Lehrer-Dresscode: «Das Achselhaar sollte auf jeden Fall rasiert sein»
Aktualisiert

Lehrer-Dresscode«Das Achselhaar sollte auf jeden Fall rasiert sein»

Wollpulli, Birkenstock oder Miniröcke: Lehrer ziehen oft an, was ihnen gerade in die Finger kommt. In Kreuzlingen hat ein Stil-Experte den Pädagogen Nachhilfe gegeben.

von
nsa
1 / 7
Lehrer leisten sich im Klassenzimmer üble Modesünden. Die schlimmsten sehen Sie hier.

Lehrer leisten sich im Klassenzimmer üble Modesünden. Die schlimmsten sehen Sie hier.

kein Anbieter/Getty Images iStockphoto
Achselhaare
Achselhaare

Klar ein No-Go. «Die Zurschaustellung von Körperhaaren gehört sich nicht. Ärmellose Shirts sind kein ausreichendes Outfit», schreibt Jeroen van Rooijen.

kein Anbieter/Roxie Hunt/@howtohairgirl on Instagram
Der Anzug
Der Anzug

«Einfarbige Anzüge sind zu formell und nicht mehr dem Berufsbild entsprechend», schreibt Van Rooijen. Solche Kleider können die Lehrer also gerne auch den Bankern überlassen.

Keystone/Gaetan Bally

Bei «Dresscodes an Schweizer Schulen» werden viele wohl an Teenagermädchen denken, die ihre Hotpants unter einem langen T-Shirt verstecken müssen oder an Schüler, die wegen ihrer Militärhosen nach Hause geschickt werden. Weniger aber daran, dass eine solche Regelung auch für Lehrer gelten kann – obwohl diese ebenfalls nicht unbedingt für unfehlbaren Stil bekannt sind.

Wie die NZZ berichtet, hat nun die Schule Kreuzlingen ein Seminar unter dem Titel «Auftreten, wirken, begeistern» abgehalten. Dort haben knapp 300 Lehrerinnen und Lehrer zusammen mit einem Stilberater ein Kleidungskonzept ausgearbeitet, um ihre Schüler von nun an stilvoller zu betreuen.

Lehrer verwechseln Freizeit und Beruf

Ziel des Workshops sei es, die Schüler über ihre Lehrer in Stil zu unterrichten, sagt Jeroen van Rooijen, der den Workshop geleitet hat, zu 20 Minuten. «Sie schulen nicht nur den Geist unserer Zukunft, sondern auch deren ästhetisches Auge. Wird dieses nicht trainiert, so werden die Schüler nie lernen, selbst Stilgefühl zu entwickeln.»

Van Rooijen sieht die Begründung dafür in einem falschen Berufsselbstverständnis: «Lehrer verwechseln nicht selten Freizeit und Beruf und stehen in Klamotten vor der Klasse, die bestenfalls zum Rasenmähen zu Hause geeignet sind», sagt er.

«Manche sabotieren sich selbst»

Um eine klare Trennlinie zwischen Schülern und Lehrer zu ziehen, sei dies aber notwendig. «Manche tragen dasselbe wie ihre Schüler und sabotieren sich damit selbst. Lernerfolg braucht Respekt, und Respekt hat immer auch mit einer gewissen Distanz zu tun.»

Grundlos scheint die Kreuzlinger Stil-Offensive nicht zu sein. Sogar der oberste Schweizer Lehrer, Beat W. Zemp, hatte der NZZ einst gestanden, dass «die Gefahr übertriebener Eleganz bei Lehrpersonen ohnehin nicht gross ist».

Hat es denn nicht irgendwie auch auf eine schrullige Art Stil, wenn ein Mathe-Lehrer nur seinen einen Wollpulli hat? «Nein!», sagt Van Rooijen.

Sind Sie Lehrperson? Wir interessieren uns für Ihre Meinung zum Lehrer-Dresscode. Schreiben Sie uns Ihre Meinung unter dem Stichwort «Lehrerdresscode» an feedback@20minuten.ch

Deine Meinung