13.08.2020 02:53

57’000 neue KundenkontosDarum zocken Schweizer jetzt online wie wild an der Börse

Die Onlinebank Swissquote hat seit der Corona-Pandemie so viele Handelskonten wie noch nie. Viele Leute hatten im Homeoffice wohl Zeit, sich mit dem Handel von Wertpapieren zu beschäftigen.

von
Barbara Scherer
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Viele Schweizer haben in der Krise begonnen Aktien, Obligationen und andere Wertpapiere zu handeln.

Viele Schweizer haben in der Krise begonnen Aktien, Obligationen und andere Wertpapiere zu handeln.

Foto: Keystone
So hat die Onlinebank Swissquote im ersten Halbjahr mehr als 57’000 neue Kundenkonten eröffnet.

So hat die Onlinebank Swissquote im ersten Halbjahr mehr als 57’000 neue Kundenkonten eröffnet.

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Damit verzeichnet die Bank neu 315’00 Handelskonten – das sind so viele wie noch nie.

Damit verzeichnet die Bank neu 315’00 Handelskonten – das sind so viele wie noch nie.

Foto: Keystone

Darum gehts

  • Schweizer haben in der Corona-Krise den Handel mit Aktien entdeckt.
  • So verzeichnet die Onlinebank Swissquote so viele Handelskontos wie noch nie.
  • Denn im Homeoffice hatten viele Schweizer Zeit, sich mit dem Aktienhandel zu beschäftigen.

In der Corona-Krise haben viele Schweizer den Onlinehandel für sich entdeckt – und das nicht nur fürs Shoppen: Aktien, Obligationen und andere Wertpapiere werden vermehrt online gehandelt. So hat die Onlinebank Swissquote über 57’000 neue Kundenkontos im ersten Halbjahr eröffnet.

Damit verzeichnet die Bank neu 315’000 Handelskonten – das sind so viele wie noch nie. Die Handelslust der Bevölkerung hat Swissquote drei Milliarden Franken neues Geld beschert. Zudem hat sich der Gewinn mit fünfzig Millionen Franken gegenüber 2019 verdoppelt.

Apple und Amazon-Aktien sind gefragt

Dass die Corona-Krise den Onlineaktienhandel angetrieben hat, bestätigt auch die Credit Suisse: «Im Juni 2020 hat die Anzahl der Onlinehandelsgeschäfte im Vergleich zum Januar um knapp 70 Prozent zugenommen», sagt ein Sprecher. Kunden würden am Onlinetrading festhalten, weil es unkompliziert und flexibel sei.

Den Trend spürt auch das VZ Vermögenszentrum: «Wir haben im letzten halben Jahr deutlich mehr Neukunden gewonnen», sagt Karl Flubacher, Geschäftsleiter Nordwest- und Westschweiz, zu 20 Minuten.

Zudem seien in der Krise mehr Aktivitäten festgestellt worden: «Es wurden fleissig Wertpapiere verkauft und gekauft.» Dabei setze der Grossteil der Händler auf Aktien von bekannten Schweizer Firmen wie Novartis. «Aber auch amerikanische Aktien wie Apple und Amazon waren gefragt», so Flubacher.

Aktien statt Zinsen auf der Bank

Grund für den neuen Trend könnte das Homeoffice sein: «Viele Schweizer arbeiteten zu Hause und hatten plötzlich mehr Zeit, sich mit Wertpapieren auseinanderzusetzen», erklärt Flubacher.

Allgemein steige das Interesse an Aktien seit einigen Jahren. Das liegt laut Flubacher daran, dass Bankkonten kaum Zinsen abwerfen. «Wertpapiere sind inzwischen fast die einzige Möglichkeit, sein Geld zu vermehren.»

Onlinebanken sind günstiger

Dass vermehrt Aktien online gehandelt werden seit der Krise, erstaunt Christoph Basten, Professor für Banking und Finanzen an der Universität Zürich, nicht. Weil im Lockdown alle Geschäfte zu waren, hat auch der Onlinehandel bei anderen Produkten zugenommen – so auch das Onlinetrading.

«Ein Teil der Kunden könnte nach der Umgewöhnung online bleiben», sagt Basten. Einige Leute würden ihre Wertpapiere aber sicher wieder über eine Bank handeln lassen. Denn wer wenig Erfahrung im Aktienhandel hat, erhält beim Onlinetrading kaum Hilfe. Dafür erheben Onlinebanken wie Swissquote weniger hohe Gebühren.

Grundregeln

So investierst du richtig in Aktien

Wer noch nie mit Wertpapieren gehandelt hat, muss laut Karl Flubacher vom Vermögenszentrum drei Grundregeln beachten:

1. Nie all sein Geld investieren. «Man sollte immer eine Reserve auf dem Konto halten, um dringende Rechnungen bezahlen zu können.»

2. Wertpapiere sollten nicht bei jeder Bewegung sofort verkauft werden. Denn Aktienkurse schwanken stark. «Wer investiert, muss also einen langen Atem haben und Aktien über mehrere Jahre halten können.»

3. Breit streuen. «Man sollte also nicht nur Aktien von einer Firma kaufen, sondern immer verschiedene Unternehmen und Branchen berücksichtigen. So ist das Risiko breiter verteilt, und man ist nicht abhängig von einer einzigen Aktie.»

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142 Kommentare
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Waver

14.08.2020, 22:25

An die Experten .... wie Hoch wäre die Fallhöhe bei solchen V Erholungen mit neuen ATH’s ohne Doppelboden ? Schreibt es in eures Testament für eure Kinder.

Dario

13.08.2020, 06:52

Krypto geht aktuell auch super ab. Würde aktuell Chainlink empfehlen. Es ist noch nicht zu spät um einzusteigen!

Daytrader

13.08.2020, 06:49

Apple 452 Dollar pro Aktie, Amazon über 3000 Dollar pro Aktie. Und ihr wollt mir sagen das diese Aktien meistegehandelt werden?