Aktualisiert 09.12.2008 08:05

Ylenias Mörder-Bus«Das Auto kann ja nichts dafür»

Bis Montagnachmittag wurde der Bus, in dem Urs Hans von Aesch die kleine Ylenia entführte, auf Ricardo angeboten. Inzwischen hat die Auktionsplattform reagiert und das Angebot entfernt. Die Verkäuferin, von Aeschs Schwester, reagierte überrascht.

von
Annette Hirschberg

Die Bilder vom weissen Kastenwagen brannten sich vor über einem Jahr in die Köpfe vieler Schweizerinnen und Schweizer. Jetzt hat der Renault Traffic von Urs Hans von Aesch erneut für Wirbel gesorgt. Die Schwester von Vreni von Aesch, Charlotte S., wollte den Bus mit der tragischen Geschichte auf ricardo.ch loswerden.

«Es wäre dumm, ihn einfach zu verschrotten»

Charlotte S. begründete gegenüber 20 Minuten Online den Verkauf mit der Fahrtüchtigkeit des Wagens. «Es wäre dumm, ihn einfach zu verschrotten.» Auf die Frage, ob sie keine moralischen Bedenken gehabt habe, sagte Charlotte S.: «Das Auto kann ja nichts dafür was geschehen ist.» Zur Frage, ob Charlotte S. die Käufer über die unrühmliche Geschichte des Wagens aufgeklärt hätte, gab sie keine Auskunft.

«Verbotene oder unethische Produkte werden gelöscht»

Die Frage erübrigt sich mittlerweile: Nach der Enthüllung von 20 Minuten Online wurde das Angebot auf der Plattform umgehend gelöscht (siehe Infobox). «Wir wollen auf unserer Plattform keine Ware haben, die in Verbrechen verwickelt war», sagt Mediensprecherin Barbara Zimmermann. «Verbotene oder wie hier unethische Produkte werden grundsätzlich gelöscht», sagt Zimmermann weiter.

Der Onkel von Ylenia zeigte sich gegenüber 20 Minuten Online darüber erleichtert. «Das ist für mich so in Ordnung», sagte Philipp Lenhart. Ihn hätte es gestört, wenn das Auto zum «Kultobjekt» geworden wäre und damit Missbrauch betrieben worden wäre.

Stellungnahme von Ricardo

Sehr geehrte 20-Minuten-Online-Redaktion

Gerne teile ich Ihnen mit, dass wir das von Ihnen beschriebene Angebot soeben geprüft und von unserer Plattform gelöscht haben. Leider ist es uns nicht möglich, bei all von den Verkäufern auf unserer Seite publizierten Artikeln die Hintergründe genau zu kennen, deshalb sind wir ja auch immer für Hinweise von aussen dankbar! Wie in diesem Fall hier sind wir jedoch immer bereit, sofort zu handeln, wenn wir verbotene oder wie hier „unethische“ Produkte auf der Seite finden.

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