Aktualisiert 28.02.2014 14:48

Lehrlingsausbildung

Das Ausland soll bei der Schweiz in die Stifti

Eine Lehre als Schreiner, Maurer oder Malerin: Was in der Schweiz ganz normal ist, kennt man in vielen Ländern nicht. Nun soll das Ausland zu uns in die Nachhilfe kommen.

von
jbu
Ein Schreinerlehrling bei der Arbeit: Dieses Bild soll bald auch in anderen Ländern gang und gäbe sein.

Ein Schreinerlehrling bei der Arbeit: Dieses Bild soll bald auch in anderen Ländern gang und gäbe sein.

Deutschland macht es vor – nun soll auch die Schweiz dem Ausland zeigen, wie eine Berufslehre funktioniert. Dalia Schipper, die Direktorin des Eidgenössischen Hochschulinstituts für Berufsbildung (EHB), will, dass die Schweiz dafür eigens ein neues Label schafft. Unter dem Namen Swiss Skilled sollen künftig auf der ganzen Welt Lehrlingsausbildner geschult und zertifiziert werden, wie der «Tages-Anzeiger» schreibt. Auch das Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation arbeitet zurzeit an einer Strategie, mit der das duale Berufsbildungssystem der Schweiz international bekannt gemacht werden soll.

Die entsprechende Nachfrage besteht bereits: Im letzten Jahr hat das EHB 23 ausländische Delegationen empfangen, um ihnen etwas über die schweizerische Berufslehre beizubringen. Unter den Interessenten waren Vertreter aus den USA, Schweden oder China. Auch aus Singapur kam eine Delegation, die sich mit Schweizer Experten austauschte. Denn obwohl der Stadtstaat viele hoch qualifizierte Einwohner hat, bekundet er Mühe damit, praktisch ausgebildete Arbeiter für die Industrie zu finden. Ein weiteres Beispiel ist das afrikanische Land Gabun: Es schickt seit drei Jahren auf eigene Kosten Holzfachleute in die Schweiz, damit sie lernen, wie sie zu Hause eigene Lehrlinge ausbilden können.

Zur grossen Nachfrage aus aller Welt hat massgeblich ein Bericht beigetragen, den die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) im Jahr 2011 veröffentlich hat: Darin lobte sie die das duale Berufsbildungssystem der Schweiz. Einen noch besseren Ruf geniesst international aber die Berufslehre in Deutschland. Unsere Nachbarn haben erst diesen Monat das Label Govet geschaffen, unter dem sie ihr Berufsbildungssystem in der ganzen Welt vermarkten. «Die Schweiz könnte bei der Vermarktung durchaus von Deutschland lernen», sagt deshalb auch Ursula Renold, die ehemalige Leiterin des Bundesamts für Berufsbildung und Technologie.

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