Papstwahl: Das Chämi auf der Sixtinischen Kapelle steht
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PapstwahlDas Chämi auf der Sixtinischen Kapelle steht

Letztes Handanlegen vor der Papstwahl: Auf dem Dach der Sixtinischen Kapelle wurde der Schornstein für das Konklave installiert. Daraus steigt ab Dienstag schwarzer oder weisser Rauch auf.

von
gux

Auf dem Petersplatz haben sich bereits viele Touristen versammelt. Auch von hier aus ist das Chämi zu sehen, über das ab Dienstag die Öffentlichkeit über den Verlauf der Papstwahl informiert wird. «Wir sind alle glücklich und wir warten», sagt eine Frau gegenüber «Euronews». «Am Ende wird es einen neuen Papst geben. Hoffen wir, dass er genauso gut ist, wie der letzte.»

Eine andere Frau meint: «Es ist richtig, dass sie so schnell zusammenkommen, nachdem Papst Benedikt erschöpft war und zurücktrat. Das ist gut, dass sie sich beeilen und versuchen einen neuen Kirchenführer zu wählen.» Tatsächlich drängt die Zeit, denn die Gläubigen wollen Ostern nicht ohne Papst feiern.

Für die 115 wählenden Kardinäle bedeuten die nächsten Tage: Debatten, Beratungen und Gebete in der Sixtinischen Kappelle. Sie werden dabei komplett von der Aussenwelt abgeschirmt sein. Dabei gelten für dieses Konklave strenge Regeln, die sich über Jahrhunderte entwickelt haben: Es wird so lange gewählt, bis ein Kandidat die nötige Zweidrittelmehrheit hat.

Fumata bianca, fumata nera

Von aussen sind die Resultate der Wahlgänge über schwarze oder weisse Rauchzeichen abzulesen: Schwarzer Rauch (fumata nera) bedeutet, das Konklave konnte sich nicht auf einen Kandidaten einigen, weisser (fumata bianca) bedeutet: Habemus papam, wir haben einen Papst gewählt.

Der neue Papst wird dann im Anschluss den Segen «urbi und orbi» («für die Stadt Rom und die Welt») auf dem vom Balkon des Petersdoms erteilen.

Der Vatikan-Fahrplan

Und so sieht der Vatikan-Fahrplan für die kommenden Tage aus: Heute werden weitere Beratungen des Kardinalskollegium über den inneren Zustand der Kirche und der vatikanischen Kurie abgehalten. Sie werden geleitet von Kardinaldekan Angelo Sodano (85).

Morgen, Sonntag feiern viele Kardinäle die Sonntagsmesse in ihrer jeweiligen römischen Titelkirche. Am Montag hat das Kardinalskollegium zum letzten Mal vor der Wahl Gelegenheit, noch eine oder zwei Debatten zu führen, bevor am Dienstag dann die Messe «Pro eligendo Romano Pontifice» gefeiert wird. Dabei werden die Verfahrensweisen über die Papstwahl angeordnet. Danach ziehen die 115 wahlberechtigten Kardinäle in die Sixtinische Kapelle ein. Dort findet am Nachmittag ein einziger Wahlgang statt.

Mittwoch ist erster langer Wahltag

Der Mittwoch ist der erste lange Wahltag mit bis zu vier Wahlgängen. Falls noch kein Kardinal 77 Stimmen oder mehr auf sich vereinigt hat, wird die Wahl am Freitag für einen Tag unterbrochen, um Gelegenheit zu Beratungen und Gebet zu geben. Gegebenenfalls wird ab Samstag weiter gewählt, und zwar so lange, bis ein Kandidat die Zweidrittelmehrheit auf sich vereint und weisser Rauch vom Dach der Sixtinischen Kapelle emporsteigt.

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