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Das berühmteste Hijab-Model kritisiert die Modebranche

Halima Aden war eines der ersten Models, das Hijab trägt und wurde dafür als Pionierin gefeiert. Jetzt verlässt sie die Branche und spricht darüber, wie inklusiv die Fashion-Industrie wirklich ist.

von
Johanna Senn
26.11.2020

Die US-Amerikanerin mit somalischen Wurzeln wurde in einem Flüchtlingslager im Nordosten Kenias geboren und zog mit sieben Jahren mit ihrer Familie in die Vereinigten Staaten. 2016 war Halima die erste Muslima, die mit einem Hijab bei der «Miss Minnesota»-Wahl antrat. Schon kurz darauf machte sie ihr Runway-Debut an der New York Fashion Week, wo sie für Kanye West’s Label Yeezy lief. Jetzt zieht sie sich aus der Modewelt zurück. Der Grund: Die Modeindustrie zwang sie, mit ihrem muslimischen Glauben zu grosse Kompromisse einzugehen.

Auf Instagram teilte sie viele Eindrücke aus ihrem Leben als Model. «Die Bilder zeigen den Beginn einer Reise, die als eine bedeutsame grosse Feier der Inklusivität grossartig anfängt», schreibt der Modeblog Diet Prada. Die Fotos zeigen Halima Aden mit Hijab auf Covern, in Kampagnen und auf dem Laufsteg.

Oberflächliche Inklusivität in der Branche

«Die Möglichkeit wurden grösser, doch so auch die Freiheiten, die sich Stylisten für das Styling ihres Hijabs nahmen», so Diet Prada. So wurde für einen Shoot anstatt eines richtigen Hijabs einfach ein Paar Jeans über Adens Haare drapiert. «Das zeigte, wie Oberflächlich der Versuch vieler Labels war, inklusiv zu sein indem sie dachten jede Art von Kopfbedeckung sei angebracht.»

Schon in der Vergangenheit schrieb das Model darüber, wie es sich anfühlt «eine Minderheit in einer Minderheit» zu sein: «Ich mache die Modeindustrie für das Fehlen an weiblichen muslimischen Stylisten verantwortlich.» Das habe dazu geführt, dass das Verständnis, was ein Hijab sei, in der Modebranche sehr klein sei.

Haima Aden teilte auch ein Foto von ihrem Shoot mit Rihannas Label Fenty Beauty: «Rihanna liess mich für den Photoshoot sogar den Hijab tragen, den ich selbt mitgebracht hatte.» Und sie ergänzt: «Das ist das Mädchen zu dem ich jetzt zurückkehre. Der richtigen Halima.»

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