Gelson Fernandes: «Das Angebot von Rennes konnte ich nicht ablehnen»

Aktualisiert

Gelson Fernandes«Das Angebot von Rennes konnte ich nicht ablehnen»

Gelson Fernandes hat wieder einmal den Klub gewechselt. Sein neuer Arbeitgeber heisst Stade Rennais. 20 Minuten erreichte den Nati-Star in Frankreich am Hosentelefon.

von
Sandro Compagno

Gelson Fernandes, Stade Rennais ist Ihr neunter Klub in fünf Jahren. Nehmen Sie es mir nicht übel, aber Sie sind der Groundhopper unter den Fussball-Profis!

So ist das Leben. Ich zähle meine Stationen nicht, das macht ihr Journalisten. Neun Klubs in fünf Jahren klingt wirklich nach viel, aber hier in Rennes habe ich das Gefühl, den richtigen Ort für mich und meine Familie gefunden zu haben.

Trotzdem müssen Sie das erklären: Warum wechseln Sie nach nur einem Jahr in der Bundesliga schon wieder?

Stade Rennais ist ein sehr interessantes Projekt. Der Klub gehört zu vier Vereinen, die in den letzten 20 Jahren stets in der Ligue 1 dabei waren. Das ist kein kleiner Klub! Der Besitzer, der Trainer und der Sportchef wollen etwas erreichen, wollen zurück an die Spitze der Ligue 1. In der Bundesliga hätte ich wieder gegen den Abstieg gespielt, hier kann ich etwas erreichen. Und was sicher auch eine Rolle spielt: Ich bin jetzt 28 und ich habe hier einen Vierjahresvertrag unterschrieben.

Der SC Freiburg, namentlich Trainer Christian Streich, wollte Sie unbedingt halten.

Verstehen Sie mich nicht falsch: Ich wollte Freiburg nicht verlassen, ich habe nicht nach einem neuen Verein gesucht. Rennes kam auf mich zu, machte ein Angebot und kaufte mich aus meinem laufenden Vertrag beim SC Freiburg heraus. So einfach ist das. Ich weiss, dass Christian Streich mich halten wollte. Aber das Angebot von Rennes konnte ich nicht ablehnen. Ausserdem hat Freiburg für mich ja auch noch etwas Geld bekommen.

Hand aufs Herz: Sie standen gegen Ende der Bundesliga-Saison einige Male nicht in der Startelf. Das hat Ihnen nicht gepasst und darum sind Sie weg.

Das ist Unsinn! Ich gehe doch nicht wegen drei Spielen. Aber es ist schon so: Als ich nach einer Gelbsperre wieder spielberechtigt war, versuchte der Trainer etwas Neues und nahm mich aus dem Team. Das hat mich schon gestört, das gebe ich zu. Zumal wir vor meiner Sperre in Frankfurt sehr überzeugend 4:1 gewonnen hatten. Aber das war wirklich kein Grund, meine Sachen zu packen.

Im Packen haben Sie ja viel Erfahrung. Räumen Sie bei einem Umzug eigentlich alle Kartonschachteln aus?

(Lacht) Natürlich packe ich alle Sachen aus.

Welchen Einfluss hatten Ihre Frau und Ihre Tochter auf den Wechsel? Wollten sie wieder in den frankophonen Sprachraum?

Rennes kam auf mich zu und bemühte sich sehr um mich, das war der Auslöser. Aber natürlich treffe ich solche Entscheidungen mit meiner Familie.

Sie haben einen Vertrag bis 2018 unterschrieben. Ich traue mich fast nicht zu fragen, aber: Wollen Sie diesen erfüllen?

Ich denke schon, ich gehe davon aus. Es sei denn, Real Madrid kommt auf mich zu, dann überlege ich es mir nochmal (lacht).

Am Freitag startet die Saison in Frankreich, Sie sind mit Rennes am Sonntag gegen Lyon dran. Wie haben Sie sich vorbereitet?

Offen gestanden, bin ich noch nicht bei 100 Prozent. Zuerst war die WM in Brasilien, dann habe ich kurze Ferien gemacht. Im Training bin ich erst seit drei Wochen wieder. Ein bisschen Zeit brauche ich schon noch.

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