El Clásico: «Das beste Spiel der Welt»
Aktualisiert

El Clásico«Das beste Spiel der Welt»

Es ist wieder so weit: Der Clásico zwischen Real Madrid und Barcelona steht an. In Spanien herrscht Ausnahmezustand.

von
Reto Fehr

21 Punkte haben Real Madrid und Barcelona acht Spieltage vor Saisonschluss Vorsprung auf die Konkurrenz. Kein Wunder wird das zweite Saisonduell der beiden Giganten zu einem Endspiel hochgejubelt. Der Sieger wird auch Meister, so der einhellige Tenor. Die «Clasicomania» kennt kaum Grenzen. Die «As» hat seine Website mit den obersten acht Storys über den Clásico vollgepflastert (Stand 13.45 Uhr). Bei der «Marca» sieht es ähnlich aus. Aktuelles, Historisches, Umfragen, Interviews, Einschätzungen. Nichts, das nicht durchgehend beleuchtet wird. Alle möglichen und unmöglichen «entscheidenden Faktoren» werden thematisiert: Der Schiedsrichter, die Form des Stars, die Fans, die Vergangenheit.

Die Barça-freundliche Zeitung «Sport» schreibt gar vom «besten Spiel der Welt». Gut möglich, dass es sich zu diesem entwickelt. Auf der einen Seite stehen die neuen Galaktischen voll mit Nationalspielern der besten Länder. Egal ob Topspieler aus Spanien, Brasilien, Portugal, Argentinien oder Holland. Alles ist dabei. Der ehemalige Real-Trainer Bernd Schuster hat derweil eine eigene Bezeichnung für die Star-Truppe: «Real ist nur Ronaldo, Higuain und neun weitere Spieler.» Auf der anderen Seite steht Barcelona. Angeführt vom in den letzten Wochen fantastischen Lionel Messi. Diego Maradona meinte nach der CL-Gala: «Messi wird die Diskussion beenden ob Pelé oder er (Maradona) der beste Spieler der Welt ist.» Neben dem Hochgeschwindigkeitsdribbler kämpfen Superstars wie Xavi, Iniesta, Puyol oder Henry für die Katalanen. Keine Frage: Der 160. Clásico wird ein Duell der Superlative.

Spektakel garantiert

Und wie die Vergangenheit zeigt: Ist im Spiel der beiden Erzfeinde meist Pfeffer drin. 2008 prügelte Real Barça mit 4:1 aus dem Stadion, in der letzten Saison nahmen die Katalanen die Hauptstädter mit 6:2 nach allen Regeln der Kunst auseinander. Und selbst beim torarmen 1:0 in der Vorrunde gings zur Sache. So flog auf beiden Seiten je ein Spieler vom Feld. Bisher gab es in den Ligaduellen 61 Siege für Barça, deren 68 für Real und 30 Unentschieden. Ausgeglichener könnte die Bilanz kaum sein. Einen Favoriten zu nennen fast unmöglich. Nicht nur auf dem Rasen wird die Post abgehen. Die Zuschauer werden ihren Teil zum Spektakel beitragen. Bisher sorgten Autobomben, Petarden, Gummipuppen, Schweineköpfe, an den Pfosten gefesselte Aktivisten, Flitzer und Rudelbildungen für Schlagzeilen. Was steht wohl beim Derby 2010 an?

Barça ohne Ibrahimovic, Real ohne Kaká

So sehr die spanischen Medien dieser Tage den Blick in die Vergangenheit wagen, sie hat in der Gegenwart nichts zu suchen. Zlatan Ibrahimovic – Held im Hinspiel – fällt verletzt aus. Bei Real Madrid muss Legende Raúl wohl erstmals seit 30 Clásicos ein Spiel von der Ersatzbank mitansehen. Da helfen ihm auch seine bisher 15 Tore gegen die Azulgrana nicht. Unfreiwillig muss Reals Pellegrini dagegen auf Kaká verzichten. Das ist für den Chilenen aber kein Grund, Trübsal zu blasen: «Wir haben keine Angst vor Barcelona» oder «Ein Unentschieden wäre ein schlechtes Resultat», erklärt er an der Pressekonferenz vor dem Spiel. Sein Gegenüber Pep Guardiola versucht die Wichtigkeit des Spiels einigermassen herunterzuspielen: «Es ist kein Final, aber wir müssen so spielen, als ob es einer wäre.»

Mit 20 Minuten Online sind Sie am Samstag ab 22 Uhr live mit dabei, wenn im Santiago Bernabéu Real Madrid und Barcelona aufeinandertreffen.

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