02.06.2020 12:43

Pizza, Döner, wenig Salat

Das bestellte die Schweiz während des Lockdown

Doppelt so viel Bier, doppelt so viel Pizza — Schweizer bestellten im Homeoffice wie verrückt. Eat.ch liess uns in ihre Datenbank schauen.

von
Lucien Maurice Esseiva

Darum gehts

  • Vom 16. März bis zum 11. Mai waren alle Schweizer Restaurants geschlossen – davon profitierten auch Lieferdienste.
  • Eat.ch hat erörtert, was, wie viel und wann in der Schweiz bestellt wurde.
  • Das Resultat: Besonders gesund haben die Schweizer während des Lockdown nicht gegessen.

Wer die letzten Monate Essen auslieferte, musste ziemlich in die Pedale treten.

Wer die letzten Monate Essen auslieferte, musste ziemlich in die Pedale treten.

Patrick Connor/Unsplash

Am 16. März 2020 zog der ­Bundesrat allen Schweizer Restaurants den Stecker. Fast zwei Monate dauerte die Schliessung der Lokale, die Schweiz musste selbst kochen oder sich Essen nach Hause liefern lassen.

Bei Eat.ch, dem grössten Lieferdienst der Schweiz, liefen in dieser Zeit die Drähte heiss, ausserdem stellte das Unternehmen eine Veränderung im Bestellverhalten fest.

Freitag statt Sonntag

Vor dem Lockdown gingen 20 Prozent aller Bestellungen am Sonntag ein. Während des Shutdown war der stärkste Tag der Freitag.

Früher ging ein Fünftel aller Bestellungen am Sonntag (nach dem Kirchgang?) ein. Im Lockdown war der Freitag top.

Früher ging ein Fünftel aller Bestellungen am Sonntag (nach dem Kirchgang?) ein. Im Lockdown war der Freitag top.

Photo by JOHN TOWNER on Unsplash

Bier floss in Strömen

Vom 1. März bis zum 1. Mai haben sich die Bestellungen von Bier quasi verdoppelt.

Die Schweizer bestellten in den zwei Monaten Lockdown 98 Prozent mehr Bier.

Die Schweizer bestellten in den zwei Monaten Lockdown 98 Prozent mehr Bier.

Photo by Gerrie van der Walt on Unsplash

1. Mai war Hungertag

Der stärkste Tag im Lockdown war der 1. Mai, gefolgt vom 26. April.

Kundgebungen, Volksfeste oder Demonstrationen waren am 1. Mai 2020 verboten. Der Hunger offenbar dafür umso grösser.

Kundgebungen, Volksfeste oder Demonstrationen waren am 1. Mai 2020 verboten. Der Hunger offenbar dafür umso grösser.

Photo by Thought Catalog on Unsplash

Bestellungen am Morgen legten zu

Verglichen mit vorher, stiegen die Bestellungen um 7 Uhr morgens um 140 Prozent an. Um 8 Uhr gar um 160 Prozent.

Vermehrt wurde schon am Morgen bestellt.

Vermehrt wurde schon am Morgen bestellt.

Photo by David Mao on Unsplash

Pizza, Pizza, Pommes!

Das beliebteste Bestellgericht war auch im Lockdown Pizza Margherita. Doch sie wurde fast doppelt so oft bestellt wie vorher. Platz zwei der Lockdown-­Bestellungen belegt Pizza Prosciutto, auf dem dritten Rang stehen Pommes frites, gefolgt von Pizza Hawaii.

Pizza war vor, während und wohl auch nach dem Lockdown das beliebteste Bestellgericht.

Pizza war vor, während und wohl auch nach dem Lockdown das beliebteste Bestellgericht.

Photo by Rahul Upadhyay on Unsplash

Lieber fettig und süss statt gesund

■ Türkische Gerichte waren ein Bestellhit. Besonders oft wurde die Döner-Box geordert, doch auch Dürum, Kebab oder Pizza mit Kebab liefen überaus gut.
■ Erst auf Platz 16 der Lockdown-Liste taucht ein gesundes Liefergericht auf: grüner Salat.
■ Das beliebteste Quarantäne-Dessert war Tiramisù.

Salat war nicht so der Renner. Die gesunde Speise belegt gerade mal Platz 16 der Rangliste. Döner lief dafür sehr gut.

Salat war nicht so der Renner. Die gesunde Speise belegt gerade mal Platz 16 der Rangliste. Döner lief dafür sehr gut.

Photo by Syed Hussaini on Unsplash

Das sagt Eat.ch-CEO Dominic Millioud

Eat.ch-Chef Dominic Millioud.
Foto: Lorenz Richard

Eat.ch-Chef Dominic Millioud.
Foto: Lorenz Richard

Herr Millioud, haben Sie während des Lockdown auch mehr bestellt?

Ja, auch ich habe mehr bestellt. Der Grund war, dass der Lockdown für uns als Unternehmen extrem viel Mehrarbeit mit sich gebracht hat. Die Zeitersparnis und der Wunsch, auch mal was nicht Selbstgekochtes zu essen, waren die Auslöser.

Was am liebsten?

Viel asiatisch und libanesisch.

Für Gastronomen war die Situation schlimm – für Sie eher positiv, richtig?

Für uns war vor allem positiv, dass wir viele Restaurantpartner unterstützen durften. Mit Eat.ch konnten diese ihre Gäste weiterhin erreichen und über unsere Plattform neue dazugewinnen. Und: Natürlich hat es uns auch gefreut, dass wir in hektischen Zeiten etwas entlasten und auch mal eine Alternative zum Kochen anbieten konnten.

Nun sind Restaurants wieder geöffnet. Sind Sie besorgt, dass Ihr Geschäft nun einbrechen könnte?

Auch wenn sich diese extreme Nachfrage vom Lockdown leicht einpendelt, werden wir langfristig kontinuierlich wachsen. Das Konsumverhalten ist und bleibt stark digital geprägt. Wir sind seit mehr als zehn Jahren auf dem Markt und wachsen stetig, trotzdem ist dies erst der Anfang. Das Potenzial ist riesig!

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13 Kommentare
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Pizza...

02.06.2020, 14:43

Ist ok, muss jeder selber wissen, was er essen will, wie und wo..Wir haben während dem Lockdown nie etwas bestellt. Aber viel Pizza selbst gemacht während dieser Zeit. Oder etwas auf den Grill geworfen. Je nach dem, aber selber Kochen ist bei uns das Normale.

Herr Bräutigam

02.06.2020, 14:22

der Döner ist per se ungesund !

wurstli

02.06.2020, 14:12

Habe noch nie dort bestellt und habe es auch nicht vor! Mein gekochtes schmeckt sicher 10 mal besser und vor allem mundet es :)