«Das andere Davos» in der Dampfzentrale
Aktualisiert

«Das andere Davos» in der Dampfzentrale

Die für den 22. Januar in Bern geplante WEF-kritische Veranstaltung «Das andere Davos» 2005 muss aus Sicherheitsgründen umziehen.

Statt wie geplant in einem Kulturzentrum in der Innenstadt findet das Forum in weniger zentral gelegenen Räumen statt.

«Das andere Davos» wird von attac (association pour une taxation des transactions financières pour l'aide aux citoyens et citoyennes) Schweiz organisiert. Die Aufforderung, den Anlass nicht in der Innenstadt durchzuführen, sei ein «präzedenzloser Vorfall», teilte attac Schweiz am Donnerstag in Bern den Medien mit.

Kurzfristiger Entscheid

Die Veranstalter verurteilen diese Verfügung «mit aller Kraft», wie sie schreiben. Die Verschiebung sei ein Zeichen, dass die Berner Stadtregierung «willens ist, das Recht auf freie Meinungsäusserung in der Innenstadt einzuschränken.

Doch aus Rücksicht auf die Teilnehmer werde das Angebot der Stadt akzeptiert, den Anlass in der Dampfzentrale durchzuführen, sagte Alessandro Pelizzari, Sekretär von attac Schweiz, vor den Medienvertretern. Verhandlungen über allfällige Entschädigungen seien noch im Gang.

Der Entscheid, das Forum zu verlegen, sei kurzfristig gefallen und unter den gegebenen Umständen die beste Lösung, sagte Katrien Reist vom Kulturzentrum «Progr», wo die Veranstaltung hätte stattfinden sollen, auf Anfrage. Die Sicherheit habe den Ausschlag gegeben.

Das «Progr» verfüge über viele Ein- und Ausgänge. Die Sicherheit für Forumsteilnehmer und Mieter hätte nur mit viel Aufwand gewährleistet werden können.

Von der Infrastruktur her sei die Dampfzentrale besser geeignet. Mit dem Entscheid der Berner Stadtbehörden, am 22. Januar eine Kundgebung auf dem Bundesplatz, aber keine Anti-WEF-Demonstration durch die Innenstadt zuzulassen, habe der Entscheid nichts zu tun.

Teilnehmer aus vier Kontinenten

«Das andere Davos» findet am Abend des 22. Januar statt. 300 bis 400 Teilnehmer werden erwartet. Intellektuelle aus vier Kontinenten diskutieren unter dem Titel «Deglobalisierung und Globalisierung von unten?» gemeinsam mit dem Publikum über alternative Modelle.

Hauptreferent ist der ugandische Ökonom Yash Tandon, Direktor der NGO Seatini und Leiter des South Centre in Genf. Laut Angaben von attac Schweiz wird die Veranstaltung von Gewerkschaften, Nichtregierungsorganisationen (NGO) und globalisierungskritischen Organisationen unterstützt.

(sda)

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