Aktualisiert 09.12.2007 12:30

Darwin-Mysterium: Fall gelöst

Das Schicksal des totgeglaubten «Kanu-Manns» ist durch seine Frau weitgehend aufgeklärt worden. Sie kehrte nach England zurück und wurde sofort festgenommen. Unglaublich wie auch banal ist das Ende dieser Geschichte.

Der 57-jährige John Darwin lebte drei Jahre lang versteckt im gemeinsamen Haus des Paars in der nordostenglischen Grafschaft Cleveland.

Das beichtete seine 55-jährige Ehefrau Anne Darwin Reportern der Zeitungen «Daily Mail» und «Daily Mirror». «Während praktisch jeder dachte, John werde vermisst und gelte als tot, lebte er zu Hause bei mir», sagte Anne Darwin den Journalisten in einem Hotel in Miami (US-Bundesstaat Florida).

Hauptziel des Betrugs sei gewesen, die Lebensversicherung des Ehemanns ausgezahlt zu bekommen. «Wir hatten damals viele Schulden, sie gingen in die Zehntausende. Er sagte, es gebe nur einen Ausweg, und der bestünde darin, seinen Tod vorzutäuschen.»

Von der Versicherungsprämie kaufte sich das Paar später in Panama eine Wohnung. Der Betrug flog durch ein Foto im Internet auf, das die beiden in dem südamerikanischen Land zeigte. Die Hauptschuld wies Anne Darwin ihrem Mann zu. Er habe gedroht, er werde sie als Mittäterin belasten, wenn sie das Geheimnis verrate.

Die Frau bestand darauf, dass sie anfangs unschuldig war. Sie habe nicht gewusst, dass ihr Mann im Frühjahr 2002 sein Verschwinden bei einer Kanufahrt auf der Nordsee nur vorgetäuscht habe. Er sei erst elf Monate später bei ihr aufgetaucht.

John Darwin wird seit Tagen von der Polizei vernommen. Er hatte sich am vergangenen Wochenende auf einem Revier gemeldet und wurde wenig später festgenommen. Den Beamten erklärte er, sich an nichts mehr erinnern zu können, was sich seit Juni 2000 in seinem Leben ereignet hat.

Die Ehefrau kehrte nun am Sonntagmorgen nach Grossbritannien zurück - nachdem sie ihre Beichte an die Medien verkauft hat. Dort wurde sie sofort von der Polizei festgenommen. Gegen Anne Darwin, die aus Atlanta kam, werde wegen Betrugsverdachts ermittelt, teilte die Polizei mit. Ihr 57-jähriger Mann John wurde am Samstag formell des Versicherungsbetrugs beschuldigt sowie der Lüge, um an einen falschen Pass zu kommen. Er sollte am Montag dem Haftrichter vorgeführt werden. (sda)

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