Reto Nause zum Polizei-Einsatz - «Das Aufgebot war angemessen - wir mussten die Stadt schützen»
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Reto Nause zum Polizei-Einsatz«Das Aufgebot war angemessen - wir mussten die Stadt schützen»

Die Muttenzerkurve kritisierte das «absurde Polizeiaufgebot» beim Fan-Aufmarsch in Bern. Sicherheitsdirektor Reto Nause verteidigt den Einsatz der Polizei.

FCB-Fans marschieren mit Pyros durch den Berner Hauptbahnhof.

20 Minuten

Darum gehts

Wie zufrieden sind Sie mit dem gestrigen Spiel?

Dazu kann ich nichts sagen. Ich habe das Spiel nur ausschnittsweise gesehen, ich war den ganzen Abend unterwegs, bis der Regelzug nach Basel aus dem Bahnhof Bern abgefahren ist.

Aber mit dem gestrigen Polizeieinsatz sind Sie zufrieden?

Ja, das kann man so sagen. Unter dem Strich hat die Polizeipräsenz dazu geführt, dass es zu keinen grösseren Vorkommnissen gekommen ist. Wir haben allerdings bei gewissen Anhaltungen Sturmhauben und Pyros festgestellt. Das deutet für mich ziemlich klar darauf hin, dass die FCB-Fans nicht nur in guter Absicht angereist sind.

Die Muttenzerkurve beklagt sich über ein «absurdes Polizeiaufgebot». Was sagen Sie dazu?

Es war ein adäquates Aufgebot. Wir mussten die Innenstadt schützen, wir mussten auf den Bahnhof Bern ein Auge haben und wir mussten am Stadion präsent sein. Das haben wir mit den notwendigen Mitteln gemacht.

Die Kapo Bern verfrachtet am Mittwochnachmittag FCB-Fans in den Zug.

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Hat der monatelange Ärger mit den Demos gegen die Corona-Schutzmassnahmen die Kapo kompromisslos werden lassen?

Nein, das hat miteinander nichts zu tun. Wir haben immer klar gesagt, die Anreise der Gästefans soll über den Bahnhof Wankdorf erfolgen. Es wird immer sehr heikel, wenn Gästefans in die Innenstadt wollen.

Die Ankündigung war, mitten in die Weihnachtsmärkte zu gehen. Das war beunruhigend. Der Aufmarsch war etwas, das wir nicht gewünscht und bestellt hatten. Es war der Aufruf der Fans und ihr Handeln, die dazu geführt haben, dass wir entsprechend präsent waren.

Es gibt Leute, die sagen, für den Einsatz gestern habe die Rechtsgrundlage gefehlt.

Die Rechtsgrundlage ist das Polizeigesetz des Kantons Bern. Angehalten und weggewiesen wurden primär Personen, die polizeilich einschlägig bekannt sind. Und wir haben ja nicht alle weggewiesen. Es hat einen Umzug vom Weihnachtsmarkt auf dem Waisenhausplatz zum Bahnhof gegeben.

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Reto Nause spricht mit 20 Minuten über den Polizeieinsatz vom Mittwoch.

Reto Nause spricht mit 20 Minuten über den Polizeieinsatz vom Mittwoch.

Tamedia / Adrian Moser
«Unter dem Strich hat die Polizeipräsenz dazu geführt, dass es zu keinen grösseren Vorkommnissen gekommen ist», sagt er.

«Unter dem Strich hat die Polizeipräsenz dazu geführt, dass es zu keinen grösseren Vorkommnissen gekommen ist», sagt er.

Tamedia / Adrian Moser

Aber es war ja keine Demonstration im eigentlichen Sinn.

Doch, natürlich. Denn ein unbewilligter «Fanwalk» im öffentlichen Raum unterscheidet sich faktisch nicht von einer Kundgebung. Man hat das ohne Absprachen mit den Behörden durchgezogen.

Wie sieht es bei künftigen YB-Heimspielen aus, wenn die Gästesektoren geschlossen bleiben? Gibt es jedes Mal so ein grosses Aufgebot?

Das wäre reine Spekulation. Dazu möchte ich nichts sagen.

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(ore)

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