Eurokrise: Das 50-Rappen-Horrorszenario
Aktualisiert

EurokriseDas 50-Rappen-Horrorszenario

Nationalbank-Chef Hildebrand warnte den Gesamtbundesrat vor einem dramatischem Euro-Sturz. Dieser hätte für die Schweizer Exportindustrie verheerende Folgen.

Nationalbank-Präsident Philipp Hildebrand zeichnet ein düsteres Bild von der Euro-Zone.

Nationalbank-Präsident Philipp Hildebrand zeichnet ein düsteres Bild von der Euro-Zone.

Der Präsident des Nationalbank-Direktoriums, Philipp Hildebrand, zeichnete in einem vertraulichen Gespräch mit dem Gesamtbundesrat ein bedrohliches Szenario für den Fall, dass sich die Schuldenkrise in der EU ausweitet.

Dies berichtet die Zeitung «Der Sonntag» gestützt auf mehrere Quellen. Im schlimmsten Fall, so Hildebrand, drohten ein Absturz des Euro und eine Explosion des Schweizer Frankens – mit verheerenden Folgen für die Exportindustrie.

Hildebrand soll im Bundesrat sogar die Gefahr eines Absturzes des Euro auf 50 Rappen heraufbeschworen haben. Hildebrand forderte die Bundesräte eindringlich auf, dafür zu sorgen, dass das Parlament eine Kreditlinie von 16,5 Milliarden Franken für den Internationalen Währungsfonds (IWF) bewilligt.

Von Bundesräten «bearbeitet»

Das Geschäft ist zurzeit blockiert. Mehrere Parlamentarier bestätigen, dass sie danach von den Bundesräten «bearbeitet» worden seien. Christa Markwalder (FDP), Präsidentin der Aussenpolitischen Kommission: «Am Jahresgespräch mit Hildebrand wurde allen Bundesräten bewusst, wie ernst die Lage ist.»

Der Appell des Nationalbank-Präsidenten fand insbesondere bei Eveline Widmer-Schlumpf Gehör. Gemäss «Sonntag»-Recherchen zeigten sich auch Bundespräsidentin Doris Leuthard und Wirtschaftsminister Johann Schneider-Ammann sehr beunruhigt.

Auf Anfrage wollte sich Leuthard nicht zum 50-Rappen-Horrorszenario äussern, ausweichend sagt sie dem «Sonntag» bloss: «Die Eurozone ist im Bundesrat nicht zum ersten Mal ein Thema. Selbstverständlich verfolgen wir die Entwicklung.»

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