01.09.2020 12:24

Das Alfa-Romeo-Paradies liegt im Tessin

Axel Marx hat die weltweit grösste private Alfa-Romeo-Sammlung mit weit über 100 Autos. Wir besuchten den passionierten Fan und Sammler der italienischen Marke im Tessin.

von
Michael Lusk / A&W Verlag
1.9.2020

Wer mit Axel Marx über seine Alfa-Romeo-Sammlung spricht, merkt sofort, wie viel Herzblut der Wahltessiner für die italienische Marke hat. Obschon aus einer bekannten Kunstsammler-Familie stammend und selbst ein erfolgreicher Arzt für Gefässchirurgie, gilt seine wahre Leidenschaft seit Kindesbeinen nämlich Autos – und zwar jenen der Marke Alfa Romeo.

Alfa-Romeo-Leidenschaft im Blut

Kein Wunder: Schon als kleiner Knirps war Axel im Alfa Romeo unterwegs, wie ein Bild in der Ausstellungshalle bezeugt. «Wir fuhren damals auch mit einem Alfa 1900 Cabrio mit der ganzen Familie in die Ferien und haben damit ganz Europa unsicher gemacht», erinnert sich Marx beim Durchgang durch seine Kollektion zurück. Zu jedem der über 100 Autos kann er eine Anekdote oder längere Geschichte erzählen. Es seien vor allem die unter Sammlern wenig beachteten Modelle, die mich besonders faszinierten. Beispielsweise die sogenannten «Brasilien-Alfas». In den 1960er-Jahren baute die Fábrica Nacional de Motores (FNM) nämlich ebenfalls Alfa Romeo. Weil gerade diese ihn so faszinierten, lernte er in seiner Freizeit sogar Portugiesisch. «Nicht um eine Brasilianerin kennen zu lernen, sondern um vor Ort bei Händlern und auf Autofriedhöfen nach FNM-Modellen zu stöbern», wie Marx mit einem Schmunzeln erklärt.

Der Älteste: Der 6C 1500 von Axel Marx befindet sich noch im Originalzustand.

Michael Lusk
Der Seltenste: Nur viermal wurde der 2000 Sportiva gebaut – einer gehört seit 2018 Axel Marx.

Michael Lusk
Der Wichtigste: Der 6C 1750 gewann in den 1930ern die Mille Miglia, wurde insgesamt 440-mal produziert.

Michael Lusk

Bis in die 1920er-Jahre

Marx’ Sammlung reicht aber noch weiter zurück, die exklusiven Preziosen stehen in seiner privaten Garage und werden regelmässig bewegt. Auch das älteste Modell seiner Sammlung, ein Alfa Romeo 6C 1500 aus dem Jahr 1928. «Dieser befindet sich immer noch im Originalzustand, wurde nie restauriert. Er ist zuverlässig, aber zum Fahren speziell.» Ein bisschen eine Diva ist für ihn dafür der 6C 1750, der wohl wichtigste Vorkriegs-Alfa, welcher seiner Zeit alle grossen Rennen – unter anderem die Mille Miglia – gewann.

Noch exklusiver und vermutlich das teuerste Exemplar der Marx-Collection ist der 2000 Sportiva aus dem Jahr 1954, den Marx 2018 kaufte. «Nur vier Stück wurden davon gebaut. Für mich eines der drei Lieblingsautos von Alfa Romeo mit wegweisender Technik zur damaligen Zeit. Ein Traum, seit ich ein Junge bin», gerät Marx ins Schwärmen. Mindestens ebenso fest glänzen seine Augen, während wir an weiteren Highlights wie einem Zagato TZ, einem Coupé 6C 2500 Superleggera oder dem 8C Competizione mit der Fahrgestellnummer 001 vorbeischlendern. Nicht nur deshalb ein ganz besonderes Exemplar: Aufgrund seiner langjährigen Verbundenheit mit der Marke war Marx sogar in die Entwicklung eingebunden und prägte das Design massgeblich mit. Welches Auto ihm in seiner Sammlung noch fehle, wollen wir abschliessend wissen. «Der 8C Le Mans», kommt es wie aus der Pistole geschossen, «für mich der schönste Alfa Romeo aller Zeiten.» Was nicht ist, kann ja noch werden ...

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2 Kommentare
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M.P

02.09.2020, 12:07

Tolle Sammlung schöner Zeitvertreib

Nick Meier

01.09.2020, 10:27

Einfach nur unglaublich schöne Autos!