Aktualisiert 12.03.2020 14:27

Corona-Notstand

Das könnte bald auf uns zukommen

Die drastischen Massnahmen, die das Tessin gegen das Coronavirus ergreift, drohen auch der Restschweiz. Das bedeuten sie.

von
daw
1 / 50
12. März: Beim Bundesrat ist eine neue Verordnung in der Planung, die eine Grundlage für Einreiseverbote und strengere Kontrollen an den Grenzübertritten zu Italien schafft. Das würde heissen, dass Italiener nur noch in die Schweiz kommen dürfen, wenn sie über eine Grenzgängerbewilligung verfügen.

12. März: Beim Bundesrat ist eine neue Verordnung in der Planung, die eine Grundlage für Einreiseverbote und strengere Kontrollen an den Grenzübertritten zu Italien schafft. Das würde heissen, dass Italiener nur noch in die Schweiz kommen dürfen, wenn sie über eine Grenzgängerbewilligung verfügen.

Davide Agosta
11. März: Grenzwächter machen den Grenzübergang in San Pietro di Stabio dicht.

11. März: Grenzwächter machen den Grenzübergang in San Pietro di Stabio dicht.

Davide Agosta
Insgesamt wurden neun Grenzübergänge zu Italien geschlossen.

Insgesamt wurden neun Grenzübergänge zu Italien geschlossen.

Davide Agosta

Seit Mitternacht steht im Tessin das öffentliche Leben still. Die Regierung hat den Notstand bis am 29. März ausgerufen und mit einem Dekret drastische Massnahmen verfügt. Sie sollen die Ausbreitung des Coronavirus bremsen.

Einen gesamtschweizerischen Notstand wird es vorerst aber nicht geben. Das Bundesamt für Gesundheit teilte am Donnerstag auf Twitter mit: «Von einem gesamtschweizerischen Notstand war und ist nicht die Rede.» Damit bleibt es den Kantonen überlassen, den Notstand auszurufen. Die BAG schreibt weiter auf Twitter, es halte die vom Kanton Tessin beschlossenen Massnahmen für sinnvoll und geht davon aus, dass auch weitere Kanton solche Massnahmen anwenden werden.

Welche Kantone nun auch den Notstand ausrufen werden, ist offen. Doch welche Massnahmen kommen jetzt voraussichtlich auf uns zu? Eine Übersicht:

Schliessung der nicht obligatorischen Schulen: Gymis, Berufsschulen und die Uni machen dicht. Der Unterricht auf Primar- und Sekundarstufe findet weiterhin statt. Der Grund: Die Behörden wollen verhindern, dass die Kinder wegen der Schulschliessung von den Grosseltern betreut werden.

Über 65-Jährigen und Angehörigen wird dringend davon abgeraten, Kinder zu hüten oder an privaten Festen teilzunehmen. Sie sollen auch nicht mehr ÖV fahren, ausser sie müssen einkaufen oder zum Arzt.

Schliessung von Kinos, Museen, Theatern, Clubs, Fitnesscentern, Skianlagen, Bädern und Bordellen.

• Verbot von Sportveranstaltungen – und zwar unabhängig von der Anzahl Teilnehmer.

Verbot von Anlässen mit mehr als 50 Personen. Restaurants und Hotels dürfen nur öffnen, wenn sich dort weniger als 50 Personen aufhalten. Zudem müssen sie einen gewissen Abstand zwischen den Gästen garantieren (soziale Distanz).

• Die Polizei überwacht, ob die Vorschriften eingehalten werden.

Haben Sie sich mit dem Coronavirus angesteckt oder sind Sie in Quarantäne? Für einen Artikel suchen wir Betroffene, die uns von ihren Erfahrungen berichten. Die Redaktion freut sich über eine Kontaktaufnahme im Formular unten. Wir behandeln Ihre Angaben vertraulich.

Fehler gefunden?Jetzt melden.