, Sportartikelläden und Supermärkte zu. Diese Branchen zahlen deshalb im Schnitt tiefere Mieten. Doch beeinflusst die Ladenmiete etwa auch die Preise im Laden? Das hängt laut Weinert vom Produkt ab.

Bei Waren mit fixen Herstellungskosten sei dies weniger der Fall. Doch bei Anbietern von Dienstleistungen sind die Preise laut Weinert eher abhängig vom Mietpreis: «Darum kann ein Abo fürs Fitnesscenter oder ein Haarschnitt in der Stadt teurer werden als auf dem Land.»

Ladenmieten werden sinken

Aufgrund der anhaltenden Krise ist die Zukunft vieler Detailhändler unsicher. Allerdings hat die Anzahl der Konkurse trotz Corona nicht zugenommen. Grund dafür sind die staatlichen Unterstützungsmassnahmen. «Einige leer stehende Flächen werden aber auch aufgrund der Krise derzeit nicht ausgeschrieben», so Weinert.

Allgemein schrumpfen die Einnahmen im stationären Detailhandel seit Jahren. Das setzt die Vermieter unter Druck, die Mieten nach unten anzupassen, um weitere Leerstände zu vermeiden. Wüest Partner geht darum davon aus, dass die Mieten um 2,7 Prozent sinken werden im laufenden Jahr.

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