Bern dementiert TodesfallHeftige Kritik an BAG nach neuerlicher Falschmeldung
Ein unter 30-jähriger Mann aus Bern soll am Coronavirus gestorben sein, meldete der Bund am Freitag. Der Kanton Bern dementiert. Die Reaktionen auf die neuerliche Falschmeldung sind heftig.
- von
- Konstantin Furrer
Stefan Kuster vom BAG sprach am Freitag von einem «tragischen Fall». Später stellte sich heraus, dass der angeblich Verstorbene noch lebt.
Darum gehts
- Am Freitag wurde der Tod eines unter 30-jährigen Covid-19-Patienten gemeldet.
- Am Abend dementierte der Kanton Bern dies jedoch.
- Auf Twitter fallen die Reaktionen heftig aus.
Erstmals soll in der Schweiz eine Person unter 30 Jahren am Coronavirus gestorben sein, wurde am Freitag vermeldet. Das BAG sprach vor den Bundeshausmedien von einem «tragischen Fall». Stefan Kuster bezeichnete den Verstorbenen als einen «gesunden jungen Mann». Doch am Abend dementierte der Kanton Bern den Fall plötzlich.
Die Gesundheits-, Sozial- und Integrationsdirektion des Kantons Bern schrieb in einer Medienmitteilung, es handle sich um eine «Fehlinformation». Diese sei erfolgt aufgrund von Unklarheiten der klinischen Meldung einer Person, die sich in Isolation befinde und keine schweren Covid-19-Symptome habe. Es sei vom Kanton Bern keine Todesfallmeldung an das Bundesamt für Gesundheit (BAG) gesandt worden.
Es ist nicht die erste Kommunikationspanne beim BAG. Unter anderem vermeldete das BAG im Mai via Twitter eine falsche Zahl bei Neuinfektionen. Im April wurde der Tod eines 9-jährigen Mädchens vermeldet, tatsächlich war das Todesopfer aber 109 Jahre alt.
Die Häufung der Pannen in den letzten Monaten sorgt für Kopfschütteln. Nach der neuerlichen Falschmeldung am Freitag fordern mehrere Personen in den sozialen Medien personelle Konsequenzen. «Jetzt müssen Köpfe rollen», schreibt der SVP-Kantonsrat Claudio Schmid auf Twitter. Joël Thüring, Grossrat des Kantons Basel-Stadt, bezeichnet das BAG als «unfähigstes Amt auf Erden» und fordert Bundesrat Alain Berset zum Handeln auf.
FDP-Nationalrat Marcel Dobler fordert einen «glaubwürdigen Reset bei der Qualitätssicherung». Er warnt davor, die Glaubwürdigkeit und Vertrauen bei der Bevölkerung zu verspielen.
Auch der Komiker Mike Müller kann sich ein Seitenhieb gegen das BAG nicht verkneifen. So schreibt er: «Erneute Richtigstellung durch @BAG_OFSP_UFSP: Fax-Anschluss vertauscht +++ heutige Corona-Zahlen sind gemeldete Zeckenbisse +++ Bill Gates kontrolliert den Markt für Kochsalzlösungen +++ bis Ende Jahr Gratisimpfungen mit Wasser aus dem Marzilibad»