Kapo erzählt: «Das Bild eines toten Säuglings vergisst du nie»

Aktualisiert

Kapo erzählt«Das Bild eines toten Säuglings vergisst du nie»

Die Kantonspolizei Bern gibt auf ihrem Blog Einblick in die Arbeit des Kriminaltechnischen Diensts. Dort erklärt sie, weshalb das Berner CSI wie eine kleine Familie ist.

von
ber
Aussendienst bedeutet im Fall eines Kriminaltechnikers: 24-Stunden-Pikettdienst im ganzen Kanton bei den jeweiligen Tatorten. Zum Beispiel bei aussergewöhnlichen Todesfällen, schweren Einbrüchen oder Gewaltverbrechen.

Aussendienst bedeutet im Fall eines Kriminaltechnikers: 24-Stunden-Pikettdienst im ganzen Kanton bei den jeweiligen Tatorten. Zum Beispiel bei aussergewöhnlichen Todesfällen, schweren Einbrüchen oder Gewaltverbrechen.

Keystone/Peter Klaunzer

In einer Artikelserie gibt die Kantonspolizei Bern Einblick in die Arbeitsweise des Kriminaltechnischen Diensts – des Berner CSI. Am Mittwoch erschien der erste Teil davon.

«Wer keine verstorbenen Menschen sehen kann, kann diese Aufgabe nicht erfüllen. Das gehört einfach dazu.» So äussert sich ein erfahrener Aussendienstmitarbeiter der Kapo Bern im neusten Blogeintrag der Polizei. Aussendienst bedeutet im Fall eines Kriminaltechnikers: 24-Stunden-Pikettdienst im ganzen Kanton bei den jeweiligen Tatorten. Zum Beispiel bei aussergewöhnlichen Todesfällen, schweren Einbrüchen oder Gewaltverbrechen.

Snack mitnehmen

Man wird mit Gerüchen und Bildern konfrontiert, die bei vielen Menschen einen Würgereiz hervorrufen. Und das zu jeder Tages- und Nachtzeit. Bis die Arbeiten beendet sind, kann es gut und gerne mehrere Stunden dauern – man weiss nie genau, wann man das nächste Mal zum Essen kommt. Besser also, man hat etwas zu essen dabei, so wie es die Kapo den Aussendienstlern ausdrücklich rät.

Abgesehen vom üblen Geruch – man stösst bei einer solchen Arbeit doch bestimmt auch auf Bilder, die man nie mehr aus dem Kopf bekommt? «Das ist kein Problem», sagt ein Mitarbeiter, «an einem Tatort sind wir sehr auf unsere Arbeit konzentriert.» Das helfe, den Fokus zu behalten.

«Sehr guter Zusammenhalt»

Und doch gebe es Bilder, die er nie mehr vergesse: «Zum Beispiel wurde ich einmal zu einem Todesfall eines Säuglings gerufen. Der Säugling hat ausgesehen, als ob er schlafen würde. Das Bild des Bestatters, der mit dem winzigen Sarg unter dem Arm durch die Türe trat, werde ich aber nie vergessen können.»

Durch die teils schwierigen Situationen herrsche im Team des Kriminaltechnischen Diensts ein sehr guter Zusammenhalt, wie die Kapo im Blog festhält. Sie seien wie eine eigene kleine Familie in der Grossfamilie der Kantonspolizei Bern.

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