12.11.2020 04:49

In illegale Falle getappt«Das arme Tier muss furchtbar gelitten haben»

In Auggen (D) ist kürzlich ein Kater in eine Falle getappt und verlor dabei ein Bein. Sein Besitzer erzählt im Gespräch mit 20 Minuten von dem gefährlichen Erlebnis.

von
Lea Lozano
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Der Kater von Thomas Ebert fiel kürzlich einer Tellereisen-Falle zum Opfer, und ihm musste daraufhin ein Bein amputiert werden.

Der Kater von Thomas Ebert fiel kürzlich einer Tellereisen-Falle zum Opfer, und ihm musste daraufhin ein Bein amputiert werden.

Thomas Ebert
Der Tierarzt vermutet, dass sich in der Falle zudem ein Giftköder befand, da die Schnauze des Katers verätzt und vereitert war. 

Der Tierarzt vermutet, dass sich in der Falle zudem ein Giftköder befand, da die Schnauze des Katers verätzt und vereitert war.

Thomas Ebert
Da die Verletzung bereits mehrere Tage alt war, haben sich Maden darin angesammelt. «Das Tier muss furchtbar gelitten haben», erzählt der Besitzer. 

Da die Verletzung bereits mehrere Tage alt war, haben sich Maden darin angesammelt. «Das Tier muss furchtbar gelitten haben», erzählt der Besitzer.

Thomas Ebert

Darum gehts

  • In Auggen (D) ist ein Kater in eine Bärenfalle getappt. Das Bein musste amputiert werden.

  • Laut dem Besitzer würden in der Region vor allem Bauern solche Fallen aufstellen, um ihre Hühner vor Mardern zu schützen.

  • Laut der Polizei sind die Fallen jedoch verboten. Wer sie aufstellt, verstösst unter anderem gegen das Tierschutzgesetz.

Am Wochenende vom 30. Oktober erlebte die Familie von Thomas Ebert einen Schreck, als ihr Kater Nemo am Abend nicht mehr nach Hause kam. «Wir haben uns am ersten Tag nicht viel dabei gedacht, als er jedoch nach drei Tagen immer noch nicht zurück war, begannen wir uns Sorgen zu machen», erzählt Ebert im Gespräch mit 20 Minuten. Die Familie habe sich mehrmals auf die Suche nach dem Kater gemacht, jedoch ohne Erfolg.

Am Montag dem 2. November, habe eine Nachbarin den Kater schlussendlich in einer Rebe in der Nähe entdeckt. «Sie ist völlig aufgelöst zu mir gekommen und hat mir erzählt, dass sie meinen Kater mit einer Bärenfalle am Bein gefunden hat, als er sich mit letzten Kräften in Richtung Haus bewegte.»

Bein konnte nicht mehr gerettet werden

Die Nachbarin habe den Kater direkt zum Tierarzt gebracht. Da die Verletzung jedoch so schwer war, konnte dieser nichts mehr für ihn tun, und er wurde in die Tierklinik übergeben, wo sein Bein amputiert werden musste. «Das arme Tier muss furchtbar gelitten haben. Da die Verletzung bereits mehrere Tage alt war, haben sich schon Maden darin angesammelt», so Ebert.

Zudem seien Teile der Schnauze komplett verätzt und vereitert gewesen, weshalb der Tierarzt vermutet, dass sich in der Falle ein Giftköder befand. Der Kater befindet sich nun wieder zu Hause bei seiner Familie. Körperlich gehe es ihm langsam wieder besser, kopftechnisch sei aber etwas mit ihm passiert. «Er wirkt traumatisiert und legt ständig seine Ohren an, es ist, als ob eine dunkle Wolke über ihm schwebte. Er hatte definitiv mehr als nur einen Schutzengel», so Ebert.

Fallen sind trotz Verbot verbreitet

Laut Ebert würden vor allem Bauern solche Fallen aufstellen, um ihre Hühner vor Mardern zu schützen. In seiner Nachbarschaft seien bereits vermehrt Katzen in Fallen dieser Art getappt, eine sei dabei sogar gestorben. Die Fallen, die auch als Tellereisen bekannt sind, seien jedoch in Deutschland bereits jahrelang verboten. Die Polizei konnte den Vorfall auf Anfrage bestätigen. Der Fall werde nun wegen Verstosses gegen das Tierschutzgesetz und das Jagdgesetz weiterverfolgt.

Der Tierschutzverein Marktgräflerland teilte das Ereignis auf Facebook. «Ein Albtraum für alle Besitzer von Freigängerkatzen», schreibt eine Nutzerin. Viele berichten, dass ihre Haustiere auf ähnliche Weise verletzt wurden oder gar zu Tode kamen. «Auf diese Weise haben wir bereits drei Katzen im Verlauf von sechs Jahren verloren», beschreibt ein Nutzer ein Extrembeispiel.

Du weisst von einem Tier in Not?

Hier findest du Hilfe:

Tierrettungsdienst, Tel. 044 211 22 22

Polizei, Tel. 117 (bei Wildtieren)

Schweizerische Tiermeldezentrale, wenn ein Tier entlaufen/zugelaufen ist

Stiftung für das Tier im Recht, für rechtliche Fragen

Tierquälerei:

Meldung beim kantonalen Veterinäramt oder beim Tierschutz Schweiz (anonym möglich)

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20 Kommentare
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streuner

12.11.2020, 08:45

Meine Noe hat das gleiche erlebt. sie kam mit einem total kaputten Hinterlauf nach Hause, hat sich durch Katzentürchen und dann 2 Treppen hochgequält. Ich liess das Bein amputieren und mittlerweile klettert die sogar wieder auf Bäume. Dich der Anblick war furchtbar.

Anlegen

12.11.2020, 08:41

Wer einer Katze was antut, der legt sich mit mir an. Eine Katze überlegt doch nicht wie wir Menschen.

Desiree F

12.11.2020, 08:30

Alles gute dem Kleinen, hoffe er fühlt sich bald wieder besser...Auch wenn er dass sicher nie ganz vergisst😔