Breitenbach SO: «Das Buch brannte, als der Pfarrer die Kirche betrat»
Aktualisiert

Breitenbach SO«Das Buch brannte, als der Pfarrer die Kirche betrat»

Mitten am Tag suchten Unbekannte die katholische Kirche in Breitenbach heim: Sie zündeten ein Buch an und rissen mutwillig Blumen ab. Leider kein Einzelfall.

von
cs
Warum die Täter die katholische Kirche in Breitenbach verwüsteten ist noch unklar.

Warum die Täter die katholische Kirche in Breitenbach verwüsteten ist noch unklar.

Am Sonntagnachmittag verwüsteten unbekannte Täter kurz nach dem morgendlichen Gottesdienst Gegenstände in der katholischen Kirche an der Fehrenstrasse. Sie zündeten ein Evangelien-Buch an und rissen Blumen ab, die sie dann in der Kirche verteilten. «Das Buch brannte lichterloh, als der Pfarrer zum Kerzen anzünden in die Kirche zurückkam», sagt Kirchenpräsident Kaspar Sutter.

Sutter fiel aufgrund dieses Akts von Vandalismus aus allen Wolken. Noch nie zuvor seien Unbekannte in seine Kirche eingedrungen und hätten etwas zerstört. Besonders dreist findet Sutter, dass die Täter das Verbrechen mitten am Tag begingen. «Das muss einem schon zu denken geben», sagt er. Auch die Art und Weise des Vandalismus hat für den Kirchenpräsident einen faden Beigeschmack. «Sie haben das Lesebuch des Pfarrers nicht am gelagerten Ort angezündet, sondern es erst gezielt auf das Stehlesepult in der Mitte der Kirche gelegt», sagt er. Er ist überzeugt, dass sich die Brandstifter bei der Aktion etwas überlegt hatten.

Nicht der erste Akt von Vandalismus

Noch gebe es keine Hinweise oder einen Verdacht auf die Täterschaft, so die Kantonspolizei Solothurn auf Anfrage von 20 Minuten. Auch das Motiv hinter dem Zerstörungsakt ist noch unbekannt – ob es um einen Streich oder eine okkulte Handlung geht ist noch unbekannt. Die bevorstehende Untersuchung der Brandermittlung soll erste Aufschlüsse bringen. Die Behörden suchen Zeugen und Personen, die sachdienliche Angaben zu den Vorkommnissen machen können. Die Höhe des entstandenen Schadens in der Kirche ist noch unbekannt.

Kirchenpräsident Kaspar Sutter will sich ob dem Ereignis nicht einschüchtern lassen. «Die Kirche wird weiterhin von morgens bis abends geöffnet sein. Sie zu schliessen wäre das falsche Signal.» Das Ausmass von Vandalismus sei in dieser Form zwar noch nie da gewesen, trotzdem habe sich nicht zum ersten Mal jemand an Kircheneigentum in der Gemeinde vergangen. «In der Vergangenheit wurden schon zahlreiche Figuren auf dem Friedhof und Kirchenfassaden versprayt. Abgefackelt wurde bis jetzt noch nie etwas», so Sutter.

Kein Einzelfall in der Schweiz

Solche und ähnliche Akte von Vandalismus gegen die Kirche sind in der Schweiz keine Seltenheit. Im Oktober 2011 wurden etwa in einer katholischen Pfarrkirche im Kanton Luzern diverse Kerzen samt Ständer umgestossen sowie Blumenschmuck zerstört und die Seiten eines Fürbitten-Buches herausgerissen. In Davos wurde in der Herz-Jesu-Kirche über einen bestimmten Zeitraum regelmässig ins Weihwasser gepinkelt und im November 2013 verschmutzten Unbekannte in Hergiswil eine Kirche mit Kot.

Erst letztes Jahr wurde in luzernischen Horw eine Marienstatue beschädigt. Dabei wurde das Zepter der Maria herausgerissen, in drei Teile zerbrochen und damit dem Jesuskind ein Loch ins Bein gebohrt. Auch in diesem Fall handelten die Vandalen tagsüber.

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