Aktualisiert 20.10.2011 15:47

Auf ein Mineral mit LanaDas «Blick»-Girl vom Salon nebenan

Sie war der August-Liebling der «Blick»-Leser: die kaufmännische Angestellte Lana. Sie hatte beste Chancen, Girl des Jahres 2011 zu werden. 20 Minuten Online besuchte sie bei der Arbeit im Sexclub.

von
A. Mustedanagic
Lana als Mädchen von nebenan...

Lana als Mädchen von nebenan...

«Blick» sucht das Girl des Jahres – und hat zumindest im August eine sehr valable Kandidatin gefunden: Lana, 28. Sie ist «1,74 Meter gross, 52 Kilo schwer, single und

lebt alleine». Als «Star des Tages» aus Birsfelden blickt die «kaufmännische Angestellte» ungeschminkt in die Kamera, ganz das Mädchen von nebenan. Erst nachdem Hairstylisten und Make-up-Artistin ihr «VIP-Programm» (Blick) beendet haben, präsentiert sie sich als Vamp in Reizwäsche. Lanas bescheidene Erwartung an den Wettbewerb: «Ein paar schöne Fotos als Erinnerung an einen schönen Tag.»

Den Jubeltag als «Blick»-Girl des Augusts wolle sie mit ein paar Freundinnen kräftig feiern, erklärte Lana und betonte, beim Mazda, den es als Jahrespreis zu gewinnen gebe, sei ihr die Farbe egal.

Inzwischen läuft das Finale der Schönsten. Lana hat beste Chancen und dafür noch einen Gang höher geschaltet. Ihre Lippen sind seit dem ersten Shooting deutlich voluminöser geworden und ihr Outfit hat sie im Finalistinnen-Shooting auf eine geschickt platzierte Handtasche reduziert. Ob so viel Freizügigkeit und Erotik einer kaufmännischen Angestellten aus Birsfelden jubeln die Leser in den Kommentaren: «Das Beste, was ich im Blick je gesehen habe», schreibt einer und ein anderer: «Eine wunderschöne, und tolle Frau!» Lana, das Mädchen von nebenan im «Playboy»-Stil – unglaublich und wahnsinnig mutig für viele Leser.

Schöne Fotos von Lana gibt es auch auf der Homepage eines noblen Sexsalons zu sehen. Im Erotikclub in Zürich Enge, einem Geschäftsviertel mit vielen Banken und Versicherungen, kennt man «Blick»-Schwarm Lana allerdings als Gwendolyne, 24. Sie kommt aus Lettland und wohnt in Zürich. Als Escortgirl im Massagesalon von nebenan bietet sie «einen Topservice, mit Küssen, Französisch pur und vielem mehr». 20 Minuten Online hat sie dort besucht und sprach mit ihr über die schönste Nebenbeschäftigung der Welt.

Hallo, du bist Gwendolyne, nicht?

Gwendolyne aka Lana: Ja, woher kennst du mich?

Ich habe dich im «Blick» gesehen.

In einem Werbespot war ich auch schon!

Ich habe dich gesucht.

Wie süss! Bist du Reporter?

Ja. Ich wollte herausfinden, wie du «Blick»-Girl wurdest.

Eine Freundin hat da mitgemacht. Ich fand es witzig und hab mich auch angeboten.

Hatte die Redaktion nichts dagegen, dass du in einem Sexclub arbeitest?

Nein, wieso auch? Das ist Privatsache.

Aber haben sie es auf der Redaktion gewusst?

Ich hab es ihnen gesagt, als ich nach meinen Hobbys gefragt wurde.

Geschrieben haben sie es aber nicht.

Nein, aber ich schäme mich nicht dafür. Hast du etwas gegen Sex?

Nein, sicher nicht. Ich fand es nur seltsam, dass du in einem Sexclub arbeitest, aber als kaufmännische Angestellte beschrieben wirst.

Ich arbeite auch in einem Consulting-Büro. Der Sexclub ist nur mein Hobby.

Bloss ein Hobby?

Ich bin viel unterwegs, habe aber keine Zeit für eine richtige Beziehung – und ich liebe Sex. Hier im Club kann ich nette Männer kennenlernen, ohne unter Druck zu stehen, sie wieder zu treffen. Wenn mir jemand gefällt, kann ich Ja sagen, wenn nicht, lass ich es sein. Ich bin nicht auf das Geld angewiesen.

Wissen deine Kollegen in der Consulting-Agentur von deinem Hobby?

Ja, aber das stört dort niemanden. Ich werde nicht nach meiner Nebenbeschäftigung beurteilt.

Du stammst aus Lettland. Warum sprichst du so gut Deutsch?

Weil ich schon lange in der Schweiz bin. Ich spreche auch Russisch und Englisch. Das ist in meinem Beruf wichtig. Unsere Firma vermietet Yachten und Privatjets. Da hat man mit internationalen Kunden zu tun. Mein Job gefällt mir, ich komme viel herum. Soeben bin ich aus Dubrovnik zurückgekommen.

Du wohnst in Birsfelden, stand im «Blick».

Seit drei Monaten lebe ich in Zürich. Das ist einfacher. In Basel habe ich aber lange gelebt und Psychologie studiert. Aber ich habe das Studium abgebrochen, wegen dem Job.

Wirst du oft auf deine Tätigkeit im Sex-Club angesprochen?

Nein. Aber es würde mich auch nicht stören. Ich mache das hier, weil es mir gefällt. Ich habe Spass an Sex. Ich führe ein tolles Leben, bin in gepflegter Atmosphäre, komme viel rum. Meine Favoriten sind Paris und New York.

Hast du keine Angst, dass dich jemand erkennen könnte?

Nein, wieso auch? Die Leute wissen, was ich tue. Ich schäme mich nicht dafür. Hierher kommen Männer nicht nur wegen dem Sex. Die Frauen sprechen alle gut Deutsch – oft auch eine zweite und dritte Sprache. Das ist wichtig. Ich war als Begleiterin schon in allen noblen Restaurants und Discos von Zürich. Sex allerdings gibt es nur hier im Club.

Warum?

Die Leute sehen Sex oft als etwas Schlechtes. Man wird immer gleich gefragt, was arbeitest du? Was macht dein Freund? Der Job ist so wichtig, die Person kommt viel zu kurz. Je gebildeter jemand ist, desto unwichtiger wird, wer ich bin. Das geniesse ich. Gebildete Menschen können differenzieren. So, hast du noch mehr Fragen? Ich würde gerne wieder zu den anderen.

Ich würde gerne über dich schreiben, wenn ich darf.

Aber sicher. Soll ich dir meine Nummer geben?

Folgende Fragen stellte 20 Minuten Online dem «Blick»:

- Dürfen Prostituierte und Sex-Arbeiterinnen an der Wahl des Stars des Tages teilnehmen? Wenn nein, wie schliessen Sie das aus?

- Wie gehen Sie damit um, wenn Sie Kenntnis davon haben, dass «Star des Tages»-Kandidatinnen sich prostituieren?»

- «Haben «Professionelle» bereits beim «Blick»-Girl mitgemacht?

Der «Blick» wollte die Fragen nicht beantworten und liess knapp ausrichten: «Kein Kommentar.»

Update, 19.10.2011, 16.55 Uhr:

«Blick» hat Lana von der Seite genommen. Unter dem bisherigen Link erscheint statt der Bilder des Stars des Tages und des Monats August eine Fehlermeldung.

Update 2, 20.10.2011: «Blick» hat Lana disqualifiziert und von der Wahl zum Girl des Jahres ausgeschlossen.

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