US-Open-Siegerin Emma Raducanu - Dieses 18-jährige Tennis-Wunder bricht reihenweise Rekorde
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US-Open-Siegerin Emma RaducanuDieses 18-jährige Tennis-Wunder bricht reihenweise Rekorde

Als erste Qualifikantin überhaupt gewinnt die Britin Emma Raducanu ein Grand-Slam-Turnier. Und das mit 18 Jahren – und ohne einen Satz verloren zu haben.

von
Adrian Hunziker
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Unglaublich! Emma Raducanu hat es geschafft: Die 18-Jährige gewinnt das US Open.

Unglaublich! Emma Raducanu hat es geschafft: Die 18-Jährige gewinnt das US Open.

Jo Becktold/CSM via ZUMA Wire/dpa
Stolz präsentiert die Britin ihre Trophäe. 

Stolz präsentiert die Britin ihre Trophäe.

AFP
Nach ihrem Triumph bedankte sie sich auch bei ihrem Team, das sie auf Instagram immer mal wieder präsentiert. 

Nach ihrem Triumph bedankte sie sich auch bei ihrem Team, das sie auf Instagram immer mal wieder präsentiert.

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Darum gehts

  • Emma Raducanu ist die Tennis-Überfliegerin des Jahres.

  • Die 18-Jährige gewann als Qualifikantin das US Open – ein Rekord.

  • Die Britin ist nach ihrem erst zweiten Grand-Slam-Turnier bereits die Tennis-Queen.

Es ist DAS Märchen des Sommers: Eine 18-jährige Britin, die vor 2021 beinahe unbekannt war, gewinnt das US Open in New York – inklusive Qualifikation und ohne einen einzigen Satz verloren zu haben. Emma Raducanu hat nicht nur die Tennis-Herzen in ihrer Heimat England und in Flushing Meadows erobert, sondern auf der ganzen Welt. Ein Teenager mit einem strahlenden Lächeln, wir stellen die Raketen-Aufsteigerin im Frauen-Tennis, die auf Instagram nach ihrem Erfolg bereits 1,1 Millionen Follower hat, vor.

Erfolgreicher Einstieg auf die Pro-Tour

In Wimbledon spielte die in Toronto geborene Britin, die mit zwei Jahren nach Grossbritannien kam, im Juli erstmals an einem Grand-Slam-Turnier. Als Weltnummer 338 wurde sie mit einer Wildcard ausgestattet, nur so konnte sie überhaupt am Major-Turnier teilnehmen. Die Tochter einer Chinesin und eines Rumänen spielte sich sogleich in den Achtelfinal, wo sie scheiterte. Raducanu verlor aber nicht etwa gegen die Australierin Ajla Tomljanovic, sie musste die Partie aufgeben, weil sie mit Atemnot kämpfte. Es wurde gewerweisst, ob sie die nervliche Belastung nicht aushielt. «Es scheint, als wäre es einfach zu viel geworden – was verständlich ist», sagte Tennis-Legende John McEnroe.

In New York wurde es Raducanu jedenfalls nie zu viel. Die Britin musste vor Turnierstart, ihres erst zweiten Grand-Slams der Karriere, als Weltnummer 150 durch die Qualifikation. Diese drei Runden überstand sie unbeschadet, ohne Satzverlust – genauso wie alle sieben Spiele bis zum Turniergewinn. Raducanu warf auf ihrem Sprint zum Titelgewinn auch zwei Schweizerinnen aus dem Turnier. In der ersten Runde war Stefanie Vögele chancenlos, wie auch Olympiasiegerin Belinda Bencic im Viertelfinal.

Sie bricht Rekorde en masse

Der Sieg in New York ist ein Triumph der Rekorde. Raducanu ist die erste Qualifikantin - auch bei den Männern gabs das noch nie - die einen Grand-Slam-Final erreichte. Logischerweise ist sie auch die Erste, die ein Major-Turnier gewinnt. Mit 18 ist Raducanu zudem die jüngste Siegerin seit 2004, damals gewann die Russin Maria Scharapowa Wimbledon mit 17. Das Duell mit Fernandez war auch der erste Major-Final zweier ungesetzter Spielerinnen. Zwei Teenagerinnen in einem Endspiel bei einem Grand Slam hatte es zuletzt 1999 gegeben, als Serena Williams gegen die Schweizerin Martina Hingis gewann.

Ausserdem ist Raducanu die erste Britin seit 44 Jahren, die ein Grand-Slam-Turnier gewinnen konnte. 1977 triumphierte Virginia Wade in Wimbledon. Die 18-jährige US-Open-Siegerin brauchte zudem nur zwei Major-Teilnahmen, um gleich einen Sieg einzufahren. Monica Seles und Bianca Andreescu hatten immerhin vier Anläufe gebraucht. Ach ja, dass Raducanu keinen einzigen Satz in zehn Spielen verloren hat, wurde ja bereits erwähnt. Dank des Triumphs in New York wird Raducanu am Montag in der Weltrangliste als neue Nummer 24 geführt.

Prominente Gratulanten

Eine Britin gewinnt das US Open – da darf eine Gratulantin nicht fehlen: Die Queen herself liess es sich nicht nehmen und wurde auf Twitter zitiert: «Ich habe keine Zweifel, dass Ihre aussergewöhnliche Leistung, und die Ihrer Gegnerin Leylah Fernandez, die nächsten Generationen von Tennisspielerinnen inspirieren wird.» Und weiter: «Ich gratuliere Ihnen zum Gewinn des US Open. Es ist eine bemerkenswerte Leistung in so jungen Jahren und ein Beweis für Ihre harte Arbeit und Ihr Engagement.»

Und auch Prinz William und Herzogin Kate meldeten sich via Twitter: «Herzliche Gratulation für Ihre beeindruckenden Leistungen und den historischen Grand-Slam-Sieg! Unglaublich – wir sind alle so stolz auf Sie.»

Und das sagt die strahlende Gewinnerin

18 Jahre alt und so abgeklärt auf dem Court – auch im Platzinterview. Das sagte Raducanu nach ihrem riesigen Erfolg: «Erstmal möchte ich Leylah gratulieren, ihr und ihrem Team. Sie hat unglaubliches Tennis gespielt. Es war keine einfache Partie, wir haben auf hohem Niveau gespielt. Ich hoffe, dass wir noch in vielen Turnieren gegeneinander spielen – und Finals. Was die drei Wochen betrifft, die ich in New York verbracht habe, möchte ich mich bei meinem Team bedanken und bei allen, die zuhause mitgeschaut haben. Und ich möchte mich bei allen hier in New York bedanken. Danke, dass ich mich wie zuhause fühlen konnte. Ich liebte es, vor euch zu spielen.»

Und zum krönenden Abschluss sagte die neue Tennis-Queen: «Es bedeutet mir so viel, das war immer mein Traum.» Dieser Traum könnte 2022 weitergehen, wenn Raducanu ihre starken Leistungen auch an anderen Turnieren abrufen kann. Man darf gespannt sein.

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